Der Klimawandel bedroht Millionen von Menschen

Die Umweltminister der Europäischen Union müssen ihre Position für den UN-Klimagipfel in Paris festigen. Das Hauptziel der Anfang Dezember stattfindenden Konferenz ist die Vereinbarung eines langfristigen und rechtlich verbindlichen Klimaschutzabkommens. Um die verheerenden Folgen des Klimawandels zu bekämpfen, müssen sich die Staaten verpflichten, ihre Emissionen zu reduzieren und die Anpassung an die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen voranzubringen. Die Erwartungen an das Treffen der EU-Umweltminister vergangene Woche waren hoch, dass sie ein klares und dringend benötigtes Signal zur Bekämpfung des Klimawandels senden und richtungsweisende Gespräche für die Verhandlungen in Paris führen.

"Insbesondere die in Armut lebenden Menschen, die am wenigsten für die Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind, tragen die Hauptlast der Folgen des Klimawandels", berichtet CARE-Klimaexperte Sven Harmeling. (Foto: CARE)

„Insbesondere die in Armut lebenden Menschen, die am wenigsten für die Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind, tragen die Hauptlast der Folgen des Klimawandels“, berichtet CARE-Klimaexperte Sven Harmeling. (Foto: CARE)

Die Klimakrise bedroht die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen
Insbesondere die in Armut lebenden Menschen, die am wenigsten für die Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind, tragen die Hauptlast der Folgen des Klimawandels. CARE sieht in seiner Arbeit bereits heute, wie der Klimawandel Fortschritte in den Entwicklungsländern zunichte macht und soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeiten verschärft. Zwar gibt es auch positive Entwicklungen, da viele Länder neue Klimaschutzzusagen zur Reduktion ihrer Emissionen gemacht haben. Dennoch müssen wir die Gefahren des Klimawandels noch entschiedener bekämpfen.

EU muss zu mutigen politischen Positionen kommen
Die Europäische Union ist auf einem guten Weg: In seiner Rede zur Lage der Europäischen Union markierte der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, „ein ehrgeiziges, robustes und verbindliches globales Klima-Abkommen“ als eine Priorität für die EU. Zudem einigten sich die EU-Außenminister kürzlich auf einen weltweiten Übergang zu einer sicheren, nachhaltigen und klimaresistenten kohlenstoffarmen Entwicklung als Voraussetzung für eine sichere und stabile Zukunft. 

Wichtige Schritte Richtung COP21
Die Beschlüsse der EU setzen ein Signal, dass langfristig die Abkehr von fossilen Energien und klimaschädlichen Emissionen unvermeidbar ist, um einen in großem Maßstab gefährlichen Klimawandel abzuwenden. Dies ist aber nur glaubwürdig, wenn die EU und alle Staaten bereits in den nächsten Jahren größere Klimaschutz-Schritte unternehmen als bisher angekündigt.

Insbesondere die Einbeziehung entwicklungspolitischer Aspekte, wie die Geschlechtergerechtigkeit und die Förderung der Menschenrechte und der Ernährungssicherheit, in die Bekämpfung des Klimawandels ist wegweisend für die Pariser Klimaverhandlungen im Dezember.

Die Umweltminister der EU haben es jedoch versäumt, ein den am meisten von den Folgen des Klimawandels betroffenen Länder eine verbindliche Unterstützung zuzusagen. Es muss ein Aktionsplan für die besonders betroffenen Menschen in Entwicklungsländern geschaffen werden, die ihr Zuhause, ihr gewohntes Leben und ihre Kultur durch die Folgen des Klimawandels zu verlieren drohen. Sie müssen darin unterstützt werden, Maßnahmen zur Klimaanpassung umzusetzen und eintretende Klimaschäden zu bewältigen.

Die Europäische Union sollte ein klares Signal setzen, dass sie über die bisher versprochenen mindestens 40 Prozent Emissionsreduktion bis zum Jahr 2030 hinausgehen will. Maßnahmen zum Klimawandel sollten immer auch zur Umsetzung der Menschenrechte beitragen und Geschlechtergerechtigkeit befördern sowie negative Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Ärmsten vermeiden.

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