Ankunft in Malawi
Von Martina Deller
Malawi, 7. Dezember 2008. Gerade fängt es wieder an heftig zu regnen, und ich hoffe, die E-Mail mit dem Blogtext geht durch.
Malawi, eines der ärmsten Länder dieser Erde, im Südosten Afrikas gelegen, ist etwa ein Drittel so groß wie Deutschland. Es ist von Sambia im Osten, Mosambik im Süden und Westen und von Tansania im Norden umringt.
Bestimmend für Malawi ist der Lake Malawi, der sich über eine Länge von etwa 500 Kilometer östlich an Malawi vorbeischlängelt und gleichzeitig die Grenze hin zu Mosambik markiert.
Das Klima ist tropisch, Anfang Dezember hat die Regenzeit bereits begonnen. Der Regen setzt im Süden ein und zieht dann weiter Richtung Norden, in die Berge von Malawi. Lilongwe ist die Hauptstadt von Malawi mit 400.000 Einwohnern, sie wirkt auf mich eher wie eine kleine Provinzstadt. Entsprechend ist die Infrastruktur. Es gibt kaum Internetanschlüsse, keine großen Geschäfte, und der Strom fällt regelmäßig bei einsetzendem Regen aus.
Hier in Lilongwe befindet sich das Länderbüro von CARE mit 120 Mitarbeitern, unter der Leitung der amerikanischen Kollegen. Die Arbeitsbedingen sind nicht einfach. Zu dieser Jahreszeit ist es schon fast normal, dass man nur ein- bis zweimal pro Woche E-mails schicken kann.
Hier in Afrika ticken die Uhren anders, die Menschen machen zwar viele Dinge gleichzeitig, so scheint mir jedenfalls, dennoch geht alles langsamer von statten.
In Malawi betreut CARE Deutschland – Luxemburg in zwei Distrikten, abseits von den wenigen, gut ausgebauten Straßen – ein Projekt, das vor allem auf die gute Versorgung von Kindern unter fünf Jahren ausgerichtet ist. Kinder gibt es hier viele. Die Hälfte der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt. Das Projekt ist von CARE und der Europäischen Union finanziert, mit dem Ziel, in drei Jahren 125.000 Menschen zu helfen.
Dejan von Roman, unser Afrika-Referent, betreut das Projekt und ich begleite ihn.
Am Sonntag, den 7. Dezember 2008 geht die Arbeit los. Zum Ausruhen ist keine Zeit. Peter, der Projekt-Koordinator, besucht uns im Hotel. Die Planung der nächsten Tage wird gemacht, erste Fragen werden ausgetauscht. Peter kommt aus Malawi. Er ist für uns die Verbindungsstelle zu den ländlichen Gebieten, weit weg von den nur wenig existierenden gut ausgebauten Straßen, die von Nord nach Süd und von Ost nach West führen.
Er ist ein Malawi, kennt die Menschen hier, weiß aber auch um die Notwendigkeit einer guten und nach europäischem Standards durchzuführenden Projektabwicklung. Und so werden wir bereits am ersten Tag den Eindruck nicht los, dass hier ist alles ganz anders ist, in diesem schönen Land mit seinen so freundlichen und netten Menschen.
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Tags: Afrika, Ernährung, Ernährungssicherheit, Hunger, Hungerkrise, Malawi, Nachhaltigkeit, unterernährte Kinder


