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Fliegen, Fäkalien und Händewaschen

Von CARE Deutschland-Luxemburg

Sauberes Wasser ist lebenswichtig, um vor Cholera zu schützen
Frisches Trinkwasser ist in Choleragebieten lebenswichtig (Foto: CARE)

Ein Besuch in einem Choleralager in Simbabwe kann ganz schön erschreckend sein.

von Julia Newton- Howes, Geschäftsführerin von CARE Australien

übersetzt von Linda Besigiroha

In einem kleinen Krankenhaus im Kolonialbaustil hängen provisorische Barrieren aus Plastikplanen, um sicher zu stellen, dass ich auf dem Weg durch die verschiedenen Krankenstationen meine Füße jedes Mal in eine Chlorlösung eintunke und meine Hände damit besprühe.

„Ich war hier ganz alleine“, sagt der Oberpfleger. „Alle meine Kollegen sind nach Südafrika oder woanders hingegangen.“ Sein Uniform ist makellos, mit beeindruckenden Schulterklappen: Er sieht fast militärisch aus. Er beschreibt, wie es neulich so viele Geburten auf einmal gab, dass er drei Säuglinge in zwölf Minuten entband. Seine ersten drei Cholerapatienten starben, weil er nicht genügend Infusionen zur Verfügung hatte.

Wir gehen ins Krankenhaus hinein, tunken unsere Schuhe in Chlorlösung und lassen unsere Hände besprühen. In den Krankenstationen zeigt der Pfleger uns die Ausrüstung, die Nichtregierungsorganisationen wie CARE und Ärzte ohne Grenzen zur Verfügung stellen. Eimer, spezielle aber sehr einfache Betten, Infusionen, durch Handpumpen betätigte Sprühdosen- alles wird uns gezeigt. Das kleine Krankenhaus hatte 118 neue Einweisungen in den letzten zwei Monaten.

Die Helfer haben die Bewegungen der Cholerafälle auf Landkarten verfolgt und die Krankheitsquellen genau festgelegt: Die meisten Menschen infizierten sich bei Beerdigungen oder an Wasserquellen mit Cholera. Deutlich mehr Frauen als Männer erkrankten, weil sie diejenigen sind, die Wasser an den Flüssen holen.

Aufklärer mit Motorrad

Der Rückgang an Choleraerkrankten in der Klinik ist der harten Arbeit eines engagierten jungen Sozialarbeiters zu verdanken. Nachdem das Krankenhaus die vorangehenden Bewegungen der Erkrankten festgestellt hatte, machte er sich mit Motorrad auf den Weg in diese Gebiete und klärte die Menschen über Cholera auf. Mit Leidenschaft erklärte er, wie Fliegen sich von Fäkalien ernähren und dann bis zwei Kilometer weiterfliegen, bevor sie auf jemandes Essen landen, darauf erbrechen und weiter fliegen: Kleine Gesandte von Krankheit und Tod. In seiner Begeisterung für das Thema erinnert er mich daran, meine Fingernägel kurz zu halten, da Choleraerreger sich bis zu zwei Wochen unter den Nägeln verstecken können.

Traditionell besteht bei Beerdigungen die Möglichkeit, die Leiche anzuschauen. Dieser Brauch muss in Zeiten von Cholera jedoch vermieden werden, was in manchen Familien zu Unmut führt. Der Sozialarbeiter war deutlich erschöpft von den Gesprächen mit trauernden Familien und den ständigen Erklärungen darüber, wie ansteckend eine Leiche sein kann. Er nahm persönlich an Beerdigungen teil, um sicher zu stellen, dass der Leichensack nicht aufgemacht wurde. Der Druck, der im Mittelpunkt dieser Tragödie auf ihm lastete, war in seinen Gesichtszügen wiederzuerkennen.

Wenn man durch die Dörfer reist, merkt man, auf welch beeindruckende Weise die Menschen die Botschaft über Cholera erhalten haben. In vielen Orten geben sie sich nicht mehr die Hand, sondern berühren einander mit geballter Faust. Trotz des riesigen Erfolgs in der Aufklärungsarbeit besteht weiterhin Bedarf an einer verbesserten Wasserversorgung und besseren Sanitäreinrichtungen auf dem Land. Solange die Menschen ihr Trinkwasser aus Flüssen holen und im Gebüsch auf Toilette gehen, bleiben sie gefährdet. Die städtischen Gebiete sind am schwersten betroffen, insbesondere weil es in Teilen Harares seit Monaten kein funktionierendes Wassersystem mehr gibt und in vielen Orten das Wasser einfach nicht mehr geklärt wird. Die Wirtschaftskrise hat dazu geführt, dass viele Menschen mobiler geworden sind. Das heißt wiederum, dass das ganze Land zurzeit von Cholera gefährdet ist.

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