Der große Tag und Abschied von Sambia

Alessandra und Kimberly haben in den letzten beiden Wochen fast rund um die Uhr gearbeitet.

Alessandra und Kimberly haben in den letzten beiden Wochen fast rund um die Uhr gearbeitet. (Foto: CARE/Pfeifer)

Samstag, 5.11. Heute ist der Tag des CARE Board Meetings. Die Versammlung beginnt um 11:00 Uhr in einem imposanten Tagungsraum – ohne Tageslicht und mit ständig laufender Klimaanlage. Zumindest die Europäer im Raum ziehen sich ihre Jackets und Strickjacken an. Ich nehme als Beobachterin an der Sitzung teil und – friere. Als im Laufe des Tages der Strom kurzfristig ausfällt, freue ich mich insgeheim ein bisschen, weil auch die Klimaanlage zeitweise außer Kraft ist. Außerdem werden wir alle wieder daran erinnert, wo wir uns eigentlich befinden und wie viel Strom wir verbrauchen.

Die administrative und logistische Organisation der Tagung lag in den Händen der Mitarbeiterin des CI Generalsekretariats in Genf, Alessandra Brovelli. Sie hat bereits vor mehr als vier Monaten mit der Planung begonnen. Normalerweise bleibt ihre Arbeit im Hintergrund, dabei ist sie doch der Grund dafür, warum wir hier alle sitzen können. Das sollte gewürdigt werden, finde ich. Alessandra hat gemeinsam mit Kimberly Bennett von CARE Sambia dafür gesorgt, dass alles reibungslos abläuft: Alessandra war etwa im Vorfeld der Sitzung zuständig für die Aufbereitung und rechtzeitige Verschickung der Dokumente an alle Teilnehmer (es waren immerhin 32 Dokumente teils erheblichen Umfangs). Außerdem mussten die Hotelbuchungen vorgenommen werden, in Visa-Angelegenheiten wurde geholfen, die Koordination mit CARE Sambia musste abgesprochen werden und, und, und…

Vor Ort standen die beiden auch vor einigen Herausforderungen, denn irgendetwas geht ja immer schief. Alessandra und Kimberly haben in den letzten beiden Wochen fast rund um die Uhr gearbeitet. Nicht zuletzt ist Alessandra für die Protokollierung der Sitzungen zuständig. Ich sah sie in den letzten beiden Tagen ständig mir ihrem Laptop durch die Gänge laufen und von einer Sitzung zur nächsten hasten. Dem Board Meeting vorgelagert sind nämlich die Sitzungen der Komitees, in die die CARE Mitgliedsländer ihre Vertreter entsenden. Unsere Vizepräsidentin Brigitte Schulte war Mitglied des „Executive Committee“, CARE Generalsekretär Dr. Anton Markmiller vertritt uns im „Finance, Audit and Risk Committee“. Neben diesen beiden Komitees gibt es noch das „Governance and Nominations Committee“ und das „HR Safety and Security Committee“. Wie in einem Parlament werden die Entscheidungen oder Aufträge des Board in den Komitees vorbereitet bzw. umgesetzt.

Sieben Milliarden Menschen leben  nun auf dieser Welt

Das Board Meeting wird eröffnet durch den Präsidenten von CARE International, Ralph Martens. Er war bis zu diesem neuen Amt ehrenamtlicher Vorsitzender von CARE Österreich. Dem Bord berichtet heute das CARE International Sekretariat mit Sitz in Genf, dessen Generalsekretär Dr. Robert Glasser anschaulich die Herausforderungen unserer Organisation schildert: Inzwischen leben mehr als sieben Milliarden Menschen auf der Welt, und der Klimawandel verschärft die Armut erheblich. In diesem Kontext muss CARE seinen Auftrag der Armutsbekämpfung so wirkungsvoll wie möglich umsetzen. Insgesamt 11 Punkte stehen auf der Tagesordnung. Jede Vertreterin und jeder Vertreter der 12 Mitgliedsorganisationen sowie des „affiliate member“ CARE Peru tragen ihre Erfahrungen und Ansichten zu den Diskussionen bei.

Am Ende des Tages freuen sich alle Vorstandsmitglieder nach fast acht Stunden Beratung auf ein gemeinsames Abschiedsabendessen und ein Wiedersehen in Kopenhagen im Juni 2012. Am nächsten Tag steht für alle die Heimreise oder Weiterreise in Projekte an.

Ich bin froh, dabei gewesen zu sein und dieses Gefühl erlebt zu haben, Teil einer großen CARE-Familie zu sein, Ich hoffe, es gelingt mir, dieses Gefühl zurück in Bonn den Kolleginnen und Kollegen vermitteln zu können.

Einsatzorte

Ein Gedanke zu “Der große Tag und Abschied von Sambia

  1. Ich hoffe, es gelingt Ihnen, das erlebte „Familiengefühl“ auch in Ihrer Arbeit produktiv umzusetzen. Immerhin steht vor uns allen eine große Aufgabe. Damit meine ich nicht nur die von Dr. Glasser erwähnten Herausforderungen. Auch was ein einzelner in unserer Gesellschaft leisten kann, um Armut effektiv zu bekämpfen- darüber denke ich nach. Es sind ja nicht nur die großen Tagungen, auf denen großes geleistet wird. Auch wenn diese für eine Veränderung zum Positiven unentbehrlich sind. Als Einzelner blicke ich mich nun vor allem in meinem Alltag um und sehe die alltäglichen Probleme der Menschen um mich herum.

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