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Heute ist es anders in Pakistan

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Vetrieben im eigenen Land: Flüchtlinge in Pakistan (Foto: CARE/Yousafzai)

Zuletzt habe ich Pakistan vor zweieinhalb Jahren besucht.

Damals war ich im Allai-Tal, oben im Nordwesten des Landes. In der Nordwestlichen Grenzprovinz hatte im Oktober 2005 fürchterlich die Erde gebebt. Unmittelbar nach dem Beben und dann noch einmal ein Jahr danach war ich dort. CARE hat durch viele Spenden – auch von der deutschen Bevölkerung – sofortige, umfangreiche Hilfe leisten können. Wir haben dort gemeinsam mit den Betroffenen des Erdbebens gearbeitet. Neue Schulen wurden gebaut, auf die auch Mädchen gehen durften. Das ist nicht immer selbstverständlich gewesen. Gemeinsam mit Ingenieuren aus Pakistan hat CARE Schulungen für den Häuserbau durchgeführt. Damit sie beim nächsten Beben stabiler sind und im besten Fall nicht einstürzen. Fachleute aus der Bevölkerung haben mit unserer Hilfe Wassergräben gezogen, um die Versorgung der Landwirtschaft effizienter zu machen.

Damals hat mir ein Mann aus dem Allai-Tal gesagt: „Bevor die Helfer hierher gekommen sind, haben wir gar nicht gewusst, dass Fremde auch Freunde sein können.“ Das habe ich nicht vergessen. Die Menschen in den Bergen Pakistans sind uns vollkommen fremd gewesen. Es war eine „terra incognita“. Inzwischen kennen beide Seiten sich besser. Die Volksgruppen haben eine lange Tradition, mit einer ausgeprägten und tiefen Religiosität. Und es sind Menschen, bei denen ich mich wohl gefühlt habe. Jetzt sind andere Menschen, nicht sehr weit vom Allai-Tal entfernt, wieder großen Gefahren ausgesetzt. Sie fliehen zu Millionen vor den Auseinandersetzungen im Swat-Tal. Sie müssen stundenlang zu Fuß um ihr Leben rennen. Wir nennen sie „intern Vertriebene“, weil sie in ihrem eigenen Land bleiben. Aber sie sind genauso auf der Flucht – vor den Schüssen und der Gewalt, die sie bedrohen. Damals, vor ein paar Jahren, war es eine Naturkatastrophe. Heute ist die Katastrophe von Menschenhand gemacht.

Die Zahlen variieren. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR schätzt, dass bis zu 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht sind. Sie kommen bisher größtenteils bei Freunden unter, oder bei Familienangehörigen. Auch Kollegen von CARE haben Familienangehörige, die auf der Flucht sind. Freunde, die von der Lage betroffen sind. Bisher haben wir gemeinsam mit Islamic Relief helfen können. 500 Familien haben erste Hilfen bekommen: Küchensets, Hygieneartikel, Plastikmatten, Tücher für Männer und Frauen, Moskitonetze und Zelte. Damit ist über 3700 Flüchtlingen fürs Erste geholfen. Das sind nicht viele, verglichen mit der Anzahl der Betroffenen. Aber es ändert ihre Lebensbedingungen für die nächsten Tage zum Besseren. Nicht nur CARE, auch andere Hilfsorganisationen, brauchen weiterhin Unterstützung, um viel mehr Menschen helfen zu können.

Ich komme aus einem Land, das seit Jahrzehnten keinen Krieg erleben musste, in dem Frieden herrscht. Ich wünsche mir, dass die Menschen in den reichen, friedlichen Ländern denen jetzt helfen, die ohne eigenes Zutun Opfer geworden sind. Dafür etwas zu tun, dafür bin ich hier.

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