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Maisbrei und Kicken in Soshanguve

Von Dr. Anton Markmiller.

Die Köchin rührt mit großem Schöpfer in dem gusseisernen Kessel, der unser Mittagessen enthält – noch.

Am Spielfeldrand in Soshanguve: Anton Markmiller schaut den jugendlichen Kickern zu (Foto: Kai Hill)

Gleich werden wir uns zusammen mit gut 150 Kids aus dem Township Soshanguve in der Nähe von Pretoria auf Maisbrei mit Rindfleischeintopf stürzen, denn es war ein anstrengender Vormittag. Eigentlich ist es ja schon 16.00 Uhr, aber das ist hier keinem bewusst, weil die Zeit mit den Jugendlichen und Verantwortlichen der “Kick it” Projektes hier in Südafrika wie im Fluge vergangen ist.

„Kick it“ wird ausgebaut
Das offene Sport- und Betreuungsangebot von “Kick-It Rephele Community Development Project”, der lokalen Partnerorganisation von CARE, bietet Kindern und Jugendlichen eine Alternative zum Leben auf der Straße. Ein begleitendes Betreuungsprogramm klärt darüber hinaus über die Gefahren von HIV und AIDS, aber auch über Drogenmissbrauch und Kriminalität auf. Es gibt viele Kinder in Soshanguve, denen mit „Kick it“ geholfen werden könnte und die Organisation stieß bald an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Deshalb leistet CARE Beratung, finanzielle und personelle Unterstützung.

Der Ball ist der HI-Virus
Nun also ist ein gewisser Zwischenstand erreicht, rund 800 Jugendliche sind im Projekt integriert und es macht ihnen sichtlich Spaß. Kein verkniffener und moralisierender Frontalunterricht, sondern spielerische Aufklärung mit hohem Erinnerungswert. Wenn der Ball das Kondom darstellt und von einem zum anderen geworfen wird, finden das alle hier witzig. Dumm nur, dass nach den Regeln des Spiels das Virus frei herumläuft und alle abklatscht, die den Ball gerade nicht haben. Und weil nach der Logik des Spiels die “Gefahr” von allen Seiten kommen kann, vermehrt sich das Virus explosionsartig unter den Spielern. Das kommt dem richtigen Leben schon sehr nahe und bildet eine nachvollziehbare Situation für alle ab. In der anschließenden Gesprächsrunde tauschen sich Spieler und Trainer über ihre Gefühle und Erfahrungen aus.

Gewalt ist kein Tabuthema
Was ich hier schildere, ist aber nur ein Spiel aus einem Sampler von bis zu zehn weiteren, die an einem Tag im “Kick it” Projekt einen Bezug zwischen Sport und Gesundheitserziehung herstellen. Erweitert wird das Spektrum erzieherischer Elemente im Programm auch durch Elemente der Gewaltprävention. Auch dies ist in der Lebenswirklichkeit der Townships ein wesentlicher Aspekt, der sich für jeden Einzelnen und für das Zusammenleben in der Gemeinschaft langfristig positiv auswirken wird.

Aber jetzt hätte ich im tiefen Eindruck über die hier geleistete Arbeit beinahe übersehen, dass die Deckel von den großen Töpfen längst gelüftet wurden. Die Jugendlichen sitzen essend auf den Stufen vor den Schulgebäuden und ich geselle mich dazu. Und dann brandet dieses offene, herzliche Lachen auf (das es nur in Afrika gibt), wenn der weiße Gast sich auf den Boden setzt und – wie alle anderen hier auch – mit den Händen isst.

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