Klimaschutz ist eine Menschheitsherausforderung

Wer in den letzten Wochen und Monaten die Entwicklungen in Sachen Klimaschutz verfolgte, dem mag das Glas irgendwie halbvoll und zugleich halbleer vorkommen. Einerseits gibt es viele konkrete Fortschritte und Ambitionen: Mehr als 150 Staaten haben inzwischen eigene Pläne für mehr Klimaschutz entwickelt, an deren Umsetzung sie arbeiten. Der Druck auf fossile Energieträger steigt, die Investitionen in Erneuerbare Energien nehmen zu. Klimaschutz ist ganz oben auf der politischen Agenda angekommen und wird endlich so ernst genommen, wie es bereits seit Jahren notwendig wäre. Andererseits überschlagen sich die negativen Meldungen: Vor einigen Tagen veröffentlichte der britische meteorologische Dienst Daten, die für dieses Jahr einen Temperaturrekord verkünden. Noch nie seit Wetteraufzeichnung war es so warm auf dem Planeten. Gleichzeitig braut sich das Wetterphänomen El Niño zusammen und wird eine ganze Palette von Schäden mit sich bringen, von massiven Dürren und Ernteausfällen zu Überschwemmungen und Starkregen. El Niño ist keine direkte Folge des Klimawandels, doch die Erderwärmung verstärkt das Phänomen, wie auch viele andere Wetterextreme.

Das Dorf Shohila in Bangladesh wird durch einen extremen Wasseranstieg für sechs Monate vom Festland abgetrennt. Auf dieser kleinen, völlig isolierten Insel leben fünf Familien. (Foto: CARE)

Das Dorf Shohila in Bangladesh wird durch den klimabedingten Meeresspiegelanstieg für die Häflte des Jahres in Inseln getrennt. Auf diesem kleinen, völlig isolierten Fleck Erde leben fünf Familien. (Foto:CARE)

In zweieinhalb Wochen findet die jährliche UN-Klimakonferenz statt, dieses Mal in Paris. Was sie von vergangenen Konferenzen unterscheidet? Die bestehenden Vereinbarungen in Sachen Klimaschutz laufen aus und greifen nicht weit genug. Deshalb muss in Paris ein neues, ehrgeiziges und verbindliches Klimaschutzabkommen verabschiedet werden. Denn wir sind weiterhin auf einem gefährlichen Pfad in Richtung einer Welt, die bis zum Jahr 2100 um rund drei Grad wärmer sein wird als noch 1990. Drei Grad mögen sich angenehm anhören für wintermüde Nordeuropäer, doch für den Planeten wäre dies katastrophal: Gletscherschmelze, extreme Wetterereignisse wie Sturmfluten und Dürren, ein steigender Meeresspiegel und der Verlust von Land und Anbaufläche wären die Folgen. Die Erderwärmung muss unter 1,5 Grad gehalten werden, um irreversible und katastrophale Folgen noch zu vermeiden. Dieses Ziel tragen mittlerweile mehr als 100 Länder mit. Der Vertragstext, der für Paris vorbereitet wurde, enthält einige wichtige Punkte, aber es fehlt weiterhin an Ehrgeiz: Es ist immernoch nicht sichergestellt, dass die Grenze von 1,5 Grad weiter auf dem Tisch bleibt. Der Ausstieg aus den fossilen Energien und die Vision von 100 Prozent Erneuerbaren Energien, die bis 2050 umgesetzt werden sollten, sind noch nicht deutlich genug ausformuliert. Zudem benötigen arme Länder mehr Unterstützung dafür, sich an den Klimawandel anzupassen und die bereits eintretenden Klimaschäden und unumkehrbare Verlusten zu bewältigen. Denn obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen haben, tragen arme Länder die Hauptlast der Klimaveränderungen und stehen diesen weitgehend mittellos gegenüber. Für den 30. November, den Auftakt der Klimakonferenz, haben sich zahlreiche Staats- und Regierungschefs in Paris angekündigt. Das ist ein wichtiges Signal. Aber Merkel, Obama, Xi und ihre Kollegen dürfen es nicht nur bei einem Fototermin belassen – alle Regierungen, besonders die Industrieländer und zunehmend die Schwellenländer, haben eine globale Verantwortung für diese große Menschheitsherausforderung.

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