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Gleich, ähnlich und verschieden

Von Chandara Tith

Es ist kein Weltuntergang: ein 22-jähriger Kambodschaner reist zum ersten Mal ins Ausland.

Erster Spaziergang: Dara in Bonn (Foto: privat)

Dort will er ein Praktikum absolvieren. Zum ersten Mal wohnt er allein, fern der Familie, in einem Studentenwohnheim – eine ungewohnte Freiheit. Für eine Weile wird er also ein neues Leben in Bonn/Deutschland führen. Heute ist sein erster Arbeitstag bei CARE Deutschland-Luxemburg. “Wie komme ich in das Büro?” Mit dieser Frage im Kopf stieg ich am Morgen in den Zug. Mit einem Stadtplan bewaffnet, versuchte ich mich zu erinnern, an welcher Haltestelle ich aussteigen muss.

Eine andere Frage, die mich auf meinem Weg ins Büro begleitete: „Was werde ich während meines zweimonatigen Praktikums bei CARE machen?“ Ich konnte sie nicht beantworten. Mit der Ungewissheit im Gepäck setzte ich meinen Weg ins Büro fort. Bald werde ich mehr wissen und meine Sorgen hoffentlich los sein.

Warum bereitet es mir mehr Sorgen im Ausland zu arbeiten, als in Kambodscha?
Es ist nicht das erste Mal, dass ich arbeite. Aber noch nie habe ich im Ausland gearbeitet. In Kambodscha war ich als freier Journalist tätig und schrieb für die Zeitschrift LIFT, eine Beilage der Phnom Penh Post, der größten englischsprachigen Zeitung in Kambodscha. Als Freiwilliger habe ich auch schon Kontakt mit NGOs gehabt, und im letzten Sommer habe ich sogar ein Praktikum beim Programm der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen, UN-Habitat, machen können. All diese Erfahrungen waren sehr interessant für mich. Warum mir die neue Arbeit bei CARE trotzdem Sorgen bereitet, lag wohl eher an dem neuen und unbekannten Deutschland, denn schließlich stellte ich mir vor, dass es sehr anders sein muss, hier zu arbeiten.

Damit lag ich auch richtig: Normalerweise stehe ich um 6 Uhr morgens auf, um dann zu meiner Uni in Phnom Penh zu fahren. Die Straßen sind zu diesem Zeitpunkt schon voll von Menschen und Autos. Was sehr interessant ist in Deutschland: Die Menschen beginnen ihre Arbeit häufig erst um 9 oder sogar 10 Uhr. In Kambodscha isst man zu dieser Zeit schon fast zu Mittag. Ein weiterer Unterschied: in Kambodscha gibt es meistens lange Mittagspausen, die auch einen kurzen Mittagsschlaf nach dem Essen erlauben. In Deutschland hingegen hat man häufig nur eine kurze Pause.

Auch neu für mich hier in Deutschland: ich nutze öffentliche Verkehrsmittel. In Phnom Penh war ich immer mit meinem Motorrad unterwegs und konnte damit fahren, wohin ich wollte. Hier fahre ich nun in der Bahn gemeinsam mit Leuten jeden Alters und jeder Herkunft. Motorräder sehe ich selten. Aber trotzdem, ich gelange auch mit der Bahn überall dorthin, wo ich will. Also genauso wie in Kambodscha.

Eigentlich erwartete ich von diesem Land in Mitteleuropa vor allem eins: Kälte. Ich hatte mir sogar vor meiner Abreise eine gefütterte Jacke gekauft. Zwar wusste ich, dass hier gerade Sommer ist, aber schließlich ist es mein erstes Mal im Ausland – da will man schon gut auf alles vorbereitet sein. Doch schlussendlich: es ist warm hier. Man sagt mir oft, dass ich froh sein kann, im Sommer gekommen zu sein.

Um weiter beim Thema Kleidung zu bleiben, ich war auf eine normale Arbeitskleidung eingestellt. Nun sehe ich aber, dass die Deutschen es eher lässig nehmen. Viele tragen Jeans zur Arbeit und auf der Straße läuft die Mehrheit in kurzen Hosen. In der Bahn merke ich, dass mich Leute komisch angucken. Vielleicht liegt es an meiner kambodschanischen Schuluniform.

Die gleiche unvergessliche Geschichte
In den 1970er Jahren litt Kambodscha unter dem Horror der Roten Khmer. Das Terrorregime tötete ca. 1,7 Millionen Menschen. Während des Zweiten Weltkrieges erlebte Deutschland auch einen Völkermord. Für mich ist es interessant, kurzzeitig in einem Land zu leben, das eine ähnliche Vergangenheit mit Kambodscha teilt.

Die Brücke der Kommunikation
Es ist doch die gleiche Art und Weise der verbalen Kommunikation – warum verstehen wir uns trotzdem gegenseitig nicht? Seit ich in Deutschland lebe, ist die Sprache für mich zum großen Thema geworden. Wenn sich meine Kollegen im Büro untereinander unterhalten, verstehe ich sie nicht. Glücklicherweise sprechen sie alle sehr gut Englisch, sodass ich keine Sorge wegen sprachlicher Barrieren oder Missverständnissen habe.

Dara im CARE-Büro. Zum Glück sprechen alle Kollegen auch englisch (Foto: CARE/Wilke)

Chandara im CARE-Büro. Zum Glück sprechen alle Kollegen auch englisch (Foto: CARE/Wilke)

Aber im Supermarkt ist es schon schwieriger: Ich verstehe nicht, worüber die Menschen sprechen. Genauso wenig verstehe ich, was auf den Produkten steht, denn es ist alles in Deutsch. Also kaufe ich Sachen, von denen ich nicht genau weiß, was sie beinhalten und probiere sie einfach aus.
Ich spreche nur Englisch und Khmer, meine Muttersprache. Gott sei Dank gab es Michael. Er war die erste Person, die ich in Deutschland traf, da er mich vom Bahnhof abholte. Er half mir mit der Unterkunft und vielen anderen Dingen weiter. Michael war für vier Monate Praktikant in der Pressestelle von CARE, also sozusagen mein Vorgänger. Als ich ihn das erste Mal am Flughafen Köln-Bonn sah, trug er ein Schild mit dem CARE-Logo drauf. Er sah so lustig aus, während er nach einer Person Ausschau hielt, die er noch nie gesehen hatte. Ich erwartete, dass er viel älter wäre als ich, aber wir sind fast gleichaltrig.

Die Unterschiede vereinen
Ich erinnere mich an den Satz: „We are the world“. Wir alle können zusammen arbeiten, sodass jeder in der Welt bessere Bedingungen zum Leben erhält. CARE setzt sich dafür ein, die Welt zu einem besseren Ort für Menschen zu machen. Auch wenn das Büro von CARE hier in Bonn klein ist – es gibt genug Mitarbeiter – fast 15.000! – um weltweit zu agieren. Nun gehöre ich auch dazu.
Während ich hier im Büro sitze und mich über CARE’s Arbeit informiere, beginne ich, mich immer mehr mit dieser Organisation zu identifizieren. CARE setzt sich für jeden Menschen ein, unabhängig von Herkunft, Alter und Geschlecht. Außerdem kämpft CARE gegen Diskriminierung.

Nun, da ich diesen ersten Blog-Eintrag beendet habe, habe ich das Gefühl, zu wissen, was hier von mir erwartet wird. Dieser wöchentliche Blog ist eine meiner Aufgaben. Aber ich habe auch weitere für morgen und die nächsten Tage. Es war interessant diesen Blog zu schreiben. Ich habe gemerkt wie sehr es sich vom Schreiben eines journalistischen Artikels unterscheidet. Ein Blog ist viel persönlicher. Ich hoffe, das ist mir gelungen. Was denkt ihr, liebe Leser?

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4 Kommentare to “Gleich, ähnlich und verschieden”

  1. Sandra Says:

    Hallo Chandara,

    I think you did very well with your first blog! I liked reading about your experiences in Germany and look forward to the next entry.

    What do you like more: Writing an article or a blog?

    Best,
    Sandra

  2. Britta Says:

    Hello Dara,

    your first entry is very interesting! Hope you can upload the next one soon!

    All the best,

    Britta

  3. Kunthy Says:

    Hi Sandra,

    No English version underneath the German like before? Feel good to see this the picture of my boss – Mr. Black.

    Good job Dara. Enjoy there !

    Kunthy

  4. Chandara Says:

    Dear Bong Kunthy;

    Actually, there is English version. I can not write in German :-) .

    Her is the link (http://blog.care.de/en/same-similar-and-different/)

    Thank you!! I will try to make it best for me and making it to be a good time.

    The next entry is coming soon;

    Dara

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