Hoffnung inmitten des Chaos‘

Lourdes Hermilda gebar Baby Yolanda auf den Stufen einer Kirche in Tacloban kurz nachdem Wirbelsturm Haiyan die Stadt verwüstete. (Foto: CARE/Sandra Bulling)

Lourdes Hermilda gebar Baby Yolanda auf den Stufen einer Kirche in Tacloban kurz nachdem Wirbelsturm Haiyan die Stadt verwüstete. (Foto: CARE/Sandra Bulling)

Als Super-Taifun Haiyan letzte Woche Freitag über die Philippinen hinwegfegte, zählte Lourdes Hermilda, gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern, die Tage bis zur Geburt ihres neues Babys. Sie leben in Tacloban. Sie hoffte, dass der Sturm nicht so schlimm werden würde, wie vorhergesagt. Aber innerhalb von Minuten veränderte sich ihre Welt auf erschreckende Art und Weise: einer der schlimmsten Wirbelstürme, die je gemessen wurden, fegte über die Insel Süd-Leyte hinweg. Eine Sturmflut löschte komplette Gebäude, Straßen und Felder aus.

Der Wirbelsturm trennte Lourdes von ihrem Mann und ihren Kindern. Am Freitagabend lag sie allein im Regen, umgeben von Dunkelheit, als ihre Wehen einsetzten. Sie schaffte es zum Krankenhaus, aber es war geschlossen – durch den Sturm völlig beschädigt.

Lourdes lief weiter und erreichte eine kleine Kirchengemeinde, in der mehr als 300 Menschen vor dem Sturm Zuflucht gesucht hatten und den Höhepunkt des Taifuns glücklicherweise überlebten. Auf den Eingangsstufen der Kirche gebar Lourdes, mit der Hilfe von Menschen, die aus der Kirche zu ihr eilten, ein gesundes Baby.

Sie nannte ihr Baby Yolanda. So nennen die Menschen auf den Philippinen den Wirbelsturm, der international Haiyan heißt.

Nachdem sie ihr Kind geboren hatte, fand Lourdes auch ihren Mann und ihre anderen beiden Kinder wieder. Sie sind immer noch in der Kirche und leben mit vielen anderen Familien zusammen, die auch ihr Zuhause verloren haben. Lourdes, ihr Mann und ihre Kinder hoffen darauf, bald zu ihrer Familie nach Ormoc, einer ebenfalls vom Taifun betroffenen Stadt in der Region Leyte, zu reisen. Denn dort kommen bereits erste Hilfsgüter per Boot an.

Lourdes berichtet, dass sie Tacloban verlassen will, weil es dort für ihre Familie keine Zukunft gibt. Aber inmitten der Ruinen der Stadt, wo schätzungsweise tausende Menschen gestorben sind, ist Baby Yolanda ein kleines Zeichen der Hoffnung.

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