Das zerstörte Port-au-Prince

Dieses Mal besucht Judith Hoersch einige Viertel der zerstörten Hauptstadt Port-au-Prince und trifft den haitianischen Autor Gary Victor:

Der Präsidentenpalast in der haitianschen Hauptstadt wurde durch das Beben zerstört. (Foto: CARE/Evelyn Hockstein)

An diesem Morgen besuchen wir ein paar Viertel in Port-au-Prince und CARE-Mitarbeiterin Sabine Wilke ist sehr glücklich zu sehen, dass vor dem Präsidentenpalast das riesige Zeltlager geräumt wurde. Dass die Straßen wieder frei sind. ‚Hier war alles voll mit Zelten’, sagt sie und deutet über den Platz, der an einen Park grenzt – den größten in Port-au-Prince. Gegenüber ragt der zerstörte und in sich zusammengesackte Präsidentenpalast. Kaum vorstellbar, dass so ein riesiges Gebäude einstürzt wie ein Papphaus. Der Anblick ist zerstörend.

Wir fahren weiter zur Kathedrale, die einmal wunderschön gewesen sein muss. Das deuten die Fassaden noch an. Ein Tag nach dem Beben, so erinnert sich Sabine, sei hier eine Messe abgehalten worden. Obwohl ich nicht katholisch bin und ich keinen sonderlichen Bezug zu Kirchen habe, erschüttert mich dieses Bild ganz tief in mir drin. Eine Frau läuft auf mich zu und bettelt mich um ein paar Gourdes an und streckt mir Ihr Baby entgegen. Aber ich darf/kann/soll nichts geben. Ich bin hier als eine von CARE und logischerweise kann man als Hilfsorganisation keinen Leuten mal eben so Geld zu stecken. Das bringt auf lange Sicht auch nichts. Aber dennoch, alles in mir drin will und möchte und ich denke darüber nach was diese paar Gourdes für die Frau bedeuten würden und was sie für mich bedeuten. Wir reden hier über nicht einmal einen Euro. Man deutet mir einzusteigen und ich kann nicht mehr an mich halten. Ich schäme mich für mein Weinen und ich ärgere mich über meine Hilflosigkeit.

Die Kathedrale – einst sehr schön, heute leider zerstört. (Foto: CARE/Evelyn Hockstein)

Ich hatte mir vorgenommen, sehr aufmerksam mir selbst gegenüber zu sein auf dieser Reise und sehr bewusst damit umzugehen, wie ich mich verhalte und welche Gefühle ich ausstrahle. Ich möchte hier keine Mitleidsbekundungen tun. Das hilft den Menschen wirklich nicht weiter. Es gibt einen sehr großen Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl, das sehr wohl SEHR angebracht ist. Die Angst begleitet mich, dass in meiner Miene so was wie Mitleidsbekundungen und Distanz steckt, oder so verstanden werden könnte. So denke ich nicht und so fühle ich auch nicht. Aber es macht mich so wütend – dieses Ungleichgewicht zwischen den Welten. Dennoch dieses Bild der Kathedrale und die Frau mit ihrem Baby hauen mich um und so blicke ich aus dem Fenster und denke unwillkürlich darüber nach, was eigentlich wichtig ist im Leben? Was WIRKLICH wichtig ist im Leben und plötzlich erscheinen mir sehr viele Dinge und ‚Probleme’ aus meinem Leben in Deutschland sehr banal.

Carrefour – der Wiederaufbau

Weiter geht es nach Carrefour, das ist ein Stadtteil von Port-au-Prince und einer der Brennpunkte. Nicht das es schon vor dem Beben zu den absoluten Armutsvierteln gehört hat, nein, das Beben hat wirklich kaum noch einen Stein auf dem anderen stehen lassen. Im Vorbeifahren erklärt mir  Sabine Wilke, dass die Häuser hier von der Baubehörde untersucht und allesamt markiert wurden. Grün heißt, es ist noch bewohnbar, Gelb dass es wieder aufgebaut werden kann und Rot, dass es absolut nicht mehr bewohnbar ist. Außerdem haben Teile von Carrefour noch ein anderes Problem: Hier gibt es keine intakte Abwasserversorgung und in der Regenzeit steht hier fast alles unter Wasser…

Die Zerstörung ist überall zu sehen. Kaum zu glauben, dass es schon weit über zwei Jahre zurückliegt. Ein Ausblick über die Stadt. Dahinter liegt das funkelnde, türkise Meer – ein Ausblick, der einer Urlaubsbroschüre entsprungen sein könnte. Davor allerdings, ein Blick über Bauruinen, Baustellen, Schuttberge und Übergangshäuser.

CARE-Mitarbeiterin Sabine Wilke erklärt mir das Ampelsystem, nach dem die Häuser und deren Zustand gekennzeichnet sind. (Foto: CARE/Evelyn Hockstein)

Eine große Anzahl von Menschen ist seit dem Erdbeben wieder in Übergangshäusern oder aber hat zusammen mit CARE die Möglichkeit ihr Haus wieder aufzubauen. Diesmal aber erdbebenresistent. Weil das was hier noch rumsteht, will man so gar nicht wieder aufbauen. Bei dem nächsten Beben würde alles wieder in sich zusammenfallen. Der Hauptgrund für diese Verwüstung sind schlechte und bröselige Baustoffe, die von dünnen Stahlstangen zusammengehalten wurden. Man muss kein Baufachmann sein, um zu erkennen, dass diese Häuser keinem Beben standhalten würden.

Diese sogenannten ’Shelter’-Programme beinhalten: Übergangshäuser errichten, Häuser wieder aufbauen und ganz neue Häuser bauen. Das ist ein sehr langwieriges Projekt, weil erst einmal zwischen all den Ruinen und Schutthaufen, wieder Platz geschafft werden muss und die Leute Anleitungen und Baumaterial von CARE erhalten Ihre Häuser aufzubauen. Man kann nicht einfach hingehen und irgendwo Häuser hinbauen. Die ganze Gegend liegt auf einem Berg und es ist auch nicht viel Platz, da überall noch Bauruinen und Schuttberge stehen. Dennoch – es hat sich vieles getan, und obgleich ich noch nie hier war, sehe ich doch die kleinen und großen Erfolge. Ich darf einen Blick in ein Haus werfen, das wieder mit Hilfe von CARE aufgebaut wurde und lerne viel von Sabines Wissen. Aber schaut selbst in meinem Video!

Übergangshäuser

300.000 Häuser gingen kaputt und wurden untersucht und markiert, wie ich im Abschnitt vorher schon beschrieben habe. Nicht alle Häuser kann und will man wieder aufbauen und vieles kostet viel Zeit. Daher mussten standardisierte Übergangshäuser bereitgestellt werden. Sie sind etwas 20qm Meter groß und haben ein Fenster. Die Seiten sind aus Plastikwänden, das Dach aus einem robusten Wellblech. Natürlich keine Traumlösung, aber alles besser als im Camp. Die Camps sind das absolute Grauen.

Rund 300.000 Häuser wurden bei dem Beben teilweise schwer beschädigt. (Foto: CARE/Evelyn Hockstein)

Nun kommt die schwierigste Frage: Wie entscheiden die NGOs wer Anspruch auf ein solches Haus hat? Schnell hatten sich die Organisationen abgesprochen, wer welchen Bezirk abdeckt. CARE hat viel in Carrefour und der Region Léogâne unternommen, wie ich schon vorher berichtet hatte. Wie entscheidet man, wer ein Überganghaus braucht und wer am meisten Anspruch darauf hat? Das ist eine schwierige Frage, da die Antwort so einfach ist: ALLE! Aber alle auf einmal ging leider nicht, es waren 1,5 Millionen Obdachlose und so schnell konnten nicht alle in Übergangshäuser. Daher wurden erst einmal Frauen, Mütter, Kinder, Alte und Kranke berücksichtigt.

Die Übergangshäuser kranken an Sicherheit, manche sind viel zu heiß und in der Nacht zu kalt. Auch hier gibt es wirklich verschiedene Standards. CAREs Häuser haben zumindest ein Fenster. Ich habe auch Häuser gesehen, die halb so groß, komplett aus Plastik und ohne ein Fenster sind.

Ich treffe nochmals auf den Direktor der Schule ‚Pyramide’, als wir die Shelters besichtigen und er hat, gemeinsam mit seiner Mutter, das Übergangshaus umgebaut. Mittlerweile ist es von außen mit Zement verkleidet und hat innen Holzwände. Der ganze Umbau, erzählt er, hat ihn umgerechnet 590 Euro gekostet. Das ist sehr viel, und zwar soviel das kaum ein Haitianer in Notlage dieses Geld aufbringen kann. Manche haben auch an ihre Übergangshäuser ‚angebaut’ und nun eine kleine Terrasse oder einen Schuppen angrenzen lassen. So hat es gar nichts mehr von einem improvisierten zu Hause, sondern wirkt beinahe sehr heimisch.

Ein kleines Mädchen vor ihrem Übergangshaus. (Foto: CARE/Evelyn Hockstein)

Ich spreche mit einer jungen Frau – die mir später auch noch Nachhilfe im Dreadlock-Drehen gibt – und die mit ihren acht Geschwistern und ihrer Mutter in einem Übergangshaus lebt. Sie ist sehr scheu und es dauert ein bisschen, auch bedingt durch die Sprachbarriere, mit ihr warm zu werden. Das Haus ist nicht sicher. Hier kann jeder einfach das Plastik durchschneiden und in unser Haus eindringen, berichtet sie.

Ich frage sie, ob hier vorher ihr richtiges Haus gestanden habe und sie bejaht. Als ich ihr am Ende unseres Gesprächs viel Glück wünsche und ihr wünsche, dass sie bald wieder ihr richtiges Haus hat, lacht sie nur leise. Ob ich ihr dabei helfen mag, fragt sie mich. Nein, sage ich, ich kann Dir nicht helfen, aber ich kann den Menschen in meinem Land davon berichten, wie es Dir und Euch hier geht und dafür ein Bewusstsein schaffen, dass ihr weiter unsere ganze Kraft und Unterstützung erhaltet.

Camps

Nun fahren wir also doch in ein Camp. Ich bin unsicher, weiß nicht ob es OK ist hier einfach so reinzumarschieren. Aber ich versuche so ungezwungen und respektvoll wie nur eben möglich zu sein und darf feststellen, dass die Haitianer die hier immer noch Leben, sehr offen darüber sprechen. Evelyn, unsere Fotografin läuft vor mir her und begrüßt mit einem wunderbar amerikanischen ‚Bonjour’ die Kinder, die uns entgegen laufen. Von ihr kann ich noch viel lernen. Sie läuft mit einer Normalität durch Krisengebiete, als würde sie hier täglich ein und ausgehen.

Einige Menschen haben die Hoffnung bereits aufgegeben, die Camps jemals wieder zu verlassen. (Foto: CARE/Evelyn Hockstein)

Der Geruch ist grauenvoll. Alles hier ist grauenvoll. Enge stickige Gassen. Menschen, die vor ihren Zelten sitzen und in einer kleinen Wanne ihre Wäsche waschen, oder aber auf einem kleinen Brenner was zu essen kochen. Keine ‚Camp-Idylle’, sondern trauriger Alltag. Überall hocken sie und es riecht nach Schmutz und Dreck. Die Planen sind nach der Zeit auch schon vom Schmutz gezeichnet und die Regenzeit macht alles noch schlimmer. Eine Frau erzählt mir, dass sie nachts immer aufstehen muss, wenn es regnet (und es regnet hier oft nachts) und das Wasser aus dem Zelt schaufeln muss, damit ihre Kinder im Trockenen liegen. Die Angst ist groß, die Hoffnungslosigkeit überall spürbar.

Die Menschen hier haben sich ein wenig Ordnung verschafft und die Gassen benannt. So stapfe ich gerade als durch die ‚Grand Rue’ (Große Straße) und sage einem kleinen Jungen und einem Mädchen in einem Barbie T-Shirt ‚Hallo’, die mich anstarren und hoffen, ich bringe gute Nachrichten. Alle sind sehr freundlich. In den Camps so berichtet mir jemand, haben sich die Banden auch wieder breitgemacht, die aus dem Gefängnis geflohen sind nach dem Erdbeben. 7500 Inhaftierte haben, als das Gefängnis zusammenstürzte, ihren Weg in die Stadt gefunden und ‚regieren’ die Camps.

In einem der Camps in Carrefour. (Foto: CARE/Evelyn Hockstein)

Im Übrigen, um hier mal gleich einen Irrglauben zu nehmen: Es gibt keine Unicef Camps, CARE Camps, Oxfam Camps oder Samarita Camps. Es gibt ein Sean Penn Camp, das stimmt, aber auch hier haben andere mitgeholfen. Also soviel zu unserem/meinem Irrglauben. Die NGOs arbeiten hier Hand in Hand. Einer bringt die Planen, der Nächste kümmert sich um die Wasserversorgung und der nächste wiederum um die medizinische Versorgung. Ich spreche mit einer Frau, die seit dem Beben hier mit ihren Kindern lebt. Sie glaubt nicht, dass sie jemals hier wieder rauskommt. Was kann man da sagen? Ich wünsche ihr viel Glück und bin sicher, dass auch ihr bald geholfen wird.

Das Treffen mit Gary Victor

Das war natürlich aufregend. Nun hatte ich so lange an dem Hörbuch ‚Der Blutchor’ gesessen und dieses Hörbuch hat mich letztlich auch hierhin geführt. Bisher kannten Gary und ich uns nur von Fotos und als ich im Hotel Oloffson ankam, war ich tatsächlich etwas nervös. Gary Victor ist eine große haitianische Persönlichkeit und wirklich JEDER Haitianer kennt ihn. Neben dem, dass er zahlreiche Bücher geschrieben hat und einer der führenden haitianischen Autoren ist, machten ihn auch seine journalistischen Arbeiten landesweit bekannt. Für seine kritische Haltung der Politik gegenüber wird er zwar vom Volk geschätzt, allerdings nicht von denen die dieses Land vermeintlich ‚führen’.

Als er reinkommt, gibt es keine Berührungsängste. Keine komischen, unangenehmen Pausen. Eine herzliche Umarmung. Ein Treffen, das mich sehr erfreut und offensichtlich Gary auch. Sabine übersetzt das Gespräch mit ihm, denn ich verstehe mittlerweile wieder das meiste in Französisch, aber leider spreche ich viel zu wenig, um ein inhaltsvolles Gespräch zu führen. Mit Garys Englisch steht es ähnlich. Ich habe ihn heute regelrecht Löcher in den Bauch gefragt. Aber auch er hatte viele Fragen.

Gary Victor und ich. (Foto: CARE/Evelyn Hockstein)

Sehr bald kommen wir auf die Umstände zu sprechen. Er spricht es an und möchte wissen, wie es mir geht, wenn ich hier in Haiti rumfahre und all diese verstörenden Dinge sehe. Als ich entgegne, dass es mich sehr mitnimmt und das ich sehr traurig bin das alles zu sehen und so vieles davon nicht zu begreifen, nickt er nur und meint, das er tagtäglich sehr traurig und geschockt sei über die Lage. Wieder fällt der Satz, den ich so oft in den letzten Tage gehört habe: ‚Um Haiti zu verstehen, muss man sehr weit in der Geschichte zurückgehen. Haiti hat eine sehr komplexe Geschichte’.

Weiter sagt er, dass Haiti keinen Staat habe, das es keine Führung gäbe, die irgendwas Sinnvolles machen würde. Gleichzeitig steht er dem neuen Präsidenten sehr wohlwollend gegenüber. Michel Martelly ist ein sehr bekannter Musiker und neuer Präsident von Haiti. Nur habe er kein Parlament, das für ihn stimme und somit sind ihm, trotz aller guten Vorsätze, die Hände gebunden. Gary trinkt lächelnd seine Seven up, während er bestätigt, dass die Politiker seine Artikel nicht so sehr zu schätzen wüssten. Ob er jemals darüber nachgedacht hätte, das Land zu verlassen und nach Amerika oder Europa zu ziehen, möchte ich wissen? Nein, habe er nie, sagt er, ohne lange darüber nachdenken zu müssen. Er wäre durch und durch ‚Caribean’, er könne sich wohlmöglich vorstellen in einem anderen karibischen Land zu leben, aber niemals ganz woanders. Zu sehr sei er verwurzelt mit Kultur und Musik, mit den Menschen und der karibischen Seele.

Dann erzählt mir Gary von dem Tag des Bebens. Er war bei seiner Mutter an diesem Tag. Die Erde schrie, sagt er, ein schreckliches quietschendes Geräusch. Er war in Panik und krabbelte auf allen Vieren aus dem Haus heraus, gemeinsam mit seiner Mutter. Die Wände, erinnert sich Gary, wankten wie Blätter im Wind. Das war sehr erschreckend und seine Mutter blieb ruhig während er voller Panik war. Das Haus wurde nicht beschädigt. Als das große, erste Beben vorbei war, brachen alle Handynetze ab. Niemanden konnte man mehr erreichen, auch nicht auf dem Festnetz. Man konnte auch nicht mit dem Auto irgendwo hinfahren, da alle Straßen von Schutt voll waren. Es war alles in Nebelstaub getaucht. Gary bekam keine Verbindung zu seinen Kindern. Er rannte los und lief sechs Stunden durch die Stadt, es wurde Abend darüber. Er erinnert sich daran, dass er diese sechs Stunden seine Kinder für tot geglaubt hatte. In diesen sechs Stunden hat er Bilder gesehen, die ihn bis heute verfolgen. Als er im Finstern, am anderen Ende der Stadt endlich am Haus ankam, lagen seine Tochter und sein Sohn mit einer Freundin der Mutter im Garten. Die Mutter hatte sich auch auf die Suche nach wiederum ihrer Mutter gemacht. Seine Tochter war immer noch am Zittern und war völlig traumatisiert. Alle schliefen in ihren Gärten mehrere Tage lang, weil alle so viel Angst vor einem weiteren Beben hatten, erinnert sich Gary.

Gary Victor ist der Autor des Hörbuchs „Der Blutchor“. (Foto: CARE/Evelyn Hockstein)

Seitdem hat sich das Verhältnis zu seinen Kindern, zu seiner Frau und auch zu seiner Exfrau sehr stark verändert und ist sehr viel inniger geworden. Die Dinge, die man wertschätzt und die Prioritäten verändern sich schlagartig. Auch sein Schreiben habe sich verändert, er würde weniger intellektuell schreiben, dafür mehr vom Herzen. Es habe sein Leben sehr beeinflusst. Sein Verleger rät ihm, dass er ein Buch über diese sechs Stunden schreibt, die er durch die Stadt gelaufen ist und dachte, dass seine Kinder tot seien. Aber er kann das noch nicht. Zu nah sei das noch alles.

Eine Schule, an der er vorbeilief und die er zuvor in einem seiner journalistischen Artikel kritisiert hatte, wegen schlechter und dilettantischer Bauweise war eingestürzt. Bis ins letzte Stockwerk. Man hat gleich gesehen, dass es falsch gebaut sei, sagt Gary. Alle Kinder seien ums Leben gekommen, niemand habe es mehr aus dem Gebäude geschafft.

Dann reden wir aber auch über meine Heimat und über Berlin. Gary war ein paar Jahre vor dem Mauerfall als Journalist in Ostberlin und erinnert sich noch gut an die Tristesse und an all die grauen Farben und die Strenge, die er spürte. Ob es immer noch so sei? Nein, sage ich lachend. Wir Deutschen haben uns alle Mühe gegeben unsere eigene Geschichte auszuradieren und bis in die Unkenntlichkeit zu verändern. Gary und ich tauschen Ideen aus zu kulturellen Projekten mit und in Haiti und haben fest vor noch ein ganz konkretes Projekt umzusetzen. Aber das ist noch zu früh zum Erzählen!Nach vielen herzlichen Umarmungen und einigen Fotos verabschieden wir uns und wünschen einander weiterhin viel Erfolg. Wie froh ich bin, dass ich Gary treffen konnte. Es war ein wahnsinnig spannendes Gespräch und ich hoffe, dass noch viele Menschen mit dem Erlös des Hörbuchs CARE in Haiti unterstützen. Hier der direkte Link zu Amazon: Der Blutchor – Künstler lesen für Haiti. Von Gary Victor.

 

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