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Archiv für die Kategorie: ‘Erdbeben Haiti’

24 Stunden Haiti – Teil 2

Mittwoch, 06. April 2011

Das Guesthouse von CARE ist unser Zuhause und Rückzugsort nach einem langen Arbeitstag. (Foto: CARE/Wilke)

Das Guesthouse von CARE ist unser Zuhause und Rückzugsort nach einem langen Arbeitstag. (Foto: CARE/Wilke)

Der Alltag der humanitären Hilfe – im ersten Teil letzte Woche habe ich den Vormittag eines durchschnittlichen Tages im CARE-Büro erzählt, nun ist die Mittagspause vorbei und es geht auf zu Runde 2.

14.00h, der Nachmittag beginnt. Bei CARE Haiti treffen buchstäblich Welten aufeinander. Ein Großteil der Kollegen ist haitianisch, aber dazu kommen einige Experten aus aller Welt für die verschiedenen Projekte. Mein Büro liegt direkt neben der Eingangstür und ich höre den ganzen Tag über Begrüßungen und Wortwechsel in den verschiedensten Sprachen. Von Englisch, Französisch und Spanisch über Kreolisch bis zu Swahili ist alles dabei. Wir haben oft Gäste, CARE-Kollegen aus dem Regionalbüro für Lateinamerika oder aus Atlanta, USA, Delegationen von unseren Geldgebern, Experten für Projektevaluation und so weiter. Das ist natürlich immer ein logistischer Aufwand für meine Kollegen, die Hotels buchen, Transport organisieren und sich um die Betreuung kümmern. Andererseits helfen die Besuche auch. Eine Meinung von außen, ein kritischer Blick aus anderer Perspektive oder eben auch ein Lob und ein „Weiter so“ unterstützen uns, in unserer Arbeit immer besser zu werden. weiterlesen »

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Worte finden.

Mittwoch, 23. März 2011

Die Welt starrt seit knapp zwei Wochen sprachlos nach Japan. Und gleichzeitig überschlagen sich in Libyen die Ereignisse. Es gibt viel zu verstehen und zu erklären, Journalisten haben im Moment keinen leichten Job.  Wie findet man die richtigen Worte?  Atomarer GAU, Krieg, Katastrophe. Jeder Begriff hat seine Geschichte, seinen Kontext und seine Wirkung. Und obwohl wir bei solch großen Ereignissen eine weltweite Solidarität und Aufmerksamkeit erleben, zeigen sich doch oft auch die Schwierigkeiten des Verständnisses für Fremdes, Komplexes. Wie neulich in Haiti:

Wie in Haiti vor mehr als einem Jahr haben Erdbeben und Tsunami jetzt in Japan weite Teile des Landes zerstört. (Foto: CARE Japan)

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Japan hält alle in Atem

Freitag, 18. März 2011

Die Gerüchteküche in Asien kocht

Auf dem Weg nach Phnom Penh, Zwischenstopp in Bangkok. Dunkle Wolken hängen über dem Rollfeld des supermodernen Flughafens, der nur aus Glas und Stahl zu bestehen scheint. Jeden Moment werden sich wohl die Schleusen öffnen zu einem monsunartigen Regenfall. Über dem riesigen Flachbildschirm im Wartebereich läuft ein Fernseher mit den neusten Schlagzeilen aus Japan. Ein dritter der Reaktoren von Fukushima scheint kurz vor der Kernschmelze zu stehen. Die Welt hält den Atem an! Ein unheimliches Gespenst geht um, Tschernobyl. Die Deutschen wissen, was das bedeutet, befindet sich der Unglücksreaktor von Tschernobyl doch keine 1500 Kilometer von Berlin.

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Haitianisches Déjà-Vu in Japan

Dienstag, 15. März 2011

Erdbeben, Tsunami und bevorstehende atomare Katastrophe: Die aktuellen Bilder aus Japan lassen uns nur erahnen, wie schwer das Land am 11. März 2011 getroffen wurde. (Foto: REUTERS)

Erdbeben, Tsunami und bevorstehende atomare Katastrophe: Die aktuellen Bilder aus Japan lassen uns nur erahnen, wie schwer das Land am 11. März 2011 getroffen wurde. (Foto: REUTERS)

Der 12. Januar 2010 wird in der Geschichte Haitis für immer als schwarzer Tag eingebrannt sein. Nun gilt das gleiche für Japan und den 11. März 2011. Im CARE-Büro in Port-au-Prince erfahren wir morgens die furchtbaren Neuigkeiten. „Aber es sind doch glücklicherweise nicht viele Tote, habe ich gelesen“, versucht eine Kollegin sich und mich zunächst zu beruhigen. Die horrenden Zahlen von Haiti, wo nach kurzer Zeit feststand, dass mit Sicherheit über 200.000 Menschen in den Trümmern gestorben waren, wurden für Japan zunächst noch nicht gemeldet. Aber als Mitarbeiter einer Hilfsorganisation kennt man das Schema: Die Todeszahlen steigen stündlich, die Wucht der Katastrophe spricht für sich. Das Beben maß 8,9 auf der Richterskala, darauf folgte ein Tsunami. Auch das gab es schon einmal. Seit dem 26. Dezember 2004 ist der Begriff Tsunami auf der ganzen Welt bekannt. Nun wird man wieder daran erinnert, warum er eine japanische Wortschöpfung ist, denn die Pazifiknation lebt in ständiger Gefahr von Erdbeben und anschließenden Riesenwellen. weiterlesen »

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Weiber statt Fastnacht

Mittwoch, 09. März 2011
Zum 100. Internationalen Frauentag haben sich alle in Léogâne schick gemacht. (Foto: CARE/Wilke)

Zum 100. Internationalen Frauentag haben sich alle in Léogâne schick gemacht. (Foto: CARE/Wilke)

Sie kommen aus allen Richtungen – zu Fuß, auf der Ladefläche von Kleinlastern, mit Motorrad-Taxis.
Mädchen in blütenweißen Sonntagskleidern mit spitzenbesetzten Söckchen, Frauen in eleganten Kostümen, modischen Kleidern und mit verschiedenstem Haarschmuck. In meinem CARE T-Shirt und Turnschuhen komme ich mir beinahe schäbig vor. Denn alle haben sich heute schick gemacht, hier in Léogâne, um etwas ganz besonderes zu feiern: sich selbst.  Es ist der 8. März, seit einhundert Jahren gefeiert als Internationaler Frauentag. In Haiti wurde er erstmalig in den 1990er Jahren begangen, Frauenbewegung und –ministerium haben einen großen Beitrag dazu geleistet, dass Geschlechtergerechtigkeit und Frauenrechte ihren Platz in der öffentlichen Diskussion finden.

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Haiti: Heimat mit Hindernissen

Montag, 28. Februar 2011

Im Landeanflug auf Port-au-Prince geht der Blick aus dem Fenster über die Stadt und auch von oben kann man deutlich die Ruinen und Zeltlager erkennen. Ich denke darüber nach, welche Menschen in dieses Land kommen und wer es wiederum verlässt. Der Gang durch den Zoll ist für Europäer einfach, drei Monate kann man sich in Haiti ohne Visum aufhalten. Täglich spucken die Flugzeuge internationale Helfer aus, aber auch Haitianer, die Verwandte im Ausland besucht haben oder andersrum ihre Familie in Haiti besuchen. Einige Quellen sprechen davon, dass 85 Prozent der Haitianer, die einen Hochschulabschluss haben, emigrieren. Insgesamt leben rund zwei Millionen Menschen außerhalb ihres Heimatlandes.

Kinder sind die Zukunft Haitis - wenn sie denn in ihrem Land bleiben. (Foto: CARE/Brooks)

Kinder sind die Zukunft Haitis - wenn sie denn in ihrem Land bleiben. (Foto: CARE/Brooks)

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Stolz und Vorurteile

Montag, 17. Januar 2011

Das war’s also. Der Jahrestag des Erdbebens in Haiti ist vorbei. Es ist viel geschrieben, gezeigt und gesagt worden, es wurde Anteil genommen, getrauert, gelobt und kritisiert. Viele Journalisten und Besucher waren in Haiti, um der Welt zu berichten, wo das Land heute steht. Auch unsere Fotoausstellung im CARE-Büro ist gelungen und bietet den Mitarbeitern den ganzen Monat über die Gelegenheit, Bilanz zu ziehen, miteinander über das vergangene Jahr zu reden und nach vorne zu schauen. Und hoffentlich auch ein bisschen stolz zu sein auf das Geleistete.

Unsere Fotoausstellung im CARE-Büro lässt die Mitarbeiter Bilanz ziehen, diskutieren, erinnern und nach vorne schauen. (Foto: CARE/Wilke)

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