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Archiv für März 2011

24 Stunden Haiti

Mittwoch, 30. März 2011

„Ich kann mir gar nicht so richtig vorstellen, wie Du da eigentlich lebst und was Du genau machst.“ Diesen Satz höre ich oft, seitdem ich vor gut vier Monaten von Deutschland nach Haiti umgesiedelt bin. Es ist schwierig, die Frage in einem Satz zu beantworten, denn dieses Land entzieht sich einfachen Erklärungen. Und auch die Arbeit von CARE ist komplex, denn die immense Zerstörung durch das Erdbeben, die Cholera-Epidemie und die politische Lage stellen uns täglich vor neue Herausforderungen. Deshalb ist es vielleicht einfacher, einen normalen Tag in meinem Leben hier zu schildern. 24 Stunden Haiti, 24 Stunden Alltag bei CARE.

Aus Sicherheitsgründen werden die CARE-Mitarbeiter morgens von einem Fahrer vom Gästehaus ins Büro gebracht und abends wieder abgeholt. (Foto: CARE/Wilke)

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Ein kleiner Schritt auf dem langen Weg der Transformation

Donnerstag, 24. März 2011
Karaokebars und Biergärten stehen bei den Männern hoch im Kurs, auch wegen der sogenannten Biermädchen. (Foto: CARE/ Ernesti)

Karaokebars und Biergärten stehen bei den Männern hoch im Kurs, auch wegen der sogenannten Biermädchen. (Foto: CARE/ Ernesti)

Phnom Penh (ce) – Freitagabend, das Wochenende steht vor der Tür, eine endlose Blechlawine quält sich über die Brücke, die den breiten Mekong überspannt. Dazwischen noch mehr Menschen auf Mopeds, manchmal zu dritt oder mit Kindern zu viert auf einem Gefährt. Sie quetschen sich in jede verfügbare Lücke, drücken sich an Limousinen, Lastwagen, Pick-Ups und Bussen vorbei, alles drängt nach vorne. Die Fahrbahn ist längst zu klein, die Strasse wird verbreitert, rechts und links schieben Bulldozer den rostbraunen Boden zur Seite. Wenn das ganze einigermaßen terrassiert und platt gewalzt ist, wird auch diese neue Bahn ohne Asphaltbelag sofort in Anspruch genommen. Bevorzugt von der neureichen Khmer Elite in ihren großen, luxuriösen, glänzenden Geländewagen, die nun mit ihren Boliden rücksichtslos über die Piste preschen, eine Staubfahne hinter sich herziehend. weiterlesen »

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Worte finden.

Mittwoch, 23. März 2011

Die Welt starrt seit knapp zwei Wochen sprachlos nach Japan. Und gleichzeitig überschlagen sich in Libyen die Ereignisse. Es gibt viel zu verstehen und zu erklären, Journalisten haben im Moment keinen leichten Job.  Wie findet man die richtigen Worte?  Atomarer GAU, Krieg, Katastrophe. Jeder Begriff hat seine Geschichte, seinen Kontext und seine Wirkung. Und obwohl wir bei solch großen Ereignissen eine weltweite Solidarität und Aufmerksamkeit erleben, zeigen sich doch oft auch die Schwierigkeiten des Verständnisses für Fremdes, Komplexes. Wie neulich in Haiti:

Wie in Haiti vor mehr als einem Jahr haben Erdbeben und Tsunami jetzt in Japan weite Teile des Landes zerstört. (Foto: CARE Japan)

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Japan hält alle in Atem

Freitag, 18. März 2011

Die Gerüchteküche in Asien kocht

Auf dem Weg nach Phnom Penh, Zwischenstopp in Bangkok. Dunkle Wolken hängen über dem Rollfeld des supermodernen Flughafens, der nur aus Glas und Stahl zu bestehen scheint. Jeden Moment werden sich wohl die Schleusen öffnen zu einem monsunartigen Regenfall. Über dem riesigen Flachbildschirm im Wartebereich läuft ein Fernseher mit den neusten Schlagzeilen aus Japan. Ein dritter der Reaktoren von Fukushima scheint kurz vor der Kernschmelze zu stehen. Die Welt hält den Atem an! Ein unheimliches Gespenst geht um, Tschernobyl. Die Deutschen wissen, was das bedeutet, befindet sich der Unglücksreaktor von Tschernobyl doch keine 1500 Kilometer von Berlin.

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Haitianisches Déjà-Vu in Japan

Dienstag, 15. März 2011

Erdbeben, Tsunami und bevorstehende atomare Katastrophe: Die aktuellen Bilder aus Japan lassen uns nur erahnen, wie schwer das Land am 11. März 2011 getroffen wurde. (Foto: REUTERS)

Erdbeben, Tsunami und bevorstehende atomare Katastrophe: Die aktuellen Bilder aus Japan lassen uns nur erahnen, wie schwer das Land am 11. März 2011 getroffen wurde. (Foto: REUTERS)

Der 12. Januar 2010 wird in der Geschichte Haitis für immer als schwarzer Tag eingebrannt sein. Nun gilt das gleiche für Japan und den 11. März 2011. Im CARE-Büro in Port-au-Prince erfahren wir morgens die furchtbaren Neuigkeiten. „Aber es sind doch glücklicherweise nicht viele Tote, habe ich gelesen“, versucht eine Kollegin sich und mich zunächst zu beruhigen. Die horrenden Zahlen von Haiti, wo nach kurzer Zeit feststand, dass mit Sicherheit über 200.000 Menschen in den Trümmern gestorben waren, wurden für Japan zunächst noch nicht gemeldet. Aber als Mitarbeiter einer Hilfsorganisation kennt man das Schema: Die Todeszahlen steigen stündlich, die Wucht der Katastrophe spricht für sich. Das Beben maß 8,9 auf der Richterskala, darauf folgte ein Tsunami. Auch das gab es schon einmal. Seit dem 26. Dezember 2004 ist der Begriff Tsunami auf der ganzen Welt bekannt. Nun wird man wieder daran erinnert, warum er eine japanische Wortschöpfung ist, denn die Pazifiknation lebt in ständiger Gefahr von Erdbeben und anschließenden Riesenwellen. weiterlesen »

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Weiber statt Fastnacht

Mittwoch, 09. März 2011
Zum 100. Internationalen Frauentag haben sich alle in Léogâne schick gemacht. (Foto: CARE/Wilke)

Zum 100. Internationalen Frauentag haben sich alle in Léogâne schick gemacht. (Foto: CARE/Wilke)

Sie kommen aus allen Richtungen – zu Fuß, auf der Ladefläche von Kleinlastern, mit Motorrad-Taxis.
Mädchen in blütenweißen Sonntagskleidern mit spitzenbesetzten Söckchen, Frauen in eleganten Kostümen, modischen Kleidern und mit verschiedenstem Haarschmuck. In meinem CARE T-Shirt und Turnschuhen komme ich mir beinahe schäbig vor. Denn alle haben sich heute schick gemacht, hier in Léogâne, um etwas ganz besonderes zu feiern: sich selbst.  Es ist der 8. März, seit einhundert Jahren gefeiert als Internationaler Frauentag. In Haiti wurde er erstmalig in den 1990er Jahren begangen, Frauenbewegung und –ministerium haben einen großen Beitrag dazu geleistet, dass Geschlechtergerechtigkeit und Frauenrechte ihren Platz in der öffentlichen Diskussion finden.

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