Dead2Red – „Ich laufe für Flüchtlinge“

Reshma arbeitet für CARE in Dadaab, dem größten Flüchtlingscamp der Welt, in Kenia. Sie kennt die Not der Flüchtlinge. Ihre Motivation: „Ich möchte, dass die Flüchtlinge in Syrien wissen, dass sie nicht alleine sind“. (Foto: CARE/ Kevin Quma)

Reshma arbeitet für CARE in Dadaab, dem größten Flüchtlingscamp der Welt, in Kenia. Sie kennt die Not der Flüchtlinge. Ihre Motivation: „Ich möchte, dass die Flüchtlinge in Syrien wissen, dass sie nicht alleine sind“. (Foto: CARE/ Kevin Quma)

„Wir leben in einem Flüchtlingszeitalter, dem Zeitalter des Exils“ – Ariel Dorfman

Als ich die Universität besuchte, erfuhr ich von der weltweiten Flüchtlingskrise. Aber etwas über die Konflikte dieser Welt zu lernen ist nicht damit vergleichbar einem Flüchtling mit Namen, Identität und persönlichem Schicksal zu begegnen.

Wir gewöhnen uns schnell an diese Arbeit, die wir Katastrophen- und Entwicklungshilfe nennen, sodass wir oft die Menschen und deren Schicksale hinter den Statistiken vergessen.  Wir vergessen die Geschichte von Shukri, einer Frau, deren Ehemann in Somalia getötet wurde. Einer Frau, die auf ihrem Weg nach Kenia von mehreren Männern vergewaltigt wurde. Trotzdem hat sie es geschafft sich ins Flüchtlingscamp Dadaab durchzukämpfen. Und auch inmitten von Chaos findet sie immer einen Grund zu lächeln.

Ich traf Shukri während der Krise am Horn von Afrika im Jahre 2011 und ihre Flüchtlingsgeschichte geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die ihr Zuhause und ihr Hab und Gut wegen eines sinnlosen Konfliktes zurücklassen musste. Sie ist eine von mehr als zehn Millionen Menschen weltweit, die durch Konflikte dazu gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen.

„Niemand wünscht sich eine solche Situation“

Mehr als 3000 Kilometer von Dadaab entfernt leben mehr als 100.000 Menschen im Flüchtlingscamp Zaatari in Jordanien. Nach Dadaab ist Zaatari das zweitgrößte Flüchtlingscamp der Welt.  Neben Flüchtlingen, die in Camps leben, haben mehrere tausend Syrer in Jordaniens Städten wie der Hauptstadt Amman Zuflucht gefunden. Rund 70 Prozent aller syrischen Flüchtlinge in Jordanien leben im städtischen Gebiet.

In den Camps und in den Städten leben syrische Kinder, Frauen und Männer mit einem persönlichen Schicksal. Ihnen ergeht es ähnlich wie den Flüchtlingen in Dadaab. Sie sehen anders aus, sprechen eine andere Sprache, aber sie haben eines gemeinsam: Sie sind Flüchtlinge. Jeder syrische Flüchtling weißt nicht, ob er bald oder überhaupt jemals wieder in seine Heimat zurückkehren kann. Jede dieser syrischen Familien musste ihr Zuhause fluchtartig verlassen und konnte nur das Nötigste wie einige Kleidungsstücke und andere persönliche Gegenstände mitnehmen. Niemand wünscht sich eine solche Situation: Nachdem man Professor an einer Universität in Somalia oder Arzt in Syrien war, ist man plötzlich nichts weiter als ein mittelloser Flüchtling ohne Arbeitserlaubnis im Gastland und ohne eine Chance, unabhängig von Spenden für seine Familie zu sorgen.

Obwohl sich diese beiden Flüchtlingsgruppen nie kennengelernt haben, schaut die ganze Welt auf sie. Dadaab existiert mittlerweile seit mehr als zwei Jahrzehnten und bleibt weiterhin im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit, während das Zaatari Camp und die Städte Jordaniens seit Beginn der Syrienkrise vor drei Jahren in den Schlagzeilen stehen. Frauen und Kinder leiden am meisten unter den chaotischen Zuständen in den beiden Regionen.

CARE blickt auf eine lange Geschichte der Nothilfe in Flüchtlingskrisen auf der ganzen Welt zurück. Zurzeit unterstützt CARE unter anderem somalische Flüchtlinge in Dadaab und syrische Flüchtlinge in Jordanien mit der Verteilung von Lebensmitteln, Materialien für Notunterkünfte, Trinkwasser, Sanitär- und Hygieneeinrichtungen sowie psychologischer Betreuung.

„Jeder von uns könnte einer dieser Flüchtlinge sein“

Ich laufe am 13. März beim Dead2Red-Marathon vom Roten zum Toten Meer, weil ich von der CARE-Hilfe für Flüchtlinge überzeugt bin und die Welt wissen lassen möchte, dass es noch so viel zu tun gibt für Flüchtlinge überall auf der Welt. Jeder von uns könnte einer dieser Flüchtlinge sein.

Ich werde Nachrichten von Kindern aus dem Flüchtlingscamp Dadaab, von denen viele als Flüchtlinge geboren wurden und kein anderes Leben kennen, an syrische Flüchtlingskinder in Jordanien überreichen. Trotz ihrer Lebensumstände möchten Kinder aus Dadaab syrischen Mädchen und Jungen in Jordanien Hoffnung geben und zeigen, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind. Sie wollen syrischen Kindern und Jugendlichen zeigen, dass sie wissen was es heißt, sein Zuhause und bisheriges Leben aufgeben zu müssen. Sie wollen ihnen sagen, dass sie in Gedanken bei ihnen sind. Ich hoffe auch Nachrichten von syrischen Kindern zurück nach Dadaab bringen zu können, um eine langfristige Verbindung zwischen den Flüchtlingskindern beider Camps herzustellen.

Wir alle sind es den Flüchtlingen schuldig, jedem Einzelnen mit seinem individuellen Schicksal, mit seinen Freuden und seinem Kummer, zu spenden und ein Zeichen der Menschlichkeit und Solidarität  zu setzen. Wir müssen sicherstellen, dass diese Menschen trotz ihrer Lebensumstände ein Leben in Würde führen können. Also unterstützen Sie mich in meiner Mission, damit CARE weiter dringend benötigte Hilfe für Flüchtlinge auf der ganzen Welt leisten kann.

Wer Reshma, Johanna und das ganze CARE-Team von Dead2Red unterstützen möchte, muss kein Marathon-Läufer sein: Ein Klick reicht!

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