“Mein Vorsatz für 2013: 1.000 Latrinen bauen”

von Elisabeth Campa

Toiletten sind wichtig für hygienische Bedingungen und ein gesundes Leben. (Foto: CARE/Evelyn Hockstein)

Toiletten sind wichtig für hygienische Bedingungen und ein gesundes Leben. (Foto: CARE/Evelyn Hockstein)

Als sich das Jahr 2012 dem Ende näherte, dachte ich über meine Vorsätze für 2013 nach. Ich möchte 5 Kilogramm abnehmen (ok, vielleicht eher 10…), mehr Bücher lesen (die nichts mit Toiletten zu tun haben) und Gerichte aus der kreolischen Küche kochen lernen (immerhin wohne ich in Haiti). Doch ich habe noch einen weiteren, großen Vorsatz: Im Jahr 2013 möchte ich 1.000 Latrinen bauen!

Die meisten Menschen denken bei ihren Vorsätzen für das neue Jahr nicht an etwas, das mit Toiletten zu tun hat. Bei mir ist das anders. Seit ich als Freiwillige mit dem Friedenskorps in der Wüste Sahara in Marokko war, weiß ich fließendes Wasser und jede Toilette zu schätzen. Ich bin in Chicago aufgewachsen. Fließendes Wasser und jederzeit Zugang zu einer Toilette zu haben, war für mich eine Selbstverständlichkeit. Dass es nicht überall so selbstverständlich ist, lernte ich in einem kleinen Berberdorf in Marokko. Dort musste ich einen Eimer als Latrine benutzen, bis ich einige Monate später in ein Haus mit einer Toilette zog. Und um frisches Wasser zu bekommen, musste ich mit großen Eimern einen Hügel zu der Wasserstelle hinaufwandern. Doch dort verschmutzten Fledermäuse das Wasser und machten das ganze Dorf krank (mich eingeschlossen). Jeder einzelne Tropfen Wasser war wertvoll.

Auch nach Ende meines Einsatzes im Friedenskorps beschäftigte mich der Bau von Toiletten weiter. Einige meiner Freunde nennen mich mittlerweile „Königin der Toiletten“. Meine Schwester meint immer zu mir, dass meine Mutter wohl eher hoffte, ich würde Ärztin werden und nicht „Königin der Toiletten“. Doch ich bin froh und stolz auf das, was ich über die Jahre erreicht habe – auch auf das, was schief gelaufen ist (bestelle in Bagdad niemals zwei Tonnen Seife und bewahre sie zu Hause auf). Ich habe immer geglaubt, eine einzelne Person allein kann nichts bewegen. Doch ich habe etwas bewegt. Zusammen mit den wundervollen Teams im Irak, in Afghanistan, Sudan, der Demokratischen Republik Kongo, Laos und jetzt in Haiti. Die meisten Menschen gehen Dinge Schritt für Schritt an – ich gehe die Dinge Toilette für Toilette an.

Elisabeth Campa hat sich 2013 zum Vorsatz gemacht, 1000 neue Latrinen zu bauen. (Foto: CARE)

Elisabeth Campa hat sich 2013 zum Vorsatz gemacht, 1000 neue Latrinen zu bauen. (Foto: CARE)

Hier in Haiti besteht ein riesiger Bedarf an sanitären Anlagen. Hundertausende von Menschen leben in der dicht bevölkerten Region um Port-au-Prince. Sie benutzen eine Tüte, um zur Toilette zu gehen und haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. In ländlichen Gebieten wie Grande Anse riskieren Frauen ihr Leben, wenn sie einen ruhigen Platz im Wald finden möchten. Sie wissen niemals, wer oder was dort auf sie lauert. Das CARE Hygiene-Team und ich arbeiten ständig daran, die Situation nach und nach zu verbessern. Erst ein Haushalt, dann ein Dorf…doch dafür brauchen wir Deine Hilfe. Auch wenn Du nur eine einzelne Person bist, die diesen Blog liest – Du kannst etwas bewirken. Sprich über Toiletten mit deinen Freunden, Arbeitskollegen, mit deinen Bekannten aus dem Fitnessstudio (wie ich es mache)  oder der Kirchengemeinde. Du kannst etwas bewirken und CARE in Haiti helfen, Toilette für Toilette zu bauen und das Leben von Frauen und Kindern in diesem großartigen Land zu verbessern.

Ich werde Euch alle informieren, wie es 2013 in Haiti vorangeht und was wir machen. Wir haben Glück, mit so tollen Spendern zusammen zu arbeiten, aber wir brauchen mehr Hilfe. Wie wäre es, Toiletten für Haiti auf die Liste der guten Vorsätze zu schreiben? Wenn das viele von uns tun, klingt es vielleicht gar nicht mehr so verrückt.

Ein frohes neues Jahr in alle Welt!

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