Nicht wählen ist nicht neutral

Die Bundesfreiwillige Mia macht sich anlässlich der anstehenden Bundestagswahlen am Sonntag Gedanken zum Thema Wählen.

Rund drei Millionen junge Deutsche dürfen am kommenden Sonntag zum ersten Mal wählen. Zu diesen drei Millionen gehöre auch ich, Mia Veigel. Ich mache gerade meinen Bundesfreiwilligendienst bei CARE.

CARE-Pakete für die Spitzenkanidaten der Bundestagswahl 2017.

Worauf sollen sich die Abgeordneten nach der Wahl konzentrieren, welche Themen sind besonders wichtig? CARE hat da Ideen! (Foto: Christian Mack/CARE)

Im vergangenen Jahr durfte ich schon einmal wählen gehen, bei den Landtagswahlen. Aber dieses Mal ist es etwas Besonderes, denn den meisten in meinem Alter geht es wie mir: Sie kennen Deutschland ohne eine Bundeskanzlerin Angela Merkel quasi nicht.

Wahlkabinen und Wahlurnen, den Zettel richtig falten, all das sind Gedanken, die man sich, die ich mir vor der Bundestagswahl mache. Es ist fast wie bei einer Einschulung. Doch was bedeutet die Bundestagswahl eigentlich für mich?

Ich bin sehr stolz darauf, das Recht zu haben, meine Stimme abgeben zu dürfen. Oft höre ich von Erwachsenen, dass meine Generation unpolitischer denn je sei. Und tatsächlich fühle ich mich auch oft zu unwissend und zu jung, um über Themen wie die Rente zu reden. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung äußerte sich eine Jugendliche dazu, was sie an der deutschen Politik störe: „Zu viele alte Männer in dunklen Anzügen, zu wenige Antworten auf Fragen wie den Klimawandel“.

Hier bei CARE ging es in dieser Woche viel um die am Sonntag anstehende Bundestagswahl und vor allem um unsere Forderungen als Hilfsorganisation an die neue Bundesregierung. Klimawandel, Integration, Katastrophenhilfe und Gendergleichstellung waren die zentralen Punkte unserer Forderungen, die wir in Form von sprechenden CARE-Paketen an die Spitzenkandidaten schickten. Für mich ist es besonders toll, dass ich im Rahmen meines Bundesfreiwilligendienstes bei solchen wichtigen Aktionen wie dieser dabei sein kann.


CARE-Generalsekretär Karl-Otto Zentel packt CARE-Pakete für die Spitzenkandidaten der Bundestagswahl 2017. (Foto: Christian Mack/CARE)

 

Also, von wegen unpolitisch! Wir jungen Erstwähler müssen wählen gehen – allein schon, um die  Vorurteile zu widerlegen, die uns gegenüber herrschen! Wir dürfen nicht vergessen, dass wir Jungen in der Unterzahl sind und es doch unsere Zukunft ist, um die es politisch geht. Oftmals vergessen wir in der Blase unseres Alltags, dass Demokratie ein Privileg ist. Viel zu oft denken wir, sie sei einfach nur da. Zumal es in anderen Ländern der Welt vielen nicht möglich ist, ihre Meinung frei zu äußern. Und auch in Deutschland gilt das Wahlrecht für Frauen erst seit knapp 100 Jahren. Aus diesem Grund ist Wählen wichtig, denn es ist die ursprünglichste Form der politischen Mitbestimmung. Ich finde, das sollte jeder nutzen. Denn: nicht wählen zu gehen bedeutet nicht, neutral zu sein. Nicht wählen gehen bedeutet, extreme Ränder zu stärken. Deshalb: Nutzt eure Stimme und geht wählen!

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