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Die Cholera kam im August

Von Axel Rottlaender

Sie hielt die blaue löchrige Strickjacke mit ihren Armen eng umschlossen, um nicht allzu sehr zu frieren. Hier oben wehte der Wind unangenehm kühl, obwohl der Himmel strahlend blau und es erst früher Nachmittag war.

Viel unterwegs: Axel Rottländer, stellvertretender Nothilfekoordinator von CARE im Gespräch mit Kollegen (Foto: CARE/Maas)

Ich war mit dem technischen Team von CARE Simbabwe in dem Distrikt Masvingo im Süden des Landes unterwegs. Die Distrikt-Hauptstadt, Masvingo liegt auf 1.200 Metern und das Gesundheitsstation liegt auf gut 1.600 Metern. In diesem Jahr ist der Winter in Simbabwe besonders kalt und die Brennholzhändler machen ein gutes Geschäft.

Freundlich begrüßte uns die Krankenschwester Lydia in der Gesundheitsstation in Rukono, einem kleinen Dorf oberhalb des Kyle-Staussees. Die Gegend ist malerisch, mächtige Felsen wechseln sich mit ausgedehnten Ebenen ab. Auf einer solchen Ebene befindet sich auch die Gesundheitsstation Rukuno. Die Station liegt in dem Gebiet, wo vor fast einem Jahr eine verheerende Cholera-Epidemie ausgebrochen ist. Die Gesundheitsstationen im ganzen Land waren nahezu machtlos gegenüber der gefährlichen Darmerkrankung. Tausende starben und Zehntausende infizierten sich mit Cholera.
Dabei waren es oftmals sogar die Gesundheitsstationen selbst, die zur Verbreitung der Krankheit beitrugen: Cholera verbreitet sich vor allem über das Trinkwasser und über Fäkalien. Vielen lokalen Behörden fehlt schlicht das Geld, um die sanitären Anlagen instand zu setzen oder für sauberes Trinkwasser in den Stationen zu sorgen. So setzte sich der tödliche Kreislauf auch dort fort.
Mit Unterstützung des Büros für humanitäre Hilfe der europäischen Kommission wird CARE die Instandsetzung der Gesundheitsstationen angehen. Ingenieure von CARE werden in den nächsten Wochen die notwendigen Reparaturarbeiten der Wasserversorgung und der sanitären Anlagen aufnehmen und mit der Umsetzung zügig beginnen. Bis Ende März 2010 sollen 45 Stationen in den Distrikten Masvingo und Mwenezi instandgesetzt sein. Damit lässt sich ein Ausbruch der Cholera zwar nicht verhindern, aber die Stationen können die Erkrankten besser versorgen und zur Eindämmung der Krankheit beitragen.

Schwester Lydia wünscht uns alles Gute als wir uns wieder auf dem Heimweg machen und sie hofft, dass die Arbeiten an der Gesundheitsstation bald beginnen können: „Letztes Jahr ist die Cholera im August ausgebrochen und mit Sorge denke ich an den kommenden August“, ruft sie uns zu, bevor sie sich wieder ihrer Arbeit zuwendet.

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