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Berlin: “Arm aber sexy”

Von Chandara Tith

Ich fahre nach Berlin.

Ich in Berlin. Mit dem Fahrrad war ich einen ganzen Tag unterwegs, um die Stadt zu erkunden. (Foto: Tourist)

Ich in Berlin. Mit dem Fahrrad war ich einen ganzen Tag unterwegs, um die Stadt zu erkunden. (Foto: Tourist)

Dieser Trip ist schon seit einiger Zeit geplant. Am Tag der Abreise bin ich bereits eine Stunde vor Zugabfahrt im Bahnhof – ich will verstehen, wie das deutsche Bahnnetz funktioniert. Glücklicherweise ist es nicht so kompliziert wie erwartet. Ich sitze im Zug. Er fährt los. Mein Herz fängt heftig an zu schlagen. Zum ersten Mal in meinem Leben sitze ich in einem Hochgeschwindigkeitszug!

Meine Kollegen aus Bonn erzählten mir alle, dass ich Berlin lieben werde. Auf jeden Fall würde ich eine tolle Zeit dort haben. Das machte mich natürlich neugierig. Ja, ich freute mich immer mehr, die deutsche Hauptstadt kennen zu lernen. Fünf Stunden und 15 Minuten später ist es dann so weit: Ich bin in Berlin.

Die CARE Kollegen aus Berlin holten mich vom Bahnhof ab und zeigten mir gleich ein wenig die Stadt. Die ganzen Touristen haben mich schon sehr beeindruckt. Es gibt so viele von ihnen in Berlin, das hätte ich wirklich nicht erwartet. Alle paar Minuten sieht man einen dieser Sightseeingbusse an einem vorbei fahren.

Berlin ist arm aber sexy?

Gleich am ersten Tag meiner Ankunft erzählte mir ein Berliner Kollege, dass es da so ein Zitat des Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit gibt: „Berlin ist arm aber sexy“. Das klang wirklich interessant und ich dachte darüber nach. Ich fragte eine Freundin aus Berlin: „Ist Berlin sexy?“ Sie war erstaunt über diese Frage und meinte, dass sie das nicht fände. Sie fragte mich dann allerdings, ob sie sexy sei.

Was genau bedeutet dieses Zitat? Ich denke es ist wohl eher eine Marketingstrategie, um Touristen anzulocken. Bei mir hat dieser Spruch beispielsweise auch gleich Interesse geweckt und Neugier auf die Stadt erzeugt. In Berlin angekommen, habe ich dann die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten näher unter die Lupe genommen – ich wollte unbedingt erfahren, was die Stadt so sexy macht und warum sie solch ein Touristenmagnet ist.

Für mich war es wirklich spannend in einer Stadt zu sein, die einmal geteilt war. Ich habe mir die Mauer angeschaut und habe versucht mir vorzustellen, wie eine Stadt und sogar ein ganzes Land in einen demokratischen und einen kommunistischen Teil geteilt war. Die wiedervereinigte Stadt ist heute bekannt für ihr umfangreiches Angebot an Kultur, Medien, Politik und Wissenschaft und gehört außerdem zu den beliebtesten Reisezielen in Europa.

Kambodscha wird ebenfalls von Touristen viel bereist. Ein Bericht des Kambodschanischen Ministers für Tourismus zeigt, dass die Anzahl der Touristen während der ersten sechs Monate diesen Jahres um 12 Prozent gestiegen ist.

Das Bradenburger Tor ist ein bekanntes Wahrzeichen in Berlin. Den Angkor Wat hingegen kennt man überall in Kambodscha. (Foto: Chandara Tith)

Wegen ihrer einzigartigen Natur und den vielen historischen Stätten und Tempeln gehört die Region Siem Reap zu den bekanntesten Touristenzielen. Berlin ist bekannt für das Brandenburger Tor, wohingegen man in Siem Reap zuerst den Tempel Angkor Wat besucht – ein Symbol des Kambodschanischen Königreichs.

Auf dem Fahrrad einmal quer durch die Stadt

Ich hatte Angst, dass ich zu wenig Zeit in Berlin haben werde. Am Samstag habe ich mir von meinem Kollegen ein Fahrrad ausgeliehen, mir eine Karte besorgt und bin los auf Stadtbesichtigung gefahren.
Berlin ist so groß, dass man gar nicht alles besichtigen kann. Wenn ich Leute nach dem Weg oder einer Straße gefragt habe, blickte ich häufig in sehr ernste Gesichter. Letztendlich habe ich den ganzen Tag auf dem Fahrrad verbracht, um mir so viele Orte wie möglich anzusehen und noch mehr Fotos zu machen. Schließlich will ich den Menschen in Kambodscha zeigen, wie Deutschland ist. Am Ende meiner Stadttour habe ich mich überhaupt nicht müde oder kaputt gefühlt und das Wetter war auch ideal, um die Stadt zu erkunden.

Ich fühlte mich um drei Jahre zurückversetzt. Als Erstsemestler in Phnom Penh fuhr ich auch noch mit dem Fahrrad. Allerdings war ich nach fünf Minuten immer schon total durchgeschwitzt. Es ist einfach so heiß und der Verkehr macht es einem als Fahrradfahrer auch nicht wirklich leicht. Deshalb sind die meisten Studenten lieber mit dem Moped unterwegs. Ein Jahr später verkaufe meine Mutter ein Stück Land und kaufte mir von dem Geld ein Motorrad.

Ein tieferer Einblick in das akademische Know-how

Ich hätte mir niemals erträumen lassen einmal in der Hauptstadt Deutschlands zu sein und dort zu arbeiten.  An einem Wochenende öffneten die Bundesministerien in Berlin ihre Türen für die Öffentlichkeit. Am frühen Sonntagmorgen war vor dem Kanzleramt bereits eine Menschenschlange, die die Kanzlerin sehen wollte.
Im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) haben CARE und andere NGOs Stände aufgebaut, um die Besucher über ihre Arbeit zu informieren. Botschaften waren auch vertreten.

CARE zu Besuch im BMZ. Hier haben wir den Besuchern kleine CARE Pakete gegeben. (Foto: Chandara Tith)

Obwohl ich nicht im Kanzleramt war, hatte ich einen interessanten Tag im BMZ. All die Botschaften und NGOs haben das BMZ für diesen Tag zu einer bunten, multikulturellen Welt gemacht. An unserem CARE Stand habe ich versucht mich mit den Besuchern zu unterhalten. Einige konnten allerdings kein Englisch, dann habe ich versucht durch Körpersprache mit ihnen zu kommunizieren.

Letztendlich war eine Woche mit CARE in Berlin nur eine kurze Zeit, aber ich habe trotzdem viel gelernt. Wenn ich nicht auf Stadterkundung war, habe ich für CARE im Berliner Büro gearbeitet. Außerdem habe ich auch die Botschaft von Kambodscha besucht, die Deutsche Welle, Motor FM, die Konrad Adenauer Stiftung, das BMZ und auch die CARE Kampagner, die auf öffentlichen Plätzen Werbung für CARE machen.

Erstaunliches in der zeitgenössischen Kunst

Doch es geht noch weiter. Ich habe in Berlin auch etwas über deutsche Kunst gelernt. Deutschland ist auch bekannt für moderne Kunst und Kultur. Ich habe zum Beispiel eine Kunstgalerie in einem recht alten und heruntergekommenen Haus gesehen, dem Tacheles.  Es gab dort soviel moderne und abstrakte Kunst zu sehen, dass es wirklich lange gedauert hätte, bis man jedes Werk versteht.

Am gleichen Tag habe ich mir auch ein Theaterstück in der Schaubühne angeschaut, denn CARE hatte dort auch einen kleinen Stand, um Spenden für Pakistan zu sammeln. Das Stück war ziemlich kompliziert und hinterließ bei mir viele Fragen. Doch trotz des fehlenden stringenten Handlungsfadens konnte eine gewisse Botschaft vermittelt werden. Ich fragte mich nur, wie man auf solche Ideen kommen kann, die das Publikum die ganze Zeit so zum Nachdenken und Stirnrunzeln bringen können.

Eine Woche klingt zwar ziemlich kurz, aber ich habe extrem viele Dinge gemacht; es war alles andere als Zeitverschwendung. Mit dem Fahrrad fuhr ich durch die Stadt, als wäre ich Berliner. Das war eine wunderbare Zeit. Berlin ist für mich wirklich sexy. Und jetzt verstehe ich auch was es bedeutet: Berlin ist ein interessanter, aufregender und faszinierender Ort.

Jetzt heißt es: Auf Wiedersehen Berlin. Ich hoffe, ich werde eines Tages zurück kommen.

Wart ihr schon in Berlin? Wenn nicht, vielleicht wäre es ja ein Ziel eure nächste Reise. Wäre das nicht sexy?

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5 Kommentare to “Berlin: “Arm aber sexy””

  1. Nicole Says:

    Dear Dara,

    liked to hear, that you had a great time in Berlin. Once i was in Berlin i liked it not really. It was a cold atmosphere in my eyes. It was dirty, loud, noisy… just the point a met some Cambodian friends made my time their very happy. And Martin, once a teacher at DMC showed us Berlin. This time was great for me.

    By the way. I was also riding bycicle when i was in Phom Penh. It was easier for me, because i could drive to the places and do a stop where i want. Funny thing at the end of my time was, that i was sometimes quicker than motodup drivers ;)

    Greetings from my new time (for time)
    Nicole

  2. Chandara Says:

    Dear Nicole,

    When did you go there? To me, I don´t think Berlin is a dirty city. Most of the places look neat and cleaned now. I enjoyed it very much.

    It´s cood that you rode bike in Cambodia. Did you often get wet ? I agree that sometimes Bke is faster than the motorbike, but it has its advantages and disadvatages.

    Thanks,

    Dara

  3. Sabine Says:

    Berlin ist immer eine Reise wert! It´s a fantastic city.

  4. Nicole Says:

    Dear Dara,

    i was there in Berlin three years ago. Maybe Berlin stressed me to much. And perhaps it was just a “belly-feeling”.

    And yes i also got wet when i rided through Phnom Penh. But if i hadn’t to carry so much it was really great – felt so free :)

    Lovely greetings
    nicki

  5. Rama Says:

    Berlin ist in der Tat eine sehr schöne Stadt, die ich persönlich immer gern besuche. Siem Reap und die Angkor-Tempel mit dem Fahrrad zu erkunden ist aber auch etwas Wunderbares!

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