Geberkonferenz zu Syrien: CARE fordert …

… legalen Zugang zum Arbeitsmarkt für Menschen auf der Flucht.

Laut der Vereinten Nationen sind im Jahr 2014 täglich rund 42.500 Menschen zu Flüchtlingen, Binnenvertriebenen oder Asylsuchenden geworden. (Foto: CARE/Lucy Beck)

Laut der Vereinten Nationen sind im Jahr 2014 täglich rund 42.500 Menschen zu Flüchtlingen, Binnenvertriebenen oder Asylsuchenden geworden. (Foto: CARE/Lucy Beck)

Am 4. Februar ist es soweit, alle Augen werden auf London gerichtet sein, wenn die Regierung Großbritanniens und andere internationale Akteure eine der größten Geberkonferenzen zu Syrien eröffnen. Während der Konferenz wird es nicht nur um Geld für die Syrienkrise gehen. Das Treffen von Geldgebern, Diplomaten und Politikern wird auch eine Chance sein, einen Plan für die Unterstützung und Stabilisierung des Nahen Ostens zu erarbeiten, einen Plan, der die Rechte von Flüchtlingen in den Mittelpunkt stellt.

Alle Teilnehmer der Konferenz sind sich im Vorfeld darüber einig, dass die Türkei, Jordanien und der Libanon zurzeit die Hauptlast der Flüchtlingskrise tragen. Über vier Millionen Flüchtlinge und Unterstützungen in Milliardenhöhe durch nationale Regierungen – zusätzlich zu internationaler Hilfe – sprechen eine eindeutige Sprache. Eine Sprache, mit der es in dieser Form nicht weitergehen kann, zum einen weil der Konflikt sich ausweitet und zum anderen weil Flüchtlinge immer mehr Schwierigkeiten haben, ihr Überleben zu sichern.

Es muss ein neuer Ansatz der Hilfe gefunden werden, der Investitionen von privaten Geldgebern mit Reformen in den aufnehmenden Ländern abstimmt. Gesetze, die Flüchtlinge daran hindern, für sich selbst zu sorgen oder ihr Gastland mit einem Beitrag zu unterstützten, sollten überdacht werden. Die Geberkonferenz bietet eine sehr gute Gelegenheit, einen Unterschied im Leben von syrischen Flüchtlingen zu bewirken, die wir nicht verstreichen lassen dürfen. Als Vorbereitung auf die Konferenz hat CARE gemeinsam mit anderen Akteuren herausgearbeitet, wie private Unternehmen und Organisationen ihre Erfahrungen und ihr Investitionspotenzial einbringen können, um einen „Marshall Plan für den Nahen Osten“ aufzusetzen. Hier sind unsere Ideen:

  1. Sicherheit geben

Verbesserte Lebensumstände für Flüchtlinge durch den Schutz von grundlegenden Rechten

Heute ist jeder 122. Mensch auf der Flucht. Laut der Vereinten Nationen sind im Jahr 2014 täglich rund 42.500 Menschen zu Flüchtlingen, Binnenvertriebenen oder Asylsuchenden geworden. Menschen sind weltweit auf der Flucht, doch nicht in jedem Land werden ihre Rechte anerkannt. Viele Flüchtlinge leben in Angst davor, inhaftiert oder in ihr Heimatland zurückgeschickt zu werden. Für Menschen, die vor Krieg geflohen sind und auf ihrer Flucht Traumatisches erlebt haben, ist das eine zusätzliche Belastung. Im Nahen Osten ist es deshalb wichtig den Status von Flüchtlingen anzuerkennen sowie eine einfache, schnelle und kostengünstige Arbeitsvermittlung einzuführen. Die Arbeitserlaubnis für Flüchtlinge würde Organisationen und Unternehmen dabei helfen, weitaus mehr hochqualifizierte Flüchtlinge zu beschäftigen. Genau das würde für Millionen von Menschen einen Unterschied machen und zu einem besseren Leben führen.

  1. In den Arbeitsmarkt integrieren

Es ist wichtig, neue Arbeitsplätze für Flüchtlinge und Menschen aus Gastgemeinden zu schaffen. Dabei müssen menschenwürdige Arbeitsbedingungen sichergestellt, die Gefahr der Ausbeutung reduziert und sozialer Zusammenhalt gewährleistet werden.

Es gilt Privatunternehmen und –organisationen Anreize für Investments oder Expansionen im Nahen Osten zu geben, wie etwa Steuerentlastungen oder Subventionen. Investitionen würden sowohl für Flüchtlinge als auch Menschen aus Gastgemeinden neue Möglichkeiten schaffen. Und genau das ist notwendig, um Spannungen und Gefühle der Benachteiligung zu verhindern. CARE arbeitet bereits daran, sicher zu stellen, dass Arbeitsstandards eingehalten werden. Doch solange die meisten Flüchtlinge gezwungen sind illegal zu arbeiten, gibt es wenige Anreize für Arbeitgeber Löhne und Arbeitsbedingungen zu verbessern.

  1. Frauen stärken

Verbesserte Lebensumstände für Frauen auf der Flucht: Frauen stehen vor besonderen Herausforderungen, deshalb sollte Geschlechtergerechtigkeit besonders berücksichtigt werden

Wir wissen, dass das Geschlecht eines Flüchtlings entscheidend dafür ist, welchen Gefahren er oder sie auf der Flucht ausgesetzt ist. Männer und Frauen erleben unterschiedliche Grade der Einschränkung ihrer Freiheit und Sicherheit. Das betrifft auch ihre Lebensumstände und Arbeitsverhältnisse. Oft ist es Frauen wegen ihrer häuslichen Verpflichtungen und der Kinderbetreuung, nicht möglich außerhalb ihres Zuhauses zu arbeiten. Für Frauen, die etwa alleine mit ihren Kindern in den Libanon geflohen sind, ist es schwieriger ein Bleiberecht zu bekommen. Zudem sind sie einem höheren Risiko der Ausbeutung und des Missbrauchs ausgesetzt.

Das Schaffen neuer Arbeitsplätze sollte Geschlechtergerechtigkeit berücksichtigen, dazu gehört, Frauen Zugang zu Bildung und Ausbildung zu ermöglichen oder ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr eigenes Unternehmen zu gründen sowie von Zuhause aus zu arbeiten. Banken und andere Finanzinstitute sollten gezielt Produkte anbieten, um Kleinunternehmer und -betriebe zu unterstützen.

Der Schlüssel für die Zukunft

CARE setzt sich seit Jahrzehnten für die ökonomische Stärkung von Frauen weltweit ein. Wir verfügen über genügend Wissen, um gemeinsam mit privaten Organisationen, der Zivilgesellschaft und staatlichen Akteuren zu überlegen, wie Arbeitsmärkte Flüchtlinge in Krisenregionen unterstützen können. Im März 2016 beginnt das sechste Jahr der Syrienkrise, es steht viel auf dem Spiel, deshalb muss eine umfassende Lösung gefunden werden, die private Unternehmen und Organisationen einbezieht, um Flüchtlingen dabei zu helfen, die Krise zu überwinden und ihnen Schutz und neue Perspektiven zu geben. Die Geberkonferenz sowie die von CARE und anderen Akteuren organisierten Diskussionen rund um die Veranstaltung in London könnten und sollten der Schlüssel dazu sein.

Jeder kann einen Beitrag dazu leisten, Betroffene der Syrienkrise zu unterstützten. Jetzt hier spenden oder unter #SupportSyrians aktiv werden.

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