Philippinen: Das Leben nach Taifun Haiyan

Nach Taifun Haiyan: CARE-Mitarbeiterin Katrin von der Dellen besuchte Gemeinden auf den Philippinen. (Foto: CARE)

Nach Taifun Haiyan: CARE-Mitarbeiterin Katrin von der Dellen besuchte Gemeinden auf den Philippinen. (Foto: CARE)

Heute führt mich mein Weg in die Provinz Samar. Hier besuche ich Mitglieder einer Reismühlenkooperative im Dorf Cogon, Citio Canbabang. CAREs Partnerorganisation LCDE arbeitet hier seit mehreren Jahren mit einer Gruppe von Bäuerinnen und Bauern zusammen, die eine Kooperative für Reis gegründet haben. Ich frage die Gruppe wie die Situation kurz nach dem Taifun war und wie sich ihr Leben danach verändert hat. Minet, Vorsitzende der Organisation LCDE, berichtet mir, dass es nach dem Taifun stark geregnet hat und die Straßen von Tacloban nach Samar unpassierbar waren. Strom- und Mobilfunknetze funktionierten nicht und Mitglieder der Gemeinde mussten sich zu Fuß auf den Weg in die zwei Autostunden entfernte Stadt Palo machen, wo sich das Büro von LCDE befindet. Dort kamen sie eine Woche nach dem Taifun an, um die Situation in ihrem Dorf und ihren Bedarf an Hilfe zu schildern. CARE hatte zwei Tage nach dem Taifun LCDE kontaktiert, um genaueres über die Situation vor Ort zu erfahren und Hilfe anzubieten. Da auch die Mitarbeiter und das Büro von LCDE von Haiyan betroffen waren, beschaffte CARE Nahrungsmittel und LKWs für den Transport. CARE versorgte zwischen Dezember und Januar 86 Familien in Citio Canbabang mit Reis, Sardinen, gepökeltem Fleisch, Zucker, Öl, Plastikplanen, Matten und Decken. In der Zwischenzeit lebten die Dorfbewohner von ihren gelagerten Lebensmitteln, die sie auch an andere Gemeinden verkauften. In 2009 war das Dorf Rebellenangriffen ausgesetzt wonach LCDE mit den Bewohnern einen „Disaster Management Plan“ entwickelt hat. Die Vorratshaltung von Lebensmitteln war ein Teil des Plans, der sich auch nach dem Taifun ausgezahlt hat.

Kokospalmen und das aus ihnen gewonnene Kopra bilden eine wichtige wirtschaftliche Grundlage in der Provinz Samar. Haiyan zerstörte große Teile der Kokospalmen und Bananenstauden. Bis eine Kokospalme wirtschaftlich nutzbar ist braucht es zwischen fünf und sieben Jahren. Deshalb steht nach der Nothilfe die Schaffung von Einkommensmöglichkeiten an erster Stelle. LCDE und CARE haben 83 Familien dabei unterstützt einen Plan für einkommensschaffende Maßnahmen zu entwickeln.  Mit einem nicht rückzahlbaren Darlehen in Höhe von 50 Euro werden diese Maßnahmen, die sich zu Beginn auf Reis- und Gemüseanbau konzentrieren, anschubfinanziert. Zugleich erhalten die Begünstigten auch ein Training in verbesserten Anbaumethoden sowie ein Training in Katastrophenvorsorge. CARE unterstützt auch die Einrichtung eines Gemeindefonds, mit dem der Aufbau neuer Lebensgrundlagen finanziert wird. Hierfür können sich Gruppen aus der Gemeinde mit einem Projektvorschlag bewerben.

Die östlichen Visayas zählen zur zweitärmsten Region der Philippinen, die neben Naturkatastrophen auch von den Folgen des Klimawandels betroffen ist. Die Menschen vor Ort berichten mir, dass in den letzten Jahren saisonale Wetterveränderungen aufgefallen sind, sie bislang aber noch keinen Zugang zu Informationen haben. Eine große Herausforderung besteht nun darin, weitere Elemente der Katastrophenvorsorge bei den ökonomischen Aktivitäten zu integrieren und Einkommensgrundlagen zu schaffen, damit der nächste Taifun nicht in einer ähnlichen Katastrophe endet. CARE hilft den Gemeinden in Samar dabei.

Helfen Sie mit! Unterstützten Sie die Arbeit von CARE für Betroffene von Taifun Haiyan mit Ihrer Online-Spende!

Einsatzorte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.