Mangroven gegen die Flut

Die Provinz Krabi in Südthailand verbinden viele Reisende mit ihren zahlreichen Sandstränden und malerischen Inseln. Wer nicht im Tourismusbereich arbeitet, verdient sein Geld mit dem Anbau von Ölpalmen. Für all diejenigen, die nicht in diesen Sektoren tätig sind, bleibt Fischerei die wichtigste Einkommensquelle.

Diskussion mit Dorfvertretern aus Klong Yang (Foto: CARE/Katrin von der Dellen)

Diskussion mit Dorfvertretern aus Klong Yang (Foto: CARE/Katrin von der Dellen)

Durch immer häufigere und höhere Wellen und fortschreitende Erosion gelangt das Meerwasser weiter landeinwärts. Die Aquakulturen in den Fischteichen und Fische in den Flüssen vertragen die zunehmende Versalzung nicht und sterben. In Klong Yang starben durch die Überflutungen die Hälfte der Fische und Meerestiere. Für viele bedeutete das einen Wegfall ihrer Existenzgrundlagen. Am stärksten ist davon die landlose Bevölkerung betroffen, denen einzig und allein die Fischerei als Einkommensquelle bleibt.

In der Provinz Krabi im Süden Thailands treffe ich Dorfvertreter, den Vorsitzenden von Klong Yang sowie Vertreter des Ministeriums für Fischerei und Meeresressourcen. Sie haben gemeinsam mit CARE eine Strategie entwickelt, um die Fischpopulation in den küstennahen Gebieten zu erhöhen. In Klong Yang wurden bis vor zehn Jahren Schrimps gezüchtet. Diese Flächen liegen nun brach. Die Besitzrechte des Brachlandes gehören der Gemeinde. Hier werden Mangroven angepflanzt, die auch ursprünglich dort  gewachsen sind. Ihre Funktion ist vielfältig. Zum einen filtern sie das Wasser und sorgen damit für gute Wasserqualität und Lebensbedingungen für Fische und Krebse. Außerdem schützen sie vor Überschwemmungen und Erosion. Zusätzlich können Mangroven große Menge an CO2 binden und mindern so den Kohlendioxidausstoß in die Atmosphäre – einer der wesentlichen Ursachen für den vom Menschen verursachten Klimawandel – bei.

Mangrovenexperte Jim (MAP) erklärt mir worauf bei der Wiederaufforstung zu achten ist (Foto: CARE/Katrin von der Dellen)

Mangrovenexperte Jim (MAP) erklärt mir worauf bei der Wiederaufforstung zu achten ist (Foto: CARE/Katrin von der Dellen)

Für die Wiederaufforstung der ehemaligen Schrimpzuchten wird CARE von der Organisation „MAP“ (Mangrove Action Project) beraten. Es müssen Arten ausgewählt werden, die auch künftigen Folgen des Klimawandels, wie etwa dem Ansteigen des Meeresspiegels oder der Erhöhung der Wassertemperatur, stand halten können. Mangrovenexperte Jim erklärt mir, dass es zunächst wichtig ist, sich an umliegenden Gebieten zu orientieren. Dabei kann man herausfinden, welche Vegetation ursprünglich vorhanden war. Zudem muss berücksichtigt werden, dass Mangroven nicht dauerhaft im Wasser stehen sollten und dass das durch Gezeiten angespülte Wasser wieder abfließen muss. Mangroven passen sich an veränderte Umweltbedingungen an: bei zunehmender Überschwemmung wandern die Bäume landeinwärts. Deshalb wird bei der Planung darauf geachtet, dass etwa  Straßen der Migration nicht im Wege stehen. Gemeinsam mit der Gemeinde entwickelt CARE außerdem Regeln für den Schutz der Mangrovengebiete und ein nachhaltiges Nutzungssystem. Die Fischer hoffen, dass mit den Mangroven die Auswirkungen der Überschwemmungen reduziert werden, der Fischbestand wieder zunimmt und sie damit eine verlässliche Lebensgrundlage haben. Anfang des Jahres werden die Bewohner von Klong Yang mit der Wiederaufforstung beginnen.

Beeindruckt davon, was Mangroven alles können und mit neuem Wissen über die praktischen Möglichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel verlasse ich den Süden Thailands.

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