Der Kenia-Blog von Thomas Schwarz – Kibera
Von Thomas Schwarz

Moses ist sechs Jahre alt und lebt mit seiner Familie im Slum von Kibera.
Moses ist einer von einer Million. Er ist sechs Jahre alt und lebt in Kibera. Kibera ist einer der größten Slums in Afrika und beherbergt geschätzte eine Million Menschen, denen nahezu jede Perspektive fehlt. In der Online-Enzyklopädie Wikipedia steht: „Hier leben auf zwei Hektar 71.000 Menschen. Ihnen stehen 15 Bäder und 100 Toiletten zur Verfügung.” Ich habe das noch einmal nachgeschlagen. Bei meinem Besuch dort gestern (Mittwoch) ging mir durch den Kopf, dass ich das Wort „Slum” oft ausspreche, ohne wirklich zu begreifen, was es für jeden einzelnen Menschen bedeutet, dort zu leben. Also habe ich auch bei dem Online-Wörterbuch Leo nachgeschlagen. Slum heißt auf deutsch Elendsviertel. Das ist Kibera ohne Zweifel.
Die Kinder, auch Moses, mussten dort die schweren Gewaltausbrüche von Anfang des Jahres miterleben. Jetzt hat Moses gerade Ferien und spielt in der Gegend herum. Er hat sich einen schönen, kleinen Stock gezimmert. Damit fuchtelt er in der Luft herum. Oder er nimmt Dreck vom Boden auf und versucht, damit Figuren zu formen. Er hat fünf Geschwister; vier Brüder und eine Schwester. „Zwei meiner Brüder leben auf dem Land,” sagt er. „Aber ich lebe hier. Ich habe auch Freunde hier. Wir spielen oft zusammen. Das ist schön! Und da – da unten, nicht weit von hier lebe ich mit meiner Familie.”

Da unten ist der Slum, das Elendsviertel.

Es gibt keine Kanalisation und keine Straßenbeleuchtung.
Die Straßen sind nicht befestigt, und mit einem Auto kommt man kaum den Berg hinunter und wieder herauf. Ganz schwere Gegenstände werden mit einem Kastenwagen transportiert. Aus manchen Häusern klingt Musik auf die Straße. Meist junge Leute lungern herum und freuen sich, wenn man mit ihnen ins Gespräch kommt. Die Kinder, die mich per Handschlag grüßen, tragen schmutzige Kleider. Viele ihrer Hände sind hart, weil sie an Pflegecrème nicht einmal denken. Sie kennen sie vermutlich nicht einmal. Die Fliegen, die um ihre Augen und um die Nase herum fliegen, stören sie nicht sonderlich. Das ist für sie normal.

Sie wünschen sich vor allem Frieden.
Was CARE in Kibera tut, damit es den Menschen dort etwas besser geht: Morgen im Blog – und wie sehr sich die Menschen Frieden wünschen.

Thomas Schwarz auf Reisen in Afrika. Er macht sich derzeit ein Bild von der Versorgungslage angesichts drohender Dürre am Horn von Afrika und schreibt einen Kenia-Blog.
Text und Bilder: CARE/Schwarz
Tags: Afrika, Kanalisation, Kenia, Kibera, Slum


08. September 2009 at 09:08
Beeindruckendes Bildmaterial. Ich habe selb den Slum um Nairobi gesehen, wirklich erschütternd.
12. Februar 2010 at 11:37
wou! Das war sehr beeindurckend!
Ich war selber letztes Jahr in Nairobi und bin öffter mal an Kibera vorbeigefahren, doch rein durfte ich nie..
Ich hätte Kibera gerne von innen gesehn.. ich wünschte ich könnte selber was gegen das Leiden machen
18. Februar 2010 at 11:09
Ein sehr schöner Bericht über die Slums von Nairobi. Auch ich habe schon einige Slums der Welt von innen gesehen, es war mir aber nie möglich solch beeindruckende fotos zu schießen.
gruß horst
14. Juni 2010 at 09:26
Es sieht nicht so schön aus. Seit ich diese bilder gesehen habe kann ich nicht mehr schlafen. ich wünschte ich hätte geld dann würde ich euch alle retten .
euer Dominik
14. Juni 2010 at 09:27
Diese Kinder tun mir leid, weil sie in sonem Dreck wohnen. Und weil, sie mit ein paar Jahren schon arbeiten müssen, und weil, sie so oft krank werden. Jemand sollte in helfen ein bessere Umgebung geben damit sie nicht mehr in einer Holzhütte wohnen. Und damit sie bessere Kleider bekommen also ich hätte den Kindern irgendwie geholfen wenn ich konnte.
01. April 2011 at 22:21
Bin vor cirka 1,5 Woche Kenia und Sansibar zurück gekommen. Es war die Hochzeitsreise mit meiner Frau, Safari auch dabei. Habe Bekanntschaft gemacht mit Afrikaner und die Slums nur von Weitem gesehen. Aber auch erschütternd, wie in Sansibar die Leute leben. Habe ein Dorf und Schule besucht. Unglaublich, dass niemand gegen die Armut was macht. Seither habe ich irgendwie Mühe, auch wieder in meinem Beruf zu arbeiten. Ich würde lieber in einem Hilfswerk arbeiten, wo man armen Menschen helfen kann.
12. März 2012 at 14:09
Die tun mir so leid!!!
08. September 2012 at 03:52
,,Kibera,,ich habe Kibera besucht ,die Bilder die du dort mit eigenen Augen siehst wirst du niemals mehr vergessen,und du wirst eine ganz andere Einstellug zum leben bekommen glaub es mir.God beschütze Kibera !!!bis bald in kenya
09. Dezember 2012 at 10:01
Sehr schöne Bilder und interessanter Artikel den ich gerade hier gelesen habe.
RAntje
15. Januar 2013 at 09:46
Sehr schöner Blog mit tollen Bildern. Ich bin auch gerade dabei solch ein ähnliches Projekt zu starten, es sollte mehr solche Menschen geben wie Du!
Gruß
Rantje
05. Februar 2013 at 08:37
Ich finde es gut wenn es immer wieder Menschen gibt die sich für solch eine Sache einsetzen.
Gruß aus Kenia