Die Früchte der Selbstversorgung

An meinem zweiten und dritten Tag habe ich die Möglichkeit, direkt mit Menschen zu sprechen, denen CARE geholfen hat, ihre Lebensumstände zu verbessern. Zunächst sind wir in Milangu, einer kleinen Siedlung mit etwa 250 Haushalten. Wir fahren über unbefestigte Wege mit riesigen Schlaglöchern vorbei an Wäldern, die trotz der Trockenheit immer noch grün sind, zumindest an den Stellen, die vom letzten Buschbrand verschont wurden. Dann werden wir sehr herzlich von Mitgliedern der Gemeinde und Mitgliedern des sogenannten „Area management committee“ (AMC) empfangen.

Nach der Begrüßung spricht einer aus der Gruppe ein Gebet. Alle stimmen in das abschließende Amen mit ein. Das ist hier in diesem christlich geprägten Land ein „Muss“. Ausgewählte AMC-Verantwortliche berichten uns danach stolz davon, wie sie mit der Hilfe von CARE verschiedene Projekte umsetzen: Da ist zum einen der sogenannte „social cash transfer“, bei den vor allem ältere alleinstehende Personen, die sich anders nicht versorgen können, pro Monat umgerechnet acht Dollar für ihren Lebensunterhalt erhalten. Verglichen mit einer durchschnittlichen Monatsrente in Deutschland in Höhe von etwa 1.900 Euro ist das ein sehr kleiner Betrag. Für die Menschen hier ist das jedoch die Chance, sich wenigstens Lebensmittel und bei Bedarf medizinische Versorgung leisten zu können. Dieses Programm führt CARE in Zusammenarbeit mit der sambischen Regierung durch.

Gemüse für die Bildung der Kinder

Dann zeigt uns der stolze Gartenbesitzer David Simasiku seine Tomaten, Paprika, seinen Kohl und andere Gemüsesorten, mit denen er seine Familie versorgt. Einen Teil des Gemüses kann er auf dem Markt in Livingstone verkaufen, einen anderen Teil liefert er an Hotels. CARE hat ihn und andere dabei unterstützt, sein Gemüse richtig anzubauen, zu verwerten und zu lagern. Mit diesem Wissen schafft er es, seine Familie zu ernähren und darüber hinaus Geld zu verdienen, das er etwa für die Schulgebühren seiner Kinder verwendet. Außerdem wurde mit Hilfe von CARE ein kleiner Staudamm instandgesetzt, der es ermöglicht, Wasser zu sammeln und für die Feldarbeit auch in Trockenzeiten vorrätig zu haben.

Zum Abschied dürfen wir Besucher aus Europa, den USA, Thailand und Japan die „afrikanische Orange“ probieren: Sie heißt Mawi, hat eine harte Schale und einen weichen Kern, der süß-säuerlich schmeckt und genau genommen aus lauter kleinen Kernen besteht, die man, nachdem man das Fruchtfleisch abgelutscht hat, ausspuckt. Es schmeckt ziemlich ungewohnt, aber herrlich erfrischend.

Einsatzorte

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