Meldung aus Bangladesch

Eine junge Frau und ihr Kind in Chakaria auf der Suche nach Schutz vor den Sturzfluten. (Foto: CARE)

Eine junge Frau und ihr Kind in Chakaria auf der Suche nach Schutz vor den Sturzfluten. (Foto: CARE)

Von Christine Reiner

Ich arbeite erst seit ein paar Tagen als Praktikantin in der CARE-Pressestelle, doch ich erkenne bereits eine für mich unbequeme Wahrheit: Katastrophe ist nicht gleich Katastrophe – zumindest dann nicht, wenn man sie an der Aufmerksamkeit misst, die ihr geschenkt wird.

Kürzlich kamen über den Email-Verteiler des internationalen CARE-Netzwerkes neue Zahlen zu dem Hochwasser und den gewaltigen Sturzfluten im Süd-Osten von Bangladesch. CARE-Mitarbeiter vor Ort sprechen von den schwersten Überschwemmungen in der Region seit 60 Jahren. Rund 500.000 Menschen sind betroffen. Das Ausmaß der Naturkatastrophe zeigt sich auf Bildern, die CARE-Kollegen mitgeschickt haben. Hier bahnen sich Menschen Wege durch lebensbedrohliche Wassermassen, um zu höher gelegenen Schutzunterkünften zu gelangen. Die Lage ist dramatisch.

Doch bei der täglichen Zeitungslektüre suche ich vergeblich nach einer Meldung, einer kurzen Erwähnung der schwierigen Lage der Menschen in Bangladesch. Die Konkurrenz aktueller Nachrichten ist groß. Weltweit gibt es im Moment so viele Krisenherde und Katastrophen wie schon lange nicht mehr, etwa in der Sahelzone, wo knapp 20 Millionen Menschen Hunger leiden, in Syrien, wo nach mehr als vier Jahren Konflikt über vier Millionen Menschen Zuflucht in Nachbarländern suchen oder im Südsudan, wo rund ein Drittel der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen ist.

Doch Hochwasser wie in Bangladesch sind besonders zerstörerische Naturkatastrophen. Sie betreffen mehr Menschen als jede andere wetterbedingte Katastrophe, zwingen sie dazu, ihre Häuser zu verlassen, ohne sicher zu sein, jemals wieder dort wohnen zu können. Fast immer sind die Wassermassen kaum aufzuhalten. Schlamm, Schmutz und Dreck erhöhen die Gefahr für Menschen, Durchfallerkrankungen, Infektionen oder Ausschläge zu bekommen. In den ersten Tagen ist deshalb die Versorgung der Menschen mit sauberem Trinkwasser und Lebensmitteln besonders wichtig.

Folge des Hochwassers: Tausende Bangladescher sind gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. (Foto: CARE)

Folge des Hochwassers: Tausende Bangladescher sind gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. (Foto: CARE)

Gerade bei Katastrophen, die ihren Weg nicht direkt oder überhaupt nicht in die Medien finden, ist die Hilfe vor Ort so wichtig. CARE und andere Hilfsorganisationen arbeiten bereits seit vielen Jahren in Gebieten, die immer wieder von Überschwemmungen betroffen sind und haben in enger Zusammenarbeit mit örtlichen Gemeinden und der Regierung wirksame Katastrophenschutzvorkehrungen getroffen. Das Ausmaß der Katastrophe ist schlimm, aber ohne die Vorbereitung und Unterstützung von Hilfsorganisationen und den betroffenen Menschen wäre sie sicherlich noch schlimmer ausgefallen.

Bevor das Wasser kam, hat CARE bereits dabei geholfen, freiwillige Helfer auszubilden, Hilfsgüter zu beschaffen und deren Transport in entlegene Gebiete zu organisieren. Die Arbeit hat sich gelohnt, denn durch gute Vorbereitungen kommt die Hilfe nun schneller an und mehr Menschenleben können gerettet werden. Und schließlich zählt genau dieser Erfolg, den ich mit meinem Blogbeitrag würdigen möchte.

Bitte unterstützen Sie die Arbeit von CARE für Betroffene von Überschwemmungen mit Ihrer Online-Spende!

 

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