Eine Winke-Katze und ein „Zauberlächeln“

CARE_Preisverleihung_Schreibwettbewerb 2014

TV-Moderatorin Valeska Homburg, CARE-Generalsekretär Karl-Otto Zentel und CARE affair Designer Jens Mennicke u. a. mit den strahlenden Finalistinnen des CARE-Schreibwettbewerbs 2014. (Foto: Christoph Heinrich für CARE)

„Was macht Dich reich?“ Viel Geld, ein großes Haus, ein neues Auto, ein schickes Smartphone? Freunde, Familie und Verwandte, ein warmes Wort oder eine freundliche Geste? Auf die Frage, was das Leben reich macht, hat wohl jeder seine ganz persönliche Antwort. Und genau deshalb rief CARE im Frühjahr dieses Jahres Kinder und Jugendliche in Deutschland dazu auf, sich an einem Schreibwettbewerb zu beteiligen. Neben Kurzgeschichten konnten zum ersten Mal auch Fotos eingereicht werden. Aus vielen spannenden und bewegenden Einsendungen wählte die prominente Jury um Bestsellerautorin Kerstin Gier („Rubinrot“) und Schauspielerin Judith Hoersch („Buddy“) sechs Gewinnerbeiträge in den beiden Altersklassen 11-15 und 16-20 Jahre aus. In der „Kulturkneipe“ der Brotfabrik in Bonn wurden vergangenen Samstag die Gewinnerinnen vor großem Publikum gekürt.

Als TV-Moderatorin Valeska Homburg die besten Schreibtalente zu sich auf die Bühne bat, um ihre selbstgeschriebenen Texte vorzulesen, war bei den Kindern und Jugendlichen von Aufregung nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil: Die Bochumer Studentin und Poetry-Slammerin Albana Kelmendi erweckte ihre Geschichte „Reichtum, der“ erst auf der Bühne richtig zum Leben. „Für mich bedeutet Reichtum definitiv mehr, als die Definition, die der Duden vorgibt“, überzeugte Albana das Publikum. Auch im Interview mit Valeska Homburg, die als Moderatorin durch den Nachmittag führte, beeindruckten die Finalistinnen mit Charme und Selbstbewusstsein. Auf die Frage, was sie reich mache, antwortete die 16-Jährige Sophia Fritz: „In letzter Zeit wird mir klar, dass es vor allem Beziehungen sind, die mich glücklich machen. Es ist immer ein auf und ab, aber es gibt sehr viele Momente mit meiner Familie und meinen Freunden, die mich reich machen.“

Um sich reich und glücklich zu fühlen reicht manchmal schon ein „Zauberlächeln“, erklärte Magdalena Hiermer, Gewinnerin in der Altersklasse 11-15 Jahre, in ihrer gleichnamigen Geschichte. Als Fan von Kerstin Gier, freute sich die 15-Jährige besonders über das persönliche Grußwort der Bestsellerautorin: „Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass ihr so gut sein würdet – ich bin sehr begeistert und berührt von euren Ideen und eurem Talent.“ In der Altersklasse zwischen 16-20 Jahre gewann erneut die Vorjahressiegerin Andrea Friedel mit ihrem sehr einfühlsamen und melancholischen Text „Johan und ich und der alte Herr Zug“. „Ich glaube einfach, dass ein Mensch nur dann wirklich reich ist, wenn er sich nicht die Frage stellen muss, ob er reich ist“, gab die junge Germanistik-Studentin in ihrer Geschichte zu bedenken.

Was glücklich macht …

Oft sind es kleine Dinge, die glücklich machen, wie ein Lächeln, ein gut geschriebener Text oder eine Winke-Katze. (Foto: Christoph Heinrich für CARE)

Oft sind es kleine Dinge, die glücklich machen, wie ein Lächeln, ein gut geschriebener Text oder eine Winke-Katze. (Foto: Christoph Heinrich für CARE)

Neben Texten aus Deutschland berührten ebenso Beiträge aus Kenia und dem Libanon das Publikum. Denn auch dort hatte CARE syrische und somalische Flüchtlinge eingeladen, auf die Frage „Was macht Dich glücklich?“ mit Geschichten und Fotos zu antworten. Für Abshir Abdikadir Mohammed aus dem Flüchtlingscamp Dadaab in Kenia ist es Frieden, der ihn glücklich macht: „Frieden. Frieden. Schon allein das Wort auszusprechen, lässt mich glücklich sein. Für mich ist es pures Glück, in den Morgenstunden aufzuwachen und es herrscht Frieden.“

Großer Applaus ertönte in der „Kulturkneipe“, als die strahlenden Finalistinnen des CARE-Schreibwettbewerbs die Bühne betraten, um ihre Urkunden und Preise entgegenzunehmen. Die Geschichten der Finalistinnen und die besten Beiträge unter allen Einsendungen werden dieses Jahr im CARE-Sonderheft „Reichmacher“ publiziert. Der Hauptpreis für die Gewinnerinnen ist die Veröffentlichung ihrer Geschichten in der neuen Ausgabe des jährlich von CARE herausgegebenen Magazins CARE affair. Das neue Magazin mit dem Titel „Geld“ wurde während der Preisverleihung vorgestellt und stellt sich auch in diesem Jahr Herausforderungen der Entwicklungspolitik; abseits von typischer Bildsprache werden Menschen, Länder und globale Zusammenhänge darstellt.

Für musikalische Begleitung sorgte die Schülerband der Marie-Kahle-Gesamtschule, die thematisch passend zum neuen CARE affair Magazin Lieder wie etwa „Money On My Mind“ von Sam Smith einspielte. Zum Abschluss der Veranstaltung erklärte CARE affair Designer Jens Mennicke: „Die CARE affair zu gestalten, ist ein bisschen so wie einen Song zu schreiben. Mir ist wichtig, dass das Magazin gut wird und wenn man selbst glücklich ist, hat man auch größere Chancen, andere glücklich zu machen.“

Was mich an diesem Tag reich gemacht hat, waren die Gesichter der strahlenden Gewinnerinnen und „Geld“. Aber nicht im monetären Sinne, sondern in Form der neuen CARE affair, an der wir in einem engagierten und motivierten Team monatelang gearbeitet hatten. Und zu guter Letzt war es an diesem Nachmittag die Winke-Katze auf der Bühne, die mit ihrem Arm den Rhythmus vorgab, und ein Lächeln auf mein Gesicht zauberte.

 

 

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