Hoffnung muss sein
Von CARE Deutschland-Luxemburg
![]() Die Menschen in Simbabwe wollen hoffen können (Foto: Tim Freccia/ADH) |
Als ich jetzt das erste Mal seit zehn Jahren wieder nach Harare komme, erinnere ich mich daran, was für ein freundlicher Ort es ist.
Julia Newton-Howes, Geschäftsführerin CARE Australien
übersetzt von Linda Besigiroha
Alle plaudern, als wir aus dem Flugzeug steigen und durch einen stockdunklen Gang in das schwach beleuchtete Terminal gehen. Der Mann neben mir bemerkt: „Es gab ein solches Fest, als dieses Terminal aufmachte, und nun schau es jetzt an: keine Lichter, alles ist zu!“
Der Fahrt zu meinem Hotel ähnelt dem Eindruck im Terminal. Ein paar Lichter hier und da, die meisten Ampeln funktionierten nicht und es sind nur wenige Leute auf den Straßen. Ein freundlicher Taxifahrer führt mich auf einen kleinen Harare-Rundgang. Er hofft, dass die neue Machtteilung in Simbabwes Regierung Veränderungen mit sich bringen. „Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben“, sagt er. Überall sind Schlaglöcher und zur üppigen Regenszeit wachsen hohe Gräser und Mais an den Straßen. Sein ältestes Kind soll dieses Jahr mit der Schule anfangen, aber die Schule ist noch geschlossen. Ich frage ihn, was er tun würde, sollte sein Kind krank werden. Er antwort mir: „Die Krankenhäuser hier sind entweder geschlossen oder zu teuer. Die Menschen gehen in die Dörfer in der Hoffnung, Kliniken zu finden, die weniger kosten“. Reisen ist allerdings auch schwierig geworden.
Ich bekomme einen Geldschein von hundert Billionen Dollar. Viele Scheine in Simbabwe haben wegen der unglaublichen Inflation ein Verfallsdatum. Seit kurzem ist es erlaubt, ausländische Währungen zu benutzen. Die Entscheidung hatte deutliche Folgen: Supermarktregale, die für einige Zeit leer standen, sind wieder mit Grundnahrungsmitteln gefüllt. Man kann jetzt mit US-Dollar, dem südafrikanischen Rand oder der Pula aus Botswana einkaufen. Nur wenige Geschäfte nehmen den Simbabwe-Dollar noch an. Die kleinsten Dinge kosten deshalb jetzt schon einen US-Dollar: ein paar Tomaten oder eine Zeitung. Außerdem haben viele Menschen keinen Zugang zu fremder Währung.
Das Hotel ist fast menschenleer. Obwohl die Antwort ziemlich klar war, frage ich den freundlichen Empfangsmitarbeiter. Er erklärt mir, dass die Zeiten für die Tourismusbranche in Simbabwe schlecht seien. Aber er betont direkt: „Wir hoffen …“
Die Landschaft ist smaragdgrün, und dicke weiße und graue Wolken ziehen dahin. Dies und die milde Temperaturen sind eine schöne Abwechslung von der unnachgiebigen Hitze, die ich in Australien zurück ließ. Es ist ein schönes Land, aber Frauen haben hier eine Lebenserwartung von nur 34 und die Männer von 37 Jahren. Die harte Realität eines Lebens mit 94 Prozent Arbeitslosigkeit, Hunger, HIV/AIDS und Cholera ist in den Gesichtern, die ich auf der Straße sehe, deutlich zu erkennen. Als die Wasser- und Stromversorgung, die Schulen und Gesundheitsmaßnahmen zugrunde gegangen sind, haben sehr viele Menschen den täglichen Kampf ums Überleben verloren. Der Friedhof, der nicht weit entfernt von Harare liegt, scheint sich endlos weit zu strecken.
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