Klimaverhandlungen in Bonn: Fortschritte im Schneckentempo

Sven Harmeling, klimapolitischer Koordinator von CARE International, zu den Verhandlungen in Bonn vor der Klimakonferenz in Paris.

Die Arktis schmilzt, die Welt wird immer heißer und durch zunehmende Naturkatastrophen werden immer mehr Menschen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Der Klimawandel verschärft Armut und Ungleichheit in der Welt. Die Uhr tickt und die Unterstützung der Öffentlichkeit für Klimaschutz wächst täglich. Die Regierungen, die in Paris im Dezember ein globales Klimaschutzabkommen beschließen wollen, liegen jedoch weit hinter dem zurück, was benötigt wird.

CARE-Klimaexperte Sven Harmeling: "Sie müssen sicherstellen, dass die ärmsten Menschen nicht mit der Rechnung für die katastrophalen Folgen des Klimawandels allein gelassen werden." (Foto: CARE)

CARE-Klimaexperte Sven Harmeling: „Sie müssen sicherstellen, dass die ärmsten Menschen nicht mit der Rechnung für die katastrophalen Folgen des Klimawandels allein gelassen werden.“ (Foto: CARE)

 

Wenn wir jetzt nicht handeln, wird die Umwelt irreparabel beeinträchtigt. Wir brauchen einen gerechteren Umgang mit den Folgen des Klimawandels, um den ärmsten und schwächsten Menschen in der Welt einen Ausweg aus der Armut aufzuzeigen. Der Klimawandel ist die grundlegende moralische Herausforderung unserer Zeit. Mit dem Pariser Klimaabkommen haben die Länder eine historische Chance, die Weichen für eine Welt frei von Armut und schädlichen Emissionen zu stellen.

Trotz gewissen Fortschritten in den Klimaverhandlungen in dieser Woche müssen noch große Hindernisse auf dem Weg nach Paris weggeräumt werden. Jetzt sind die Minister am Zug, das Tempo der Verhandlungen für ein wegweisendes Abkommen zu erhöhen. Sie müssen sicherstellen, dass die ärmsten Menschen nicht mit der Rechnung für die katastrophalen Folgen des Klimawandels allein gelassen werden.

CARE International fordert mehr globale Führungsstärke und konkrete Maßnahmen für ein gerechtes Klimaabkommen, um unseren Planeten für heutige und zukünftige Generationen zu schützen. Angemessene finanzielle Unterstützung für die Entwicklungsländer zur Vorbeugung und Reaktion auf Klimaschäden muss zur Verfügung gestellt werden. Wir sehen bereits eine positive Verlagerung weg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien, die durch die Pariser Vereinbarung beschleunigt werden muss. Aber die Regierungen müssen auch ihre Bemühungen erhöhen, damit das Klimaabkommen die Gleichstellung der Geschlechter und die Einhaltung der Menschenrechte bei Klimamaßnahmen gewährleistet.

Bis zu der letzten offiziellen Verhandlungsrunde vor Paris, die am 19. Oktober in Bonn beginnt, soll nun ein klar strukturierter Text für das Paris-Abkommen vorgelegt werden – mit verschiedenen Optionen für alle Kernfragen. Die Diskussionen jetzt in Bonn haben geholfen, solche Optionen klarer abzugrenzen und zu sehen, wo Ländergruppen stehen. Nun wird es darum gehen, dass sich möglichst viele Länder klar hinter ambitionierte Vorschläge stellen.

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