Die berührendsten Momente aus dem Jahr 2017

Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende zu. Ein guter Anlass, uns noch einmal den Menschen zuzuwenden, die wir dank Ihnen in den letzten zwölf Monaten mit unserer Hilfe erreichen konnten. Fünf Fotografen zeigen uns dazu ihre Lieblingsfotos, die sie in CARE-Projekten weltweit aufgenommen haben. Sie sind alle wunderschön, inspirierend, und der Beweis dafür, dass Ihre Unterstützung viel bewirkt.

Eine Unbekannte aus Nigeria – von Josh Estey:

Diese Unbekannte ist eine Überlebende sexueller Gewalt durch Boko Haram.

Foto: Josh Estey/CARE

„Diese Frau, deren Identität wir zu ihrem Schutz nicht preisgeben, überlebte sexuelle Gewalt durch bewaffnete Kämpfer. Sie fand in einem verlassenen Dorf im Nordosten Nigerias Zuflucht, wo CARE Kinder und Frauen, die sich vor den Angriffen retten konnten, medizinisch versorgt.

CARE arbeitet an einigen der gefährlichsten Orte der Welt.

Im nigerianischen Staat Borno stiegen wir in ein amerikanisches Flugzeug und flogen eine Stunde lang über menschenleeres, flaches Land. Die einzigen Lebenszeichen waren die Patrouillen von Boko Haram.

Diese mutige Frau zu treffen und dabei die Arbeit von CARE mit eigenen Augen zu sehen, war herzzerreißend und gleichzeitig eine Ehre für mich. Zu wissen, dass wir das Leben von Frauen wie dieser verbessern können, gibt mir Hoffnung für die Menschheit.“

 

Hossein mit seinem Essenspaket in Bangladesch – von Kathleen Prior:

Hossein ist einer von vielen Geflüchteten aus Myanmar, die CARE in Bangladesch mit Essen versorgt.

Foto: Kathleen Prior/CARE

„Als ich in Cox’s Bazar in Bangladesch ankam, schlug mir sofort die Verzweiflung der Menschen entgegen. Tausende hungernde, traumatisierte und trauernde Geflüchtete kamen jeden Tag aus Myanmar über die Grenze.

An einer der Ausgabestellen im Flüchtlingscamp standen Frauen und Kinder in langen Schlangen. Sie warteten darauf, dass CARE-Helfer Essen verteilten.

Ein Junge in blauem T-Shirt, gerade einmal zehn Jahre alt, versuchte händeringend, sich mehr Platz zu verschaffen. Mich berührte sein beherztes Handeln. Er nahm die Schachteln mit warmem Essen entgegen und lief freudestrahlend mit hochgereckten Armen davon.

Ich begleitete ihn zu seiner Unterkunft. Als ältester Sohn sei er der Mann im Haushalt, erzählte mir Hossein. Er trage die Verantwortung für seine Familie. Mit verlegenem Grinsen fügte er hinzu: ‚Obwohl mein Bruder größer ist, bin ich immer noch der Älteste.‘“

 

Ndakaitei in ihrem Zuhause in Simbabwe – von Alana Holmberg:

Ndakaitei aus Simbabwe bekam 2017 eine Wasserpumpe von CARE gebaut.

Foto: Alana Holmberg/CARE

„Eine meiner schönsten Erinnerungen aus dem Jahr 2017 war mein Zusammentreffen mit Ndakaitei aus dem Süden Simbabwes. Bevor CARE eine Pumpe in ihrem Dorf baute, musste sie das Wasser aus einem nahe gelegenen Fluss holen. Sie wollte mir die Stelle zeigen, also gingen wir zusammen los.

Als wir ankamen und ich ein Foto von ihr machen wollte, versanken meine Füße plötzlich im weichem Untergrund. Ich wusste noch gar nicht wie mir geschieht, da stand ich schon bis zur Hüfte im Treibsand.

Lachend und schreiend zugleich eilte Ndakaitei mir zur Hilfe. Natürlich endete auch sie bis zur Taille im Sand.

Trotzdem schaffte sie es, meine Kamera zu retten und auch mich schließlich aus dem Sand zu ziehen.

Ich war völlig durchnässt, daher nahm Ndakaitei mich mit zu ihr nach Hause und lieh mir einen ihrer Röcke. Immer wieder mussten wir lachen, obwohl ich kein Shoma verstand und sie kein Englisch.

Die Herzlichkeit der Menschen auf meinen Reisen berührt mich immer, aber niemals so sehr wie die von Ndakaitei.“

 

Simon und Brenda mit ihren Kakaobohnen auf Papua-Neuguinea – von Howard Ralley

Simon und Brenda besitzen eine Kakaoplantage in Papua-Neuguinea.

Foto: Howard Ralley/CARE

„Simon und Brenda sind sehr stolze Bauern. Sie sind verheiratet und leben zusammen in Bougainville auf Papua-Neuguinea, wo sie seit vielen Jahren dafür kämpfen, ihre Kakaoproduktion am Leben zu halten.

Als ich sie traf, konnten sie es kaum erwarten, mir zu zeigen, wie gut sie ihr Leben gemeistert haben. Die Kakaobohnen auf dem Foto sind eine Besonderheit – ein Ergebnis aus dem, was sie in einer Schulung von CARE gelernt haben.

Heute sind sie eine der Vorbildfamilien von CARE auf Papua-Neuguinea und geben ihr Wissen an andere Familien und Dörfer weiter. Dabei geht es nicht nur um den Anbau – sie haben ihre Arbeit auch gleich unter sich aufgeteilt und arbeiten als Team. Sie sind gleichberechtigte Partner und der Beweis, dass die Überwindung von Armut und nachhaltige Veränderungen mit Gleichberechtigung beginnen.

 

Leonara aus Timor-Leste – von Timothy Buckley

Leonara ist Dorfvorsteherin in Timor-Leste

Foto: Timothy Buckley

„Zu Beginn des Jahres traf ich Leonara. Sie ist eine bemerkenswerte Frau – 32 Jahre alt, Mutter von vier Kindern (darunter Zwillinge) und die Vorsteherin ihrer Gemeinde. Leonara läuft spürbar selbstbewusst durchs Leben. Zu Recht, denn sie hat schon viele Herausforderungen gemeistert.

Hier sitzt sie stolz und mächtig auf einem grünen Plastikstuhl mitten in ihrem Haus, in einem kleinen Dorf in den verlassenen Bergen von Timor-Leste. Wir saßen bei einer Tasse Tee zusammen und sie erzählte mir, wie sich ihr Leben verändert hat. Ihre Kinder sind jetzt gesünder – dank der Ernährungsberatung, die sie von CARE bekommen hat. ‚Seit CARE zu uns kam, bin ich glücklich.‘ Zufriedenheit ist für jeden eine Errungenschaft. Dieser Zustand des Glücks und des Behagens ist immer wieder inspirierend.“

Wir danken allen Spenderinnen und Spendern, die uns im Jahr 2017 dabei unterstützt haben, dass Geschichten wie diese möglich werden! Und natürlich gebührt auch ein großer Dank unseren tollen Fotografen und CARE-Mitarbeitern auf der ganzen Welt, die uns dabei helfen, diese Geschichten auch hierzulande zu erzählen.

Unterstützen Sie unsere Projekte auch im Neuen Jahr mit Ihrer Spende.

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