Dürre in Somalia: Betroffene erzählen

„Es ist die schlimmste Dürre, die ich in meinem ganzen Leben erlebt habe“, sagt die 50-jährige Asha. Vor drei Monaten kam sie in ein Camp für Binnenflüchtlinge. Früher lebte sie glücklich in einem kleinen Dorf in den Bergen Somalias. Zusammen mit ihrem Mann und den sechs Kindern hatten sie 200 Schafe und Ziegen und zehn Kamele. Doch 90% ihrer Tiere sind durch die Dürre gestorben. Als dann die letzten Reste ihrer Vorräte und ihres Ersparten aufgebraucht waren, musste Asha ihre Heimat verlassen. Ihre Kinder ließ sie zurück, in der Hoffnung, eine Arbeit in der Nähe der Stadt zu finden.

Für die 50-jährige Asha ist es die schlimmste Dürre, die sie je erlebt hat (CARE/Jennifer Bose)

Für die 50-jährige Asha ist es die schlimmste Dürre, die sie je erlebt hat. (CARE/Jennifer Bose)

Leila Ali (30) macht sich große Sorgen um ihre Kinder. Sie brachte nur ihren Jüngsten, Abdiqani (2), mit in das Lager in Ainabo. Sie ist auf der Suche nach Wasser und Nahrung. Ihre anderen sechs Kinder und ihr Mann blieben in Buurdhaab, ihrem Heimatdorf in den Bergen, etwa 30 Kilometer entfernt. „Ich hoffe sehr, dass sie auch hierher kommen können. Ich habe bereits das Zelt für sie eingerichtet. Aber noch mehr hoffe ich darauf, dass wir irgendwann wieder in unser Zuhause zurückkehren können“, sagt Leila.

Leila (30) mit ihrem jüngsten Sohn (CARE/Jennifer Bose)

Leila (30) mit ihrem jüngsten Sohn. (CARE/Jennifer Bose)

Hassan (70) ist beinahe blind. Er erinnert sich gut daran, wie er bereits zwei Mal versucht hat, Essen in das Lager Ainabo zu bringen. Doch jedes Mal wurde er bestohlen. „Wir haben so gut wie nichts zu essen hier und selbst wenn wir mal ein wenig haben, ist es nicht sicher“, sagt er. Hassan musste dabei zusehen, wie seine Herde von 380 Ziegen auf nur noch zehn Tiere schrumpfte. Der Großteil verendete in den letzten drei Monaten, weil sie einfach kein Weideland mehr fanden. „Uns fehlt es an Essen, Arbeit und Unterkunft. Ich habe kein Geld um meine Kinder zur Schule zu schicken. Und ich weiß nicht, wie lange wir hier in diesem Lager bleiben müssen“, beklagt Hassan.

„Ich weiß nicht, wie lange wir hier in diesem Lager bleiben müssen“, beklagt Hassan. (CARE/Jennifer Bose)

„Ich weiß nicht, wie lange wir hier in diesem Lager bleiben müssen“, beklagt Hassan. (CARE/Jennifer Bose)

„Meine Mutter stirbt“, erzählt Weris Abdullah (60), während sie nach ihrer 80 Jahre alten Mutter schaut. Sie leidet unter akutem Durchfall und ist mangelernährt. Die wenigen Mahlzeiten, die Weris und ihre Familie bekommen, geben ihnen ihre Verwandten oder Nachbarn. „Einer aus dem Dorf nebenan bringt uns ab und zu sechs Säcke Reis. Diese teilen wir dann mit den anderen 50 Familien hier“, berichtet Weris. Aufgrund der Dürre benötigen über 3,2 Millionen Menschen in Somalia Nahrungsmittelhilfe.

Weris kümmert sich um ihre kranke Mutter. (CARE/Jennifer Bose)

Weris kümmert sich um ihre kranke Mutter. (CARE/Jennifer Bose)

„Das ist mein kleiner Bruder“, sagt Ayan (11). „Er hatte Durchfall, aber jetzt geht es ihm besser.“ Für drei Nächte waren die Geschwister im Krankenhaus in Burao. Jetzt freuen sie sich darauf, bald wieder nach Hause gehen zu dürfen. Ayans Bruder hatte Glück.

Mehr als 32 000 Menschen in Somalia leiden an akuten Durchfallerkrankungen. Es wird vermutet, dass es sich dabei um Cholera handelt. Bereits über 600 Menschen sind daran gestorben. Um den Ausbruch von Durchfallerkrankungen und Cholera einzudämmen, verteilt CARE Trinkwasser, Wasserreinigungstabletten und Hygiene-Pakete.

Die elf-jährige Ayan freut sich, dass sie bald mit ihrem Bruder das Krankenhaus verlassen kann. (CARE/Jennifer Bose)

Die 11-jährige Ayan freut sich, dass sie bald mit ihrem Bruder das Krankenhaus verlassen kann. (CARE/Jennifer Bose)

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