Armut, Vertreibung und Ausgrenzung: Die Gegenwart der Roma

Von Marie Pieper, Studentische Hilfskraft in der CARE-Pressestelle.

Am 8. April ist Internationaler Tag der Sinti und Roma. Roma – die sind kriminell, faul und schmutzig? Leider scheinen diese Vorurteile in vielen europäischen Gesellschaften sehr tief zu sitzen. Doch wie falsch diese Anschuldigungen tatsächlich sind, ist den wenigsten bewusst. Roma haben es alles andere als leicht. Sie leben auf dem Balkan am Rande der Gesellschaft, oft in Ghettos, ohne Strom und fließend Wasser. Sie werden diskriminiert, finden keine Arbeit, können ihre Kinder nicht zur Schule schicken und sind Gefahren wie Menschenhandel und sexualisierter Gewalt ausgesetzt.

CARE hilft schon lange – doch gesellschaftliche Akzeptanz bleibt eine Herausforderung

CARE arbeitet schon seit vielen Jahren für die Integration von Roma und die Verbesserung ihres Lebens, zum Beispiel in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Arbeit. Einige Erfolge wurden schon erzielt. So ist etwa die Zahl der Roma, die an Universitäten eingeschrieben sind rasant gestiegen. Mit dem Projekt „Better Future“ setzt CARE sich für die Rechte von Roma-Frauen in Bosnien-Herzegowina ein und stärkt sie wirtschaftlich und politisch. Auch die Wohnsituation von Roma konnte CARE mit eigenen Wasseranschlüssen für Häuser erheblich verbessern. Doch zufriedenstellend ist die Situation noch lange nicht. Viele Kinder können immer noch nicht zur Schule gehen, Roma dürfen in der Politik nicht mitreden und die meisten Familien leben in unzumutbaren Verhältnissen. Ihre Siedlungen bestehen meist aus heruntergekommenen Hütten oder alten Wohnwagen ohne Wasser und Strom.

Ein Portrait von Begzada Beganovic vor einem Bücherregal

Begzada Beganovic arbeitet in einem Jugendzenrum für Roma in Bijeljina. “Otaharin” ist eine Partnerorganisation von CARE. (Foto: CARE/Claudia Adolphs)

 

Integration durch Fußball

Dass die Vertreibung und Ausgrenzung der Roma ein Ende haben muss, findet nicht nur CARE, sondern auch die Europäische Union. So wurde 2016 der EU Roma Integration Award an Projekte verliehen, die besonders zur Integration und Stärkung der Roma beitragen. In Bosnien-Herzegowina gewann Otaharin, eine Partnerorganisation von CARE, diesen Preis. Im Zuge des Sport for Social Change and Education Projekts wurde der Otaharin Fußballclub gegründet. Darin spielen Roma-Kinder gemeinsam mit anderen Kindern in Bosnien-Herzegowina Fußball. Das Ziel ist, dass Roma-Kinder durch Sport persönliche Hindernisse überwinden, soziale Kontakte knüpfen und so in die Gesellschaft integriert werden. Zusätzlich zu den Fußballstunden werden alle Kinder zu Themen wie Hygiene und Gesundheit unterrichtet. Bis heute konnten damit schon über 80 Roma-Kinder erreicht werden.

Roma müssen in ihrer Gemeinde mitreden dürfen

Damit sich die Situation der Roma ändert, ist es wichtig, dass sie in ihrer Gemeinde mitreden können. Ein großes Problem ist nämlich, dass sie von wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen ausgeschlossen werden. CARE hat daher ein Projekt ins Leben gerufen, das 40 junge Roma-Frauen und –Männer zu Führungspersönlichkeiten ausbilden soll. Mit diesem Projekt werden junge Aktivistinnen und Aktivisten gestärkt, damit sie sich für den Schutz ihrer politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte einsetzen können. CARE führt Workshops durch, in denen Roma lernen, wie sie für ihre Rechte kämpfen können. Außerdem werden Kleingruppen organisiert, in denen die Teilnehmer sich zu den Themen Menschenrechte und Inklusion miteinander austauschen.

Erst wenn Roma Teil ihrer Gemeinden werden und mitreden dürfen, ist CAREs Ziel erreicht. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, doch wir wissen, dass unsere Projekte dabei helfen. Um diese Förderprogramme weiterführen und ausbauen zu können bitten wir Sie um Ihre Mithilfe. Nutzen Sie den diesjährigen Internationalen Tag der Sinti und Roma, um Roma-Familien mit Ihrer Spende zu helfen.

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