Ein Jahr nach Haiyan: CARE schafft neue Perspektiven

Ein Jahr nach Taifun Haiyan: Marylin und ihre Kinder können wieder lächeln. (Foto: CARE/Katrin von der Dellen)

Ein Jahr nach Taifun Haiyan: Marylin und ihre Kinder können wieder lächeln. (Foto: CARE/Katrin von der Dellen)

Vor einem Jahr zerstörte Taifun Haiyan innerhalb weniger Stunden die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen auf der Inselgruppe Visayas in den Philippinen. Als ich das letzte Mal im Juli diesen Jahres eine unserer Projektregionen in der Provinz Samar besuchte, hatte CARE nach der Verteilung von Lebensmitteln und Reparatursets gerade damit angefangen Bargeld, an die ärmsten von Haiyan betroffenen Haushalte zu verteilen, damit diese Saatgut, Nutztiere und andere Materialien zum Start ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten kaufen können. CARE vergibt die Bargeldzuwendungen in zwei Stufen. Zunächst evaluiert CARE, ob die ersten Zahlungen in die Schaffung bzw. Wiederherstellung von Lebensgrundlagen investiert wurden. Falls dies der Fall ist, wird eine zweite Tranche ausgezahlt.

Wie hat sich die Lebenssituation der Menschen seitdem verändert? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, mache ich mich auf den Weg in unsere Projektgemeinden auf den Visayas.

In New St. Augustin, einem Dorf in der Provinz Samar, haben sich zahlreiche Frauen versammelt, die Bargeldzuwendungen von CARE erhalten haben. Auf meine Frage, für was sie das Geld genutzt haben, meldet sich eine Frau und sagt: „Ich habe das Geld für die Zucht von Ferkeln genutzt.“ „Wer hat noch in die Aufzucht von Ferkeln investiert?“, will ich wissen; zahlreiche Hände strecken sich in die Luft. Eine der Frauen erzählt mir, dass sie ein Training zur Verwaltung von Finanzen besucht hat. Sie zeigt mir ein Heft, in dem sie ihre geplanten und tatsächlichen Kosten für die Aufzucht ihres Ferkels notiert hat. So weiß sie genau, wie viel Geld sie für Futtermittel zurücklegen muss und wie viel Gewinn sie erwirtschaftet hat, wenn sie das Ferkel nach vier Monaten auf dem Markt verkauft. Von dem Erlös wird sie zwei Schweine kaufen und sich somit Stück für Stück ein wachsendes Einkommen schaffen.

Im nächsten Dorf treffe ich Marylin und ihre fünf Kinder. Sie hat von dem Geld ein „Tricyle“, ein Fahrradtaxi, sowie Hühner und Gänse gekauft. Die Investition in unterschiedliche Lebensgrundlagen ist ein wichtiger Schritt, um wirtschaftliche Risiken zu reduzieren. Sollte die Kleintierhaltung scheitern, kann die Familie immer noch auf die Einnahmen aus dem Taxigeschäft zurückgreifen.

In der Gemeinde Citio Bakahan treffen wir auf Elisa, eine Mutter von fünf Kindern. Sie hat sich mit einem anderen Gemeindemitglied zusammengeschlossen und nutzt das Geld für die Herstellung von Erdnussbutter – nach einem Rezept ihrer Tante. Die Erdnussbutter verkauft sie an Haushalte im Dorf und an einen Dorfladen. Dadurch verdient sie wöchentlich circa 17,80 Euro. Elisa arbeitet bereits an einem Geschäftsplan für den Aufbau eines eigenen Kleinunternehmens, das sie mit anderen Frauen aus der Gemeinde gründen möchte. CARE bietet ihr und anderen diese Möglichkeit und unterstützt mit der Vergabe von Geldern Frauen und Gemeindegruppen bei dem Aufbau von Kleinunternehmen.

Eine Übersicht über CAREs Aktivitäten nach Taifun Haiyan findet sich hier.

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