Der Wunsch nach Respekt

Sofia Papadopoulou ist Rechtsanwältin. In Thessaloniki berät sie für CAREs Partnerorganisation PRAKSIS Flüchtlinge.

„Sie wünschen sich nur, respektvoll behandelt zu werden. Darauf legen wir bei unserer Arbeit großen Wert”, sagt Sofia Papadopoulou. Sie ist Rechtsanwältin und arbeitet im Rechtsberatungszentrum von CAREs lokaler Partnerorganisation PRAKSIS in Thessaloniki. Das Sozialzentrum bietet eine kostenlose Beratung für gefährdete und soziale Randgruppen an. Sofia ist auf die Rechte von Einwanderern, Flüchtlingen und neuankommenden Asylsuchenden spezialisiert. Sie unterstützt damit ein gemeinsames Projekt von CARE und PRAKSIS, das von der Europäischen Kommission finanziert wird.

Sofia Papadopoulou berät einen Flüchtling im Büro

Sofia Papadopoulou arbeitet als Rechtsanwältin für CAREs lokale Partnerorganisation PRAKSIS in Thessaloniki. (Foto: CARE/Theodora Vangi)

„Bereits als die ersten Flüchtlinge in Griechenland ankamen wusste ich: diese Menschen können meine Hilfe brauchen. So begann ich, freiwillig bei PRAKSIS zu arbeiten. Nach schlimmen Kriegserfahrungen und der beschwerlichen Flucht brauchen die Geflüchteten verlässliche Informationen und jemanden, der sie in dieser neuen Umgebung an die Hand nimmt. Das macht diese Arbeit so wichtig”, erklärt Sofia.

In Griechenland stellen CARE und PRAKSIS zeitnah verlässliche Informationen zu den Rechten der asylsuchenden Bevölkerung bereit und begleiten sie durch das Asylverfahren. „Manchmal fehlt den Flüchtlingen nur die Gewissheit, dass sie das Prozedere richtig befolgen“, erzählt Sofia weiter. „Nachdem sie eine lange Zeit in einem Flüchtlingscamp verbracht haben, wo sie oft unter unmenschlichen Bedingungen leben mussten, haben sie das Gefühl, dass sie allein auf Gottes Gnade angewiesen sind, weil sich niemand um sie kümmert. Das verschlimmert ihre Angst und löst großen Stress aus. Wie alle Menschen möchten sie mit Respekt und Würde behandelt werden.”

„Die Flüchtlinge werden von vielen Menschen ignoriert oder sie erhalten ungenaue oder falsche Informationen zu den Gesetzen, ihren Rechten und dem Asylverfahren”, fährt Sofia fort. Im Dezember hat PRAKSIS das Asylverfahren von 21 Flüchtlingen begleitet, die meisten von ihnen waren Syrer. Die Nachverfolgung jedes einzelnen Falls ist wichtig und die Helfer freuen sich jedes Mal sehr, wenn eine Umsiedlung oder eine Familienzusammenführung genehmigt wird. „Die Flüchtlinge kommen nicht nur einmal zu uns. Als Anwälte gewinnen wir ihr Vertrauen und sie kommen wieder – manchmal einfach nur, um uns Neuigkeiten mitzuteilen. Es ist ein Erfolgserlebnis und motivierend, wenn wir positive Neuigkeiten von den Menschen hören, die wir betreut haben. Unsere Arbeit ist auch eine psychologische Unterstützung für die Menschen.”

Kinder spielen vor dem Tor einer Lagerhalle, die provisorisch als Lebensmittelgeschäft dient.

Spielende Kinder vor einem provisorischen Lebensmittelgeschäft in der Nähe von Thessaloniki. Noch immer sind viele Menschen in Griechenland gestrandet. (Foto: CARE/Sabine Wilke)

Aktuell leben 62.792 Flüchtlinge in Griechenland. Laut dem neuesten Bericht der griechischen Asylbehörde sind zwischen Januar und Oktober 2016 rund 36.750 Asylanträge eingegangen. Deren Bearbeitung dauert, noch immer sitzt eine große Anzahl an Flüchtlingen in Griechenland fest.

Für 2017 wünsche ich den Flüchtlingen viel Glück und einen Neubeginn, egal an welchem Ort auf der Welt. Für uns wünsche ich mir, dass wir das Durchhaltevermögen haben werden, unsere harte Arbeit fortzuführen, um so viele bedürftige Menschen wie möglich mit unserer Hilfe zu erreichen“, sagt Sofia.

Weitere Informationen zu unserer Arbeit in Griechenland erhalten Sie hier.

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