Montag, 12. Dezember 2011
Auf der Fahrt durch die vom Tsunami verwüstete Region kommen wir immer wieder an “Parkplätzen” vorbei, auf denen hunderte von Autos aufgereiht stehen. Allerdings handelt es sich um lauter Wracks, wie sie bei uns nicht einmal auf einem landläufigen Schrottplatz zu sehen sind. Die Welle hat nicht nur alles Leben ausgelöscht, das ihr im Wege stand, sie hat auch die Autos durcheinander gewirbelt. Manchmal sind Häuser aus einem unerfindlichen Grund stehen geblieben. Wenn sie vier Stockwerke hoch oder höher waren, sind die drei unteren Stockwerke aufgerissen – das Grauen starrt uns wie aus zahnlosen Mäulern an. Ein CARE Kollege erzählt, eine Grundschule mit fünf Stockwerken wurde bis zum Dach unterspült, zum Glück waren die Kinder schon evakuiert worden.

Viele Menschen leben noch immer in Notunterkünften. (Foto: CARE/ Rottländer)
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Mittwoch, 07. Dezember 2011
Als wir, CARE-Helferinnen und Helfer, mit dem Wagen in die Bucht von Miyako in der nordjapanischen Provinz Iwate einschwenken, fällt als erstes die Leere auf. Keine Häuser, keine Fabriken, keine Hafenanlagen – stattdessen nur eine weite Ebene, die sich bis an die umgebenden Hügel zieht. Dort sieht man ab einer bestimmten Höhenlinie eine dichte Bebauung. Beim näheren Hinsehen aber bemerken wir links und rechts der Straße ein dichtes Geflecht von Betonfundamenten, die in einer skelettartigen Formation die Ebene kilometerweit überziehen. Schlagartig wird klar: Hier stand einmal eine Stadt.

Die Trümmer liegen grotesk versetzt im Hinterland. (Foto: CARE/ Rottländer)
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Freitag, 11. November 2011
von Lara Franzen, Nothilfekoordinatorin von CARE International Vietnam

Trotz Fluten, normale Routine: Wäsche waschen in den Fluten und fischende Kinder auf den Dächern ihrer Häuser. (Foto: CARE/Wecker)
Eingeengt in einem Kanu werde ich vorsichtig durch das Schilfrohr im Mekong-Delta im Südwesten Vietnams gerudert. Mir wird erzählt, dass sechs Meter unter der Wasseroberfläche Reisfelder waren. Felder, die vor nur einem Monat Hoffnung auf eine großartige Ernte machten, und mit ihr die Möglichkeit der Existenzsicherung und damit ein Weg aus der extremen Armut. Die grotesken Anblicke um mich herum stechen sehr ins Auge: die Spitzen der von Reet gedeckten Häusern, versunkene Grabsteine von Friedhöfen und Hochspannungsleitungen, an denen wir auf Augenhöhe vorbeiziehen.
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Dienstag, 08. November 2011

Alessandra und Kimberly haben in den letzten beiden Wochen fast rund um die Uhr gearbeitet. (Foto: CARE/Pfeifer)
Samstag, 5.11. Heute ist der Tag des CARE Board Meetings. Die Versammlung beginnt um 11:00 Uhr in einem imposanten Tagungsraum – ohne Tageslicht und mit ständig laufender Klimaanlage. Zumindest die Europäer im Raum ziehen sich ihre Jackets und Strickjacken an. Ich nehme als Beobachterin an der Sitzung teil und – friere. Als im Laufe des Tages der Strom kurzfristig ausfällt, freue ich mich insgeheim ein bisschen, weil auch die Klimaanlage zeitweise außer Kraft ist. Außerdem werden wir alle wieder daran erinnert, wo wir uns eigentlich befinden und wie viel Strom wir verbrauchen.
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Montag, 07. November 2011
Heute sind wir im Dorf Siaskasipa zu Gast. Hier erzählen uns fünf starke und selbstbewusste Frauen, wie sie es gemeinsam mit CARE geschafft haben, den Anbau von Lebensmitteln zu diversifizieren. So wird in ihrer Region nun auch Cassava (Maniok) angebaut, das bislang nur im Norden wuchs. Die Wurzeln können zu Mehl verarbeitet werden. Die Blätter sind essbar und als Vitaminlieferanten besonders gut geeignet für kleine Kinder und Menschen, die an HIV/AIDS erkrankt sind, weil sie das Immunsystem stärken. „Die Blätter machen Dich stark“, erklärt daher auch Agneta Munagobwa, die sie deshalb gerne zum Kochen oder im Salat verwendet.

„Die Blätter machen Dich stark“ (Foto: CARE)
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Freitag, 04. November 2011
An meinem zweiten und dritten Tag habe ich die Möglichkeit, direkt mit Menschen zu sprechen, denen CARE geholfen hat, ihre Lebensumstände zu verbessern. Zunächst sind wir in Milangu, einer kleinen Siedlung mit etwa 250 Haushalten. Wir fahren über unbefestigte Wege mit riesigen Schlaglöchern vorbei an Wäldern, die trotz der Trockenheit immer noch grün sind, zumindest an den Stellen, die vom letzten Buschbrand verschont wurden. Dann werden wir sehr herzlich von Mitgliedern der Gemeinde und Mitgliedern des sogenannten „Area management committee“ (AMC) empfangen. weiterlesen »
Donnerstag, 03. November 2011
Jetzt also Sambia! Meine sonstigen Dienstreisen führen mich eher nach Berlin oder ins europäische Ausland, wie Luxemburg oder Genf. Dieses Mal geht die Reise nach Livingstone, wo wir mit unserer kleinen deutsch-luxemburgischen Delegation am 1. November um 12:30 Uhr landen. Uns schlägt nach einer 20-stündigen Reise eine Wand aus tropisch-schwülwarmer Luft entgegen. Ein Gefühl von Sauna macht sich breit.

"Das Besondere an den November-Sitzungen sind die Besuche in unseren Projekten." (Foto: CARE)
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