Haiti: Gemüsegärten für eine bessere Zukunft

CARE unterstützt Menschen in Haiti mit dem Bau von Bewässerungskanälen und bei der Anlegung von Gemüsegärten. (Foto: CARE/Male Thienken)

CARE unterstützt Menschen in Haiti mit dem Bau von Bewässerungskanälen und bei der Anlegung von Gemüsegärten. (Foto: CARE/Male Thienken)

Kaum gelandet in Port-au-Prince, lerne ich bereits das rege Treiben der Stadt kennen. Mein Fahrer Romain weiß die stärksten Staus zu umfahren. Aktuelle Verkehrsinformationen erhalte ich über mein lokales Handy. In den nächsten Tagen werden wir noch öfter erleben, wie lange es dauern kann, aus dem haitianischen CARE-Büro das Hotel auf der anderen Seite am Place Saint Pierre zu erreichen.

Zusammen mit drei weiteren europäischen Kollegen und unseren Kollegen von CARE Haiti fahren wir nach Carrefour, in die Viertel des elften Arrondissements, die besonders stark von den Auswirkungen des Erdbebens vor knapp fünf Jahren betroffen waren. Nahezu 7.800 Wohnhäuser wurden stark beschädigt und rund 5.200 vollständig zerstört. Ti-Sous, Aztek, Sapotille und La Grenade sind die am schlimmsten betroffenen Stadtviertel des Arrondissements. Das Gebiet ist hügelig und die Wege sind steil. Auf dem Weg zum CARE-Projekt wird deutlich, warum einem fast nur Geländewagen begegnen. Vor Ort angekommen, schauen wir uns die fünf neuen Fußwege an, die mit Hilfe von CARE gebaut wurden. Wir steigen die Treppen empor und blicken auf die  Bewässerungskanäle an den Seiten der Wege, die den Wasserabfluss garantieren.

Auf einer der Anhöhen erreichen wir einen kleinen Platz. Dort steht eine Bank, die zum Sitzen einlädt, daneben ist ein Bäumchen gepflanzt. Ich muss unwillkürlich an Lissabons Miradouros, was auf Deutsch so viel heißt wie Aussichtspunkte, denken. Dort habe ich mich auf Anhieb in die Stadt verliebt. Wir besuchen Lauture Marilia, die mit der Hilfe von CARE einen Gemüsegarten angelegt hat. Sie zeigt uns stolz ihren Garten und lässt sich zusammen mit unserem Kollegen Marco fotografieren. Marco ist für die städtischen Anbauaktivitäten verantwortlich. Begrenzt ist der Garten durch einen steilen Abhang. Verschiedene Gemüsesorten werden dort angepflanzt. Die Einheimischen können selbst wählen, welche Gemüsesorte sie anbauen möchten. Die Pflanzen sind noch klein. Ich sehe mich aber schon im Schatten des Baumes auf dem Platz meine frisch geerntete Mahlzeit einnehmen. Auf einer größeren Fläche weiter unten im Viertel besuchen wir auch einen professionell betriebenen Garten. Hier ist der Anbau nicht nur für den Eigenbedarf vorgesehen, sondern hauptsächlich zum Verkauf.

Das größte Projekt ist der Bau einer Straße, die durch das gesamte Viertel führen soll. Der Straßenbau lässt sich aber nur realisieren, wenn die Bevölkerung sich dafür ausspricht und bereitwillig ihre Häuser versetzen lässt. Es gibt einige Häuser, die dem Vorhaben im Wege stehen. Die meisten der Bewohner haben sich schon dafür ausgesprochen, weil ihnen der Mehrwert der Straße wichtiger ist, als auf den aktuellen Standort ihres Hauses zu bestehen. Wenn man die derzeitige Straßensituation betrachtet, kann man den Wunsch nach einer Verbesserung sehr gut nachvollziehen.

Ich denke, dass auch in der Gegend unseres Hotels eine weitere Straße notwendig wäre. Die Rückfahrt nehme ich aber gelassen. Mal schauen, wie es beim nächsten Mal aussieht.

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