Das Fest der Reispflanze

Von Christina Ihle

Suntali Parga (rechts) mit ihrer Mutter und beiden Schwestern beim Reispflanzen (Foto: CARE/Ihle)

Die Dörfer der Chepang trennt oft ein tiefes Tal oder ein reißender Fluß von den Märkten, den Schulen, Straßen und Gesundheitsstationen der Region.

Um den Bewohnern dennoch Zugang zu dieser heute überlebenswichtigen Infrastruktur zu geben und sie mit Hilfsprogrammen erreichen zu können, finanziert Shanti Griha gemeinsam CARE oft den Bau kleiner Hängebrücken – so auch in Phedikhola. Als die Kinder unserer Gruppe über die Brücke folgen, beben die Planken unter unseren Füßen. Der Versuch, den spektakulären Blick in das Tal mit der Kamera einzufangen scheitert kläglich.

„Wessen ich nie müde werde auf dieser Reisen, das ist die Begeisterung der Kinder“, sagt Roger Willemsen. „Nie ist man zu erschöpft für den Überschwang, die Lebensfreude von ihnen, die immer anders und immer gleich gelebt zu haben scheinen, damit man eines Tages an diese Brücke kommt und sie einem entgegen toben mit ihre Neugier. Über jede Grimasse freuen sie sich, jede noch so kleine Gabe löst Begeisterung aus, und was immer man ihnen zeigt.“

Begeisterung auf beiden Seiten: Roger Willemsen mit Kindern (Foto: CARE/Ihle)

Auf der anderen Seite arbeiten wir uns über die Terrassenfelder langsam zu den Berghängen und den Dörfern vor. Heute ist das Fest der Reispflanze in Nepal. Die Kinder haben schulfrei. Jede Hand wird auf dem Feld und beim Einsetzen der Reispflanzen gebraucht. Wir sprechen mit den Frauen. Während die Männer den Boden mithilfe der Wasserbüffel lockern, stehen sie knöcheltief im Schlamm, Stunde um Stunde gebückt, um in einem unglaublichen Tempo die Pflanzen in die Erde zu drücken. Auch wir dürfen probieren und lösen Kopfschütteln, missbilligende Schnalzlaute und schließlich Lachen aus. „Wir sind froh, dass der Monsun begonnen hat“, sagt Suntali Parga. „Die jungen Pflanzen brauchen Regen. Zu lange war es trocken.“ Sie berichtet uns, dass die Ernte ihres Feldes reichen wird, um die Großfamilie sechs Monate zu ernähren. Hätten sie ein Bewässerungssystem, könnten sie im Winter noch einmal pflanzen, für eine zweite Ernte. Mit vielen anderen Gemeinschaften haben CARE und Shanti Griha Bewässerungssysteme wie diese bereits gebaut. Monika Knapp von Shanti Griha ermutigt Suntali, sich mit den anderen für ihren Wunsch in der Dorfversammlung stark zu machen. Wenn alle im Dorf bereit sind, zu einem Bewässerungssystem mit beizutragen, können CARE und Shanti Griha sich für eine Finanzierung engagieren.

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