Ägypten: Ab in die Schule

Das Projekt "All Children Reading" zielt darauf ab, die Lesefähigkeit von Schülern zu verbessern. (Foto:CARE/Johanna Renner)

Das Projekt „All Children Reading“ zielt darauf ab, die Lesefähigkeit von Schülern zu verbessern. (Foto:CARE/Johanna Renner)

Male Thienken ist CARE-Referentin für den Nahen und Mittleren Osten sowie Südasien. In Ägypten hat sie vor Kurzem wieder die Schulbank gedrückt. 

Zum Besuch zweier Projekte bin ich auf Dienstreise in Ägypten. Das eine Projekt mit dem Namen All Children Reading wird von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) finanziert und läuft gerade erst an. Es geht darum, die Lesefähigkeit von Schülern von der vierten bis zur sechsten Klasse zu verbessern. Wir besuchen eine der Schulen, in denen das Projekt durchgeführt wird. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, weil es in Ägypten ein marodes Schulsystem gibt: Lehrer sind nicht ausreichend ausgebildet und Schülern fehlt es an Lehrmaterialien, insgesamt ist die Infrastruktur an Schulen in Ägypten einfach sehr schlecht. Das andere Projekt, genannt SPACE (Supporting Participation and Accountability for Communities’ Education), konzentriert sich ebenfalls auf den Bereich Erziehung und wird von der Europäischen Union (EU) finanziert. Ziel des Projektes ist es, Gemeinden mehr soziale Verantwortung für die Entwicklung ihrer Bevölkerung zu übertragen.

Besondere Herausforderungen in den Slums

Neben den Standorten Minya und Beni Suef, wo CARE Ägypten sehr viel Erfahrung hat, wird dieses Projekt auch in Giza, und damit in den Slums von Kairo, und der Region Fayoum durchgeführt. Die Arbeit in Slums wie Giza stellt für CARE in Ägypten eine besondere Herausforderung dar. Deshalb nutzen wir die Gelegenheit, an einem Training of Trainers vor Ort teilzunehmen. Das Training richtet sich an verschiedene Akteure des Projektes. Es wird ein Film gezeigt, in dem Menschen anderen Menschen eine Freude bereiten und dadurch eine Kettenreaktion auslösen. Im Anschluss an den Film wird in die Runde gefragt, was die Zuschauer gesehen haben. Dabei wird deutlich, wie schwer es den Teilnehmern fällt die Situationen zu interpretieren und Schlussfolgerungen zu ziehen. Es macht Spaß, dem Training zu folgen, und am liebsten würde ich aktiv daran teilnehmen, aber heute bin ich nur als Beobachterin hier.

Auf dem Weg zu mehr Eigenständigkeit

Am dritten Tag fahren wir nach Fayoum, genauer nach Tunis in der Region Fayoum, etwa 90 Kilometer südwestlich von Kairo. Dort angekommen ist es schön zu erfahren, wie sehr sich unsere Partnerorganisation und andere Akteure der Gemeinde mit dem Projekt identifizieren. In Gesprächen kann ich ganz klar heraushören, dass es den Menschen vor Ort ein großes Anliegen ist, die Gesellschaft zum Umdenken zu bewegen, weg von der Hoffnung auf Sachleistungen und Spenden hin zu Eigenständigkeit und aktiver Einbindung in die Weiterentwicklung. Und das in einer Gegend, wo es seit einem halben Jahr kein fließendes Wasser gibt und regelmäßig die Elektrizität ausfällt.

Weitere Informationen zu der Arbeit von CARE in Ägypten finden Sie hier.

Einsatzorte

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