Malawi: Frauen eine Stimme verleihen

Olipa Mwanza arbeitet für CARE Malawi in der am südlichsten gelegenen Provinz Nsangje. Sie ist dafür verantwortlich, dass Geschlechtergleichheit und Nachhaltigkeit immer wichtiger Bestandteil von CAREs Arbeit sind. Nsangje ist besonders stark vom Wetterphänomen El Niño betroffen. Olipa arbeitet dort seit April 2015 für das UBALE-Programm, das modernen Ackerbau fördert und sich gegen den Klimawandel einsetzt.

Olipa Mwanza (Foto: Lucy Beck/CARE)

Die Trockenperiode betrifft alle Gemeinden. Jeder und jede leidet darunter. Wir wollen Frauen eine Stimme verleihen, indem wir sogenannte ‚Gender Champions‘ benennen. Sie sind Vorbilder bei der Gleichstellung der Geschlechter.

Im August 2015 führten wir eine Studie zur Rolle und Beteiligung von Frauen durch. Wir fanden heraus, dass in der Gemeinde nur sehr wenige Führungspositionen von Frauen besetzt sind. Wir erkannten, dass Frauen oftmals nicht selbstbewusst genug sind und mit den stereotypen Rollenbildern ihrer Familien aufwachsen. Seitdem setzen wir uns in der Gemeinde dafür ein, die Frauen über ihre Rechte aufzuklären und Barrieren zu durchbrechen. Wir bitten die Frauen, uns einflussreiche Frauen aus ihrer Gemeinde oder aus dem Land zu nennen. Dann sollen sie überlegen, wie diese Frauen zu ihrer Position gekommen sind.

Wir haben nicht nur unsere Mitarbeiter über das Thema Gleichberechtigung aufgeklärt, sondern auch Mitglieder der Bezirksregierung, die nun gemeinsam mit CARE in die Gemeinden gehen und die Menschen informieren. Es ist sehr wichtig, dass die lokale Regierung diesen Prozess selbst leitet, damit sie auch weiter arbeiten kann, wenn die CARE-Helfer die Gemeinden verlassen. Unser Ziel ist, dass sich die Geschlechterwahrnehmung der Menschen in den kommenden Monaten ändern wird. Wir brauchen einen richtigen, tiefgehenden Wandel.

(Foto: Lucy Beck)

Mädchen aus Nsangje holen Wasser aus einer weit entfernten Quelle. (Foto: Lucy Beck/CARE)

Eine Folge der anhaltenden Trockenperiode ist, dass die Menschen nichts mehr auf den Feldern anbauen können. Weil sie einfach nicht genug zu essen und kein Geld haben, werden viele Frauen zur Prostitution gezwungen. Die Männer legen weite Strecken hinter sich, um auf anderen Farmen Arbeit zu finden und Geld für ihre Familien zu verdienen. Die Frauen werden dann alleine zuhause gelassen. In Krisenzeiten gibt es immer mehr Prostitution. Aktuell ist es besonders schlimm. El Niño brachte uns die längste Trockenperiode seit Jahren.

Auf der Suche nach Wasser und Feuerholz müssen die Frauen außerdem häufig stundenlang laufen. Manchmal stehen sie dafür schon um 4 Uhr morgens auf. Um diese Uhrzeit ist das Risiko für Vergewaltigungen und Überfälle besonders hoch.

Wenn wir mehr Frauen dazu ermutigen könnten, Mitglied eines Komitees zu werden und Führungspositionen zu bekleiden, dann könnten sie ihre Sorgen und Probleme an die Öffentlichkeit bringen und die Männer würden sie besser verstehen. Männer und Frauen sollten in den Komitees nicht nur gleich repräsentiert sein; ihre Stimmen sollten auch das gleiche Gewicht haben. Frauen müssen in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden und nicht nur einfach da sein. Sie sind diejenigen, die von Katastrophen wie dieser am stärksten betroffen sind. Daher brauchen wir ihre Meinungen und Gedanken im Namen all ihrer Leidensgenossinnen.

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