Haiyan: Eindrücke von den Philippinen acht Monate nach dem Taifun.

Am 8. November 2013 wurden die Philippinen von dem zerstörerischen Taifun Haiyan heimgesucht. Der Wirbelsturm hinterließ mit 6.300 Toten, 28.626 Verletzen, 1.785 Vermissten und vier Millionen Obdachlosen eine schreckliche Bilanz. CARE und seine lokalen Partnerorganisationen zählten zu den ersten Organisationen, die nach dem Taifun die Betroffenen in den ländlichen Gebieten mit Lebensmitteln versorgt haben. Da die Lebensmittel in Manila gekauft und mit LKWs in die Provinzen Samar und Leyte gebracht werden mussten, kamen viele Hilfsgüter aufgrund der mehrtägigen Wartezeiten an der Fähre und der zerstörten Infrastruktur erst einen Monat nach der Katastrophe in den Dörfern an.

CARE unterstützt Betroffene des Taifuns Haiyan beim Wiederaufbau ihrer Häuser und Lebensgrundlagen. (Foto: CARE)

CARE unterstützt Betroffene des Taifuns Haiyan beim Wiederaufbau ihrer Häuser und Lebensgrundlagen. (Foto: von der Dellen/CARE)

Wie sieht die Situation in den betroffenen Gebieten heute, gut acht Monate nach Wirbelsturm Haiyan aus? Benötigen die Menschen noch Unterstützung, um wieder auf eigenen Beinen stehen zu können? Um das herauszufinden, mache ich mich auf den Weg in die Provinz Leyte auf den östlichen Visayas.

Vom regionalen Flughafen in Tacloban unterwegs in die Projektgemeinden fahre ich an behelfsmäßigen Unterkünften und den Büros internationaler Hilfsorganisationen vorbei. Von den Vereinten Nationen über die Internationale Rote Kreuz Föderation bis zu zahlreichen NGOs sind hier immer noch alle vertreten. Ein Frachtschiff ragt mit dem Bug bis kurz auf die Straße, rund 25 Meter vom Meer entfernt. Das verdeutlicht die Kraft des Taifuns, der mit seiner Spitzengeschwindigkeit von 230 Stundenkilometern der stärkste je gemessene Taifun war.

Nach 45-minütiger Fahrt sind wir in dem Dorf Jabong in der Provinz Leyte angekommen. Meine Kollegin Jen von unserer lokalen Partnerorganisation ACCORD stellt mich dem Dorfvorsteher und Marivic, einem Mitglied des Hausbau Monitoringteams vor. CARE hat mit den Geldern von Aktion Deutschland Hilft nach dem Taifun 2.000 Haushalte mit Baumaterialien ausgestattet. Nach entsprechender Anleitung haben die Dorfbewohne gemeinsam ihre Häuser wiederaufgebaut.

Marivic wurde von den Dorfmitgliedern als Mitglied des Monitoringteams gewählt, neben ihr besteht das Team aus zwei Schreinern. Sie erzählt mir, dass ACCORD das Team in den von CARE entwickelten „Building back better“ Richtlinien geschult hat. Durch eine bessere Verankerung des Fundaments im Boden, Verstärkung der Holzrahmen durch Metallstreben und Holzquerstreben, einem Neigungswinkel des Daches von 30 Grad und Aluminiumdächern entstehen stabile Behausungen, die dem nächsten Wirbelsturm standhalten sollen. Die Aufgabe der Monitoringteams besteht darin, beim Wiederaufbau darauf zu achten, dass die vorgeschlagenen Verbesserungen auch umgesetzt werden. In Jabong haben von den dort lebenden 116 Familien 86 Familien Baumaterialien erhalten. Kriterien für die Auswahl waren der Grad der Beschädigung sowie die wirtschaftliche und familiäre Situation. Bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von sechs Personen reichten die zur Verfügung gestellten Materialien nicht für die Fertigstellung aller Häuser. CARE spricht gerade mit anderen NGOs darüber, wie die fehlenden Materialien noch beschafft und der Hausbau beendet werden kann.

Leticia, eine alleinstehende Witwe und Mutter von vier Kindern, kann sich mit der Hilfe von CARE Hühner und Saatgut kaufen. (Foto: CARE)

Leticia, eine alleinstehende Witwe und Mutter von vier Kindern, kann sich mit der Hilfe von CARE Hühner und Saatgut kaufen. (Foto: von der Dellen/CARE)

Neben den Häusern wurden viele Felder zerstört – eine der wichtigsten Einkommensquellen der Dorfbewohner in Leyte. In Jabong wurden die Reisfelder durch den Taifun beschädigt. CARE unterstützt Familien dabei, kleine wirtschaftliche Aktivitäten zu planen und bietet als Starthilfe nicht rückzahlbare Darlehen in Höhe von 50 Euro. Leticia, alleinstehende Witwe und Mutter von vier Kindern aus Jabong, nutzt dieses Geld, um damit Hühner und Saatgut für den Gemüseanbau zu kaufen. Falls die Ernte üppig ausfällt, plant sie, das Gemüse auf dem lokalen Markt zu verkaufen. Mit dem zusätzlichen Geld könnte sie Reis für sich und ihre Kinder kaufen. Ich sehe, dass die Versorgung mit Nahrungsmitteln hier immer noch unzureichend ist und viele der Betroffenen von Wirbelsturm Haiyan noch hungern. Morgen werde ich unser Projekt in der Provinz Samar besuchen und mehr über die Wiederherstellung der Lebensgrundlagen erfahren.

Bitte unterstützen Sie den Wiederaufbau nach Wirbelsturm Haiyan mit Ihrer Spende!

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