#COP20: Positive Stimmung aus Peru

Klimakoordinator Sven Harmeling und das CARE-Team beim Klimamarsch in Lima, Peru. (Foto: CARE)

Klimakoordinator Sven Harmeling und das CARE-Team beim Klimamarsch in Lima, Peru. (Foto: CARE)

Peru ist ein beeindruckendes Land und durch die Freundlichkeit und Höflichkeit der Peruaner, die ich hier bei der Weltklimakonferenz treffe, fühle ich mich absolut willkommen. Ich bin sicher, den tausenden anderen Teilnehmern in Lima geht es genauso.

Im Mai dieses Jahres war ich bereits vor Ort, um mit Kollegen von CARE Peru und der peruanischen Regierung die Konferenz inhaltlich vorzubereiten. Dabei hatte ich auch die Gelegenheit mir in den Höhen der Anden, über 4000 Meter über dem Meeresspiegel, ein eigenes Bild vom Klimawandel zu machen, denn das rapide Verschwinden der Gletscher ist nur zu offensichtlich. Ich konnte auch sehen, wie viele Menschen und Gemeinschaften mit der Unterstützung von CARE nicht hilflos oder unbeteiligt die Konsequenzen hinnehmen, sondern nach Lösungen suchen, wie sie sich auf die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels vorbereiten können.

Die Menschen vor Ort machen einmal mehr deutlich, dass mehr Klimaschutz notwendig ist. Vor allem Industrieländer stehen in der Pflicht, damit die Klimafolgen nicht alle Anpassungsbemühungen zunichtemachen. Ganz konkret geht es für die peruanische Bevölkerung insbesondere um den Umgang mit sich ändernden Niederschlägen und langfristig steigender Wasserknappheit. Zu den Anpassungsstrategien gehören neben Informationsarbeit über den Klimawandel auch Aufforstungen, um die Hänge der Berge gegenüber Starkregen zu stabilisieren, die Wiedereinführung alter Kartoffelsorten, die weniger Wasser verbrauchen, aber auch die Befestigung von Gletscherseen, damit diese nicht plötzlich ausbrechen und am Unterlauf von Flüssen Schäden anrichten.

Überwältigend war in den letzten Wochen das Medieninteresse an CARE-Projekten in Peru. Nach einer ersten Journalistenreise im Oktober, an der dänische und deutsche Journalisten teilnahmen, klopfte im November das ZDF an. Das Ergebnis war ein spannender Bericht im heute-journal. Doch auch während der Klimakonferenz waren CARE Peru und Kollegen des CARE-Klimakompetenzzentrums mit französischen Journalisten in den Anden unterwegs, um über die konkreten Maßnahmen zu informieren.

Bei den Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen (UN) setze ich mich mit Kolleginnen und Kollegen von CARE und anderen Organisationen für mehr Klimaschutz, eine bessere Unterstützung der besonders von den Klimafolgen Betroffenen und insgesamt einen gerechtigkeits- und rechtsbasierten Ansatz ein. Dazu gehört auch das Streben nach mehr Geschlechtergerechtigkeit, sowohl in den UN-Institutionen als auch in der nationalen Umsetzung von internationalen Vereinbarungen. Dabei bin ich in Gesprächen mit Regierungsvertretern immer wieder beeindruckt, wie wichtig die konkreten Projekte und das Einbringen der Erfahrungen in diese politischen Prozesse eingeschätzt werden. Dies steigert die Glaubwürdigkeit, mit der CARE politische Positionen vorbringen kann. Darüber hinaus ist diese Konferenz aber gerade auch ein großer Austauschplatz, an dem sich Experten aus vielen Bereichen treffen und konkrete Erfahrungen miteinander teilen. Viele von ihnen sind extrem engagiert, weil sie die grundlegenden Herausforderungen des Klimawandels – und insbesondere seine Bedrohungen, er bleibt weiterhin nahezu ungebremst – für nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung erkannt haben.

Mit unserer CARE-Delegation vor Ort, die aus insgesamt zehn verschiedenen Ländern kommt, sind wir somit auch Teil einer wachsenden Bewegung, die die große Ungerechtigkeit des Klimawandels – die, die am wenigsten zu seinen Ursachen beigetragen haben, sind am stärksten betroffen – nicht hinnehmen wollen. Und auch wenn der Weg noch weit ist, so gibt es doch immer mehr Anzeichen, dass diese Botschaft auch in der internationalen Politik ankommt.

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