Griechenland: „Wir müssen uns wieder nützlich fühlen“

Von Theodora Vangi, Emergency Communications Officer von CARE Griechenland

Humanitäre Hilfe gibt es in vielen Formen. In einigen Ländern unterstützen humanitäre Organisationen Menschen in Not mit Bargeld, damit sie die Freiheit haben, das zu kaufen, was sie am dringendsten benötigen. So bewahren sie sich ein Stück ihrer Würde. In anderen Ländern zeigen ihnen die Helfer, wie sie in Gruppen kleine Geldbeträge für Projekte sparen und investieren können, die ihnen letztlich ein Grundeinkommen bieten. Wenn Geflüchtete und Asylbewerber hingegen in einem europäischen Land leben, müssen sie auf dem bereits bestehenden Arbeitsmarkt einen Job finden, um sich ein stabiles Leben aufzubauen. Doch auch das kann schwierig sein.

In Workshops unterstützt CARE in Griechenland Geflüchtete dabei, einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden. (Foto: Seferoglou/CARE)

In Workshops unterstützt CARE in Griechenland Geflüchtete dabei, einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden. (Foto: Seferoglou/CARE)

In Griechenland konzentriert sich CARE auf die Bedürfnisse von Flüchtlingen und Asylbewerbern in den Städten. CARE bietet dort eine Reihe von Workshops auf Arabisch, Englisch, Farsi und Französisch an, um die Geflüchteten über ihre Rechte und Pflichten aufzuklären und ihnen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Die Workshops wurden von der Europäischen Kommission finanziert und in Zusammenarbeit mit der Athener Gewerkschaftsorganisation und der lokalen Partnerorganisation Almasar organisiert. In den Workshops verfassen die Teilnehmer Lebensläufe und Motivationsschreiben, lernen die wichtigsten Jobportale kennen und tauschen sich mit Experten aus.

Sprachbarrieren überwinden

Zwar gehört die Jobsuche zu den obersten Prioritäten von Flüchtlingen und Asylbewerbern, ihre größte Sorge gilt jedoch dem Erlernen der griechischen Sprache. Kinder und Jugendliche dürfen die öffentlichen griechischen Schulen besuchen. Bevor sie zur Schule gehen, können sie an Integrationskursen teilnehmen. Für Erwachsene hingegen gibt es nur wenige solcher Angebote. Die Sprachbarriere erschwert die Suche nach einem Arbeitsplatz. Darüber hinaus berichten viele von Schwierigkeiten, die Diplome und Zertifikate ihrer Universitäten oder früheren Arbeitgeber nachzuweisen. Diese Dokumente möchten potenzielle Arbeitgeber bei der Bewerbung sehen, aber oft haben die Geflüchteten sie während des Krieges oder der Flucht verloren oder einfach zu Hause zurückgelassen. Folglich sind viele nicht in der Lage, ihre Ausbildung und Berufserfahrungen nachzuweisen und werden nicht eingestellt.

Durch die Unterstützung unserer Helfer vor Ort nehmen die Geflüchteten bürokratische Hürden. (Foto: Seferoglou/CARE)

Durch die Unterstützung unserer Helfer vor Ort nehmen die Geflüchteten bürokratische Hürden. (Foto: Seferoglou/CARE)

Vor einem Jahr, im Dezember 2016, schrieb ich meinen ersten Blog für CARE mit dem Titel „Leben in der Warteschleife“, in welchem ich die Bemühungen von Taher beschrieb, einem syrischen Geflüchteten auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Heute arbeitet Taher als Dolmetscher für eine humanitäre Organisation. Er hat seinen Traum erfüllt, anderen Menschen zu helfen, aber leider haben andere noch immer mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen.

Mehr als 30.000 Geflüchtete werden in Griechenland bleiben. Ein syrischer Freund sagte neulich zu mir: „Die Suche nach einem Job ist für uns das Wichtigste. Wir müssen uns wieder nützlich fühlen. Nützlich für uns und nützlich für Griechenland, weil dies unser neues Zuhause ist.“
Die Selbstständigkeit der Geflüchteten durch Arbeit zu fördern, ist eine der nachhaltigsten Methoden, ihnen eine sichere Zukunft bei uns zu ermöglichen.

Erfahren Sie mehr über die Hilfe von CARE für Geflüchtete in Griechenland!

 

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