Nach Taifun Haiyan: Die Frauen von Palaypai

Vor 1,5 Jahren verwüstete Taifun Haiyan weite Teile der Provinz Samar. Neben zahlreichen Toten und Verletzten zerstörte Haiyan Häuser und Infrastruktur und nahm den betroffenen Menschen ihre Lebensgrundlagen. CARE unterstützt betroffene Kleinunternehmen beim Wiederaufbau.

Unsere CARE-Mitarbeiterin Katrin von der Dellen berichtet in unserem Blog über eine Frauenorganisation auf den Philippinen. (Foto: CARE)

CARE-Mitarbeiterin Katrin von der Dellen berichtet in unserem Blog über den Wiederaufbau nach Taifun Haiyan auf den Philippinen. (Foto: CARE)

Im Dorf Palaypai traf ich Blanca J. Dellobena, die Vorsitzende der dortigen Frauenorganisation. Die Frauen weben Muster in Matten aus Schilf (Tikog) und stellen daraus Taschen, Schuhe, Hüte, Kissenbezüge und Aufbewahrungsboxen her. Haiyan zerstörte das Schilfgras und die Ausrüstung der Frauen. Nach dem Taifun bauten die Tikog Farmer zunächst Reis an, um den Bedarf an Nahrungsmitteln in der Region zu decken. Die Tikog-Weberinnen waren daher gezwungen, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten einzustellen.

Nach Haiyan unterstützte die Organisation Action Aid die Frauenorganisation mit Nähmaschinen. CARE half  der Frauenorganisation mit der Vergabe eines nicht rückzahlbaren Darlehens in Höhe von 8.000 Euro, damit sie ihr eigenes Unternehmen aufbauen konnten. In einem Workshop erarbeiteten die Frauen zusammen mit lokalen CARE-Mitarbeitern einen „Businessplan“ und was sie genau für ihr Unternehmen brauchen würden.

Mit der finanziellen Unterstützung von CARE kaufte die Organisation Materialien wie etwa Schilfmatten und Farben. Um die Produkte moderner zu gestalten konnte CARE einen Designer gewinnen, der den Frauen neue Designs für ihre Produkte zeigte. Damit die Frauen im Falle einer erneuten Naturkatastrophe nicht wieder vor dem Nichts stehen, ist eine Mikroversicherung für die Unternehmen im Rahmen der CARE-Hilfe verpflichtend. Die Unternehmen können zwischen drei unterschiedlichen Anbietern wählen und müssen die Beiträge durch ihr erwirtschaftetes Einkommen decken. So ist die Chance, dass die Organisationen auch nach dem Ende des Programms die Versicherung beibehalten, größer.

Die Frauen weben Muster in Matten aus Schilf (Tikog) und stellen daraus Taschen, Schuhe, Hüte, Kissenbezüge und Aufbewahrungsboxen her. (Foto: CARE)

Die Frauen weben Muster in Matten aus Schilf (Tikog) und stellen daraus Taschen, Schuhe, Hüte, Kissenbezüge und Aufbewahrungsboxen her. (Foto: CARE)

Durch das Gemeindeunternehmen profitieren auch andere Mitglieder der Gemeinde, die als angestellte Weberinnen und Näherinnen tätig sind und dadurch ein zusätzliches Einkommen haben.

Momentan konnte die Frauenorganisation 800 Euro durch den Verkauf ihrer Produkte einnehmen, was sie komplett in den Kauf neuer Materialien investiert haben.

In den nächsten Wochen wird CARE alle Organisationen, die im Rahmen Tikoganbaus unterstützt werden, zu einem Workshop einladen und eine gemeinsame Marketingstrategie erarbeiten. Angedacht ist eine Kooperation mit dem Tourismusministerium und verschiedenen Einzelhandelsketten.

CARE Deutschland-Luxemburg e.V. unterstützt das CARE Büro auf den Philippinen dabei, den Gemeinden in Samar nachhaltige Lebensgrundlagen aufzubauen. Gefördert wird das 22-monatige Projekt mit Geldern von Aktion Deutschland Hilft.

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