Bundesliga war gestern: Valeska Homburgs erste Tage in Sambia

Die Sportjournalistin und Moderatorin Valeska Homburg ist normalerweise in den Fußballstadien der Republik zu Hause. Nach Ende der Bundesligasaison reist sie nun nach Sambia und lernt die Bildungsprojekte von CARE kennen.

Valeska und Marlon Phiri. Er arbeitet für die CARE-Partnerorganisation ROCS. (Foto: CARE/Thomas Knoll)

Noch sieht alles nicht so aus, wie man sich Afrika vorstellt. Wir sind in Lusaka, der Hauptstadt Sambias. Von hier aus muss alles arrangiert werden, damit die nächsten Tage in den entlegenen Regionen glatt laufen. Morgen machen  wir uns auf den Weg in die North-Eastern Province: 850 km auf Straßen, die viel Diskussionsstoff liefern. Die einen sagen, die Straßen hätten sich in den letzten Jahren gewaltig gebessert. Die anderen zweifeln fast an deren Existenz. Wir werden es morgen sehen.

Marlon ist der Chef von ROCS – der lokalen Partner-Organisation von CARE.  Er empfängt uns heute im Büro von ROCS mit einem breiten auf den ersten Blick schon überaus sympathischen Lächeln. Gemeinsam mit ihm werden wir morgen im Jeep gen Norden starten. Marlon  kennt die Schulen, die wir besuchen werden, er kennt die handelnden Personen, er kennt sich aus. Wir besprechen mit ihm und seiner Crew, wie die Schulbesuche ablaufen sollen und holen uns letzte Tipps. Nebenbei  wird viel gelacht. Die unglaubliche Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Sambier begeistert uns.

Wir – das sind Dejan von Roman, der als Afrika-Referent von CARE der Erfahrenste von uns ist. Er war schon etliche Male in hier in Sambia  und wird – wo auch immer wir hinkommen – mit großem Hallo begrüßt. Dejan wird das Monitoring, also die Projektüberwachung an den Schulen durchführen und nimmt nebenher noch etliche andere CARE-Termine wahr. Thomas Knoll ist bei CARE verantwortlich für das Schulprojekt „Sambia macht Schule!“ und ist ebenfalls mit dem Kontinent vertraut, weil er mehrere Jahre in verschiedenen afrikanischen Ländern gearbeitet hat. Ich bin dankbar, dass ich die beiden begleiten darf.

Die Welt ein Dorf…

Nach unserem ROCS Meeting treffen wir den Kameramann, der uns die nächsten Tage bei unserem Trip begleiten wird. Charles ist ein drahtiger junger Typ mit hellwachen Augen. Er arbeitet als schreibender Journalist und als Kameramann.  Wir erläutern ihm, was wir an den Schulen vorhaben und besprechen die Reise-Details. Am Ende des Gesprächs erwähnt er beiläufig, dass er im letzten Jahr in Deutschland war. Er war als Journalist eingeladen beim Global Media Forum in Bonn – einer internationalen Konferenz der Deutschen Welle für Journalisten. Charles erzählt uns also von seinem Aufenthalt in Bonn.  Und wir erzählen ihm, dass in diesem Jahr Marlon von ROCS eingeladen ist, um beim Global Media Forum im Juni in Bonn über das CARE Projekt in Sambia zu sprechen. Auch Thomas und ich werden dabei sein. So klein ist die Welt!

Was „Chima“ ist, erfahren wir dann zwischen unseren Gesprächen bei einer kurzen Mittagspause. Viele, die in dieser Ecke der Stadt arbeiten treffen  sich in diesem Lunch-Hotspot. Im Speisesaal sitzen in erster Linie Männer. Es gibt getrockneten Fisch oder Fleisch und Chima. Das ist ein sehr sättigendes Mus aus Maismehl, was offenbar Grundnahrungsmittel ist und unserer Reisegruppe – wie uns angekündigt wird –  in den nächsten Tagen noch öfter begegnen wird. Der Fisch schmeckt köstlich, und Chima schmeckt eigentlich nach nichts, aber macht satt.

Proviant für die Reise in den Norden

Den Nachmittag nutzen Thomas und ich, um sambische Schulbücher zu organisieren, die wir mit nach Deutschland nehmen. Sie sind für die deutschen Partner-Schulen gedacht, die das Projekt hier in Sambia tatkräftig mit Spenden und sehr einfallsreichen Aktionen unterstützen. Die Schüler in Deutschland erfahren so, was man in Sambia im Unterricht so lernt. Umgekehrt haben uns die deutschen Schüler etliche Fragen mitgegeben, die sie von den sambischen Kindern gern beantwortet haben möchten. Wir spielen die Mittler und werden die Antworten mit zurück bringen.

Quirliges Treiben auf den Straßen Lusakas, der Hauptstadt von Sambia. (Foto: CARE/Sandra Bulling)

Dieser erste Tag war ein reiner Organisations-Tag. Aber die gute Vorbereitung musste sein. Denn über den Norden heißt es in meinen Reisebüchern „einfachste Versorgungsmöglichkeiten“. Wir freuen uns, morgen die Hauptstadt zu verlassen und in das Landleben einzutauchen. Das Southern Cross haben wir zwar bei unserem kleinen Abend-Spaziergang auch aus der Stadt gesehen. Wie das vom Land aus wirkt und erste Eindrücke vom Landleben in Sambia – dazu mehr im Blog in den nächsten Tagen aus dem Norden.

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