Ein Remis, mehr als 11 Freundinnen und Reiseplanungen
Von CARE Deutschland-Luxemburg
19. Juni: Das hatten wir uns anders vorgestellt: Auch heute verdunkelt wieder eine Regenwolke den Himmel und es ist richtig kalt geworden. Aber Regen und Kälte können den Mädels von “Sisi Nyota” kaum die Laune verderben. Morgens trainieren sie – ganz motiviert, das heutige Spiel für sich zu entscheiden. Nach dem Frühstück geht es aber zunächst zur Burg Burghausen. Eine kleine Tour auf Englisch führt die Mädchen, ein paar der Töginger Mädchen und uns um die längste Burg Europas herum. Die Tögingerinnen und die kenianischen Mädchen verstehen sich gut: Auf Englisch, Deutsch, Suaheli und mit Händen und Füßen verständigen sie sich, lachen und freunden sich immer mehr an.
Nachmittags ist es endlich so weit: Das Spiel der Mädchen vom 1. FC Töging gegen “Sisi Nyota” wird angepfiffen. Zwei Mal 35 Minuten kämpfen beide für den Sieg: ehrgeizig, schnell, engagiert – und mit viel Spaß und Freude. Am Spielfeldrand feuern etwa 500 Zuschauer die Fußballerinnen an, sie jubeln und klatschen und freuen sich über den Besuch aus Ostafrika. An einem Stand von Erdinger Weißbier geht der Erlös des Verkaufs des Biers an das Projekt in Kenia. Die Töginger wollen ihren Teil dazu beitragen, dass “Sozialer Wandel durch Sport” weiterhin Jugendlichen hilft, von der Straße weg- und zum Sport hinzukommen.
Nach 70 Minuten voller Schweiss und schneller Beine steht das Ergebnis fest: Unentschieden, zwei Tore für beide Seiten. Damit können sowohl die Tögingerinnen als auch die Mädchen aus Kenia gut leben. Und eigentlich war das Ergebnis sowieso egal. Ein Sieg für die Völkerverständigung war es allemal!
20. Juni: Schüler, Eltern und Lehrer während der verschiedenen Reisestationen der Mädchen bemühen sich, ein tolles Programm auf die Beine zu stellen, gesellige Abende und gemeinsames Kochen zu organisieren, um die Mädchen willkommen zu heißen. Auch die Firma “Baierl&Demmelhuber” hat sich etwas ganz Besonders ausgedacht. In der Firma in Töging, wo so ziemlich alles gemacht wird, was zum Innenausbau dazugehört, konnten die Mädchen ein bisschen was von den Profis lernen und selbst praktische Handwerksübungen machen.
Abends treffen wir uns mit den Töginger Mädchen und ihren Eltern in unserer hübschen Unterkunft, in einem alten Herrenhaus mit einer geräumigen Küche. Die Töginer möchten zusammen mit ihren kenianischen Gästen ein deutsches Menü zaubern: Kartopffelsuppe zur Vorspeise, Gemüse, Pute und Reis zur Hauptspeise und leckeren Kuchen zum Nachtisch. Die Mädchen wirbeln durch die Küche, helfen sich gegenseitig, zeigen einander Schnitttechniken und tauschen Rezepte aus ihren Ländern aus. Besonders die bunten Eier, die zu Ostern bemalt werden und die es mittlerweile das ganze Jahr über gibt, haben es den Mädchen von “Sisi Nyota” angetan. “So ein buntes Ei habe ich vorher noch nie gesehen. Eigentlich müsste das Huhn, das solche Eier legt, auch bunt sein”, lacht eines der Mädchen.
So leicht die kenianisch-deutsche Truppe zusammengefunden hat, so schwer fällt auch der Abschied. Dass sie sich gut verstehen, das haben wir uns natürlich gewünscht. Aber dass sie sich so gut verstehen, dass beide Seiten beim Abschied Tränen vergießen, das rührt uns sehr. Als der Reisebus Richtung München startet, steht das feste Vorhaben der Tögingerinnen, ihre neuen Freundinnen in Kenia zu besuchen.
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