„Dem Seegras gehört die Zukunft“

von Katrin von der Dellen

Erste Resultate der neuen Anbauweise. (Foto: CARE / Katrin von der Dellen)

Erste Resultate der neuen Anbauweise. (Foto: CARE / Katrin von der Dellen)

Heute besuche ich eine unserer Projektgemeinden im Distrikt Luwu in der Südhälfte Indonesiens.  Die Erträge aus der Landwirtschaft sind hier aufgrund längerer Trockenzeit spärlich. Deswegen haben einige Farmer vor drei Jahren mit dem Anbau von Seegras begonnen. Die Idee haben sie aus Nachbardörfern, die bereits erfolgreich Seegras angebaut haben. In Luwu sind die Seegrasfarmer schon einen Schritt weiter als die im Distrikt Bone, über die ich in meinem letzten Blogbeitrag berichtet habe. Sie haben bereits an einer Schulung zu verschieden Anbaumethoden teilgenommen. Seit zwei Wochen sind die ersten Ableger im Meer ausgesät.
Mit dem Boot begleite ich die Seegrasfarmer zu ihrem Versuchsfeld. Bereits nach zwei Wochen kann man die ersten Unterschiede zu der konventionellen Methode sehen: Das Seegras ist schneller und kräftiger gewachsen. Seegrasfarmer aus Nachbargemeinden sind von diesen Ergebnissen genauso beeindruckt wie ich. Auch sie wollen auch die neue Anbaumethode anwenden. Dabei werden größere Setzlinge verwendet und der Abstand zwischen den Setzlingen vergrößert. Nach der Ernte des Seegrases wird es unter Ausschluss von Luft getrocknet. Gute Qualität zeichnet sich durch eine helle Farbe aus.

 

Qualitätsunterschiede beim Seegras

Qualitätsunterschiede beim Seegras

Die Seegrasfarmer rechnen mit einer Gewinnsteigerung von zehn bis zwanzig Prozent. Die erste Ernte wollen sie für neue Setzlinge verwenden.

Aber auch der Anbau von Seegras wird durch den Klimawandel erschwert. Die Seegras-Expertin Ibu Dinah analysiert deswegen die Auswirkungen des Klimawandels auf den Seegrasanbau in den kommenden 30 Jahren. Sie berät die Farmer und empfiehlt ihnen, was sie in den nächsten Anbauperioden berücksichtigen müssen.

Ibu Dinah ist sich sicher: Der Seegrasanbau ist die Zukunft. Für den Anbau braucht man weder Dünger noch Pestizide. So entstehen keine negativen Auswirkungen für die Umwelt. Momentan wird sogar geforscht, wie sich Seegras als alternativer Treibstoff verwenden lässt.

Mit dem Gefühl, an einem sehr innovativen und zukunftweisenden Projekt zu arbeiten, verabschiede ich mich aus Südsulawesi.

Einsatzorte

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