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Freundschaften im Flüchtlingslager

Von Axel Rottlaender

Manchmal hält mein Beruf bei CARE Deutschland-Luxemburg ganz besondere Momente für mich bereit.

Helfer in Aktion (Foto: CARE/Rottländer)

Und zwar immer dann, wenn ich Kollegen wieder treffe, mit denen ich schon so manches Hilfsprojekt organisiert habe und im Laufe der Zeit Freundschaft geschlossen habe. So ist es auch hier in Dadaab, nachdem ich mit dem kleinen Propellerflugzeug in Dadaab gelandet bin. Stanley, Techniker und verantwortlich für die Wasserversorgung, schüttelt mir kräftig die Hand, bevor wir uns umarmen und dabei ausgiebig auf den Rücken klopfen. Das ist dann einer dieser Momente, die meinen Beruf ganz besonders machen.
Der Anlass meiner Reise in die entlegene Region ist jedoch eher ein ernster. Die Flüchtlingslager von Dadaab, im Nord-Osten Kenias gelegen, müssen immer mehr Menschen aus Somalia aufnehmen und versorgen. Geplant waren die drei Lager vor etwa 15 Jahren für maximal 100.000 Menschen. Mittlerweile leben hier knapp 300.000 Flüchtlinge und es werden täglich mehr. Dieser extreme Anstieg stellt CARE und die anderen Hilfsorganisationen vor große Herausforderungen.

Brunnenbau, der Klassiker der Entwicklungshilfe, rettet in Dadaab Leben (Foto: CARE/Rottländer)

Die Versorgung mit Trinkwasser ist dabei eines der größten Probleme: Immer mehr und immer tiefer müssen die Brunnen angelegt werden. Inzwischen dringen die Bohrteams in Tiefen von mehr als 160 Meter vor um sauberes Wasser zu finden. Unmengen von Nahrungsmitteln müssen jeden Tag herbei geschafft und an die Menschen verteilt werden. Gleichzeitig richtet CARE Programme ein, damit die Kinder einen geregelten Schulunterricht bekommen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Einrichtungen, wie Schulen, Gesundheitsstationen, Wasserleitungen und die Abwasserversorgung veraltet und schlicht verschlissen sind.
Daher versuchen wir zurzeit mit Unterstützung der Europäischen Union Wasserleitungen zu erneuern. Dazu werden Gräben ausgehoben, Plastikrohre verlegt und so ein neues, verlässliches Netzwerk errichtet. Zusätzlich erstellen wir so genannte Hochtanks, in denen das Wasser aus den Brunnen zwischengelagert wird, bevor es über die neuen Leitungen durch die Wasserhähne in die Kanister von Frauen fließt. Denn es sind die Frauen, die für die Versorgung der Familie mit Trinkwasser verantwortlich sind und somit das Überleben sichern.

In den nächsten zehn Tagen werde ich hier in Daadab arbeiten. Ich hoffe, meinen Kollegen helfen zu können, damit für die Flüchtlinge in den Lagern das Leben ein bisschen erträglicher wird.

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