Rückblick 2011: Ein Jahr in Blogs

Hilfe in Pakistan und Haiti, Dreifachkatastrophe in Japan und Dürre am Horn von Afrika – CARE Helfer berichteten auch 2011 in ihren Blogs von großen Katastrophen, großer Hilfe und großen Hoffnungen auf eine bessere Zukunft.

Januar – Mai. Sabine Wilke bloggte aus Haiti

Ein Jahr nach dem Erdbeben im Januar 2010, bei dem mehr als 220.000 Menschen starben, berichtet Sabine Wilke aus Haiti. Sie berichtet von Frauen und Männern, die als Freiwillige für CARE arbeiten, die durch die Dörfer, zu Märkten und in Kirchen gehen, um über Cholera aufzuklären. Sie berichtet auch von einer gelungenen Fotoausstellung im CARE-Büro oder von ihrem Treffen mit dem Autor Gary Victor, dessen Roman „Der Blutchor“ von deutschen Schauspielern als Hör-CD vertont wurde. Viel wurde erreicht, aber reißerische Kommentare über die Hilfe in Haiti halten sich hartnäckig. In „Stolz und Vorurteile“ räumt sie mit einigen Stereotypen auf, wie etwa „Die Haitianer packen selbst nicht mit an“ oder „Die internationalen Helfer essen abends in teuren Restaurants“. Im Mai verlässt Sabine Wilke Haiti und blickt eindrucksvoll auf ihre sechs Monate zurück, auf ein „volles, halbes Jahr“. In ihrem Audio-Blog „Auf Wiedersehen Haiti“ teilt sie ihre Eindrücke und Erfahrungen.

Etwa 37.000 schwangere Frauen waren unter den Betroffenen des Erdbebens. (Foto: CARE/Hockstein)

Januar, Juli. Vor Ort in Pakistan: Thomas Schwarz

Auch in Pakistan blickt ein CARE-Mitarbeiter auf die Hilfe der letzten Monate zurück. Ein halbes Jahr nach den Fluten in Pakistan, von der etwa 14 Millionen Menschen betroffen waren, kehrt Thomas Schwarz zurück an den Ort, wo seine Reise direkt nach der Katastrophe begann. In der Provinz KPK (Khyber-Pakhtunkhwa) im Nordwesten des Landes sieht man auch ein halbes Jahr danach noch unvorstellbare Verwüstungen und noch immer leben viele Menschen in Zelten. Aber es gibt auch viele Gründe zur Hoffnung. Ali aus Nowshera etwa, der bei der Flut sein Haus verlor, hat sich ein neues aufgebaut. Ein besseres. Und ein kleiner Junge, der letztes Jahr sehr krank war, spielt jetzt auf einem Spielplatz. Ein weiteres halbes Jahr später – ein Jahr nach der Katastrophe – ist Thomas Schwarz wieder vor Ort. Wieder ist das Land ein Stück vorwärts gekommen, er kann viele Menschen nun in „permanent shelters“ besuchen, provisorische Häuser, die keine Flut so schnell einfach mitreißen kann.  Und das ist gut so, denn Thomas Schwarz ist klar: Nach der Flut ist vor der Flut.

März, Oktober. Japan: Bob Laprade und Alain Lapierre unterstützen die Hilfeplanung

So stark wie am 11. März 2011 bebte die Erde in Japan noch nie. „Es war, als wenn wir in der Hölle gelandet wären“, beschreibt Bob Laprade, was er in der kleinen Stadt Miyako sah. Er ist hier – zusammen mit seinem Kollegen Alain Lapierre, um die Kollegen von CARE Japan bei der Planung der Hilfe zu unterstützen. Auch eine Industrienation wie Japan – das ist den CARE Mitarbeitern klar – kann „die Welt nach der Apokalypse“ nicht alleine wieder aufbauen. Neun Monate nach dem Tsunami berichtet Anton Markmiller, der Generalsekretär von CARE Deutschland-Luxemburg, von der Leere, die weggespülte Städte hinterlassen, aber auch von der Leere, die gerade für alte Menschen entsteht, wenn sie ihre Freunde und Familie nicht mehr um sich haben. Aber es geht wieder vorwärts, auch dank der Hilfe von CARE, wie etwa der Anschaffung von zwei Kutterschiffen oder der Einrichtung eines Gemeinschaftscafés um Einsamkeit und Verzweiflung entgegenzuwirken.

Juni. Bonn: Bayern, Bonn, Fußball und Ugali

Im Juni sind in Deutschland und Luxemburg 14 kenianische Mädchen aus Sportprojekten zu Gast. Katharina Nordhorn und Nick Kohl begleiteten die Sportlerinnen, die ihre Mannschaft „Sisi Nyoto – Wir sind Stars“ nennen. Sie begrüßten sie in Bonn, waren dabei, als sie in Töging neue Freundschaften schlossen, sie mit den Löwen in München kickten, mit Siegburgern Ugali aßen und mit Steffi Jones den Anstoß zur Frauenfußball-WM sahen.

Die Mädchen von "Sisi Nyota" freuen sich, mit der Afrika-AG des Gymnasiums Alleestraße in Siegburg Fußball zu spielen. (Foto: Hannah Jahnke)

Juli, August. Horn von Afrika

Als im Juli für Teile Somalias eine Hungersnot ausgerufen wird, hat es in Teilen Ostafrikas schon seit Monaten nicht mehr ausreichend geregnet. Die Dürre hat eine schwere Nahrungsmittelkrise verursacht – mehr als 12 Millionen Menschen in Somalia, Kenia, Äthiopien und Dschibuti brauchen Hilfe.

Audrée Montpetit berichtet aus Borena, Äthiopien. Hier unterstützt CARE die Bauern, sich auf die Dürre vorzubereiten, führt Notschlachtungen durch und zahlt ihnen rund 50 Dollar für das restliche Fleisch, das an bedürftige Familien verteilt wird. Sabine Wilke hingegen ist fünf Wochen in Dadaab, dem größten Flüchtlingslager der Welt. Sie schreibt über das Band der Menschlichkeit zwischen den über 400.000 Flüchtlingen, den Hilfsorganisationen und den Spendern und über die „zwei Gesichter“ der humanitären Hilfe: die Arbeit, die wir in den Medien sehen und die, die hinter den Kulissen stattfindet . Sie schreibt aber auch über ihren Alltag im Flüchtlingslager und wie sich Erinnerungen und Bilder in ihren Kopf einprägen – viel deutlicher als eine Fotografie.

Das Fußballtraining gehörloser Flüchtlinge ist eine solche Erinnerung, aber auch die Begegnung mit Khadija, die niemanden mehr hat, außer das ungeborene Baby in ihrem Bauch.

Um den Menschen in Dadaab helfen zu können, braucht man selbst Freiräume (Foto: CARE/Wilke)

Oktober. Peru: Stille Katastrophen, großes Engagement

Im Oktober war ich selbst für CARE unterwegs, in Peru, wo die Müttersterblichkeit im Departamento Ayacucho in fünf Jahren halbiert werden konnte. Katastrophen sind nicht immer laut, Naturgewalten oder Kriege, sie können auch leise sein, wie der Tod von Delfinas Mutter bei ihrer Geburt.

Es sind Freiwillige wie Betty in Lima, die Hebamme Kelly und die Krankenschwester Rosa , die immer wieder über die Risiken während Geburt und Schwangerschaft aufklären, beraten, untersuchen, und im Notfall auch mit einem Schuss in die Luft http://blog.care.de/rosa-und-kelly-im-funkloch/ dafür sorgen, dass eine Geburt kein Todesurteil bedeutet.

Auch 2012 werden wieder Menschen in aller Welt Not und Hunger leiden, ihre Zuhause verlieren oder vor Natur- oder Menschengewalt fliehen müssen. Auch 2012 werden CARE-Mitarbeiter wieder vor Ort sein, um diesen Menschen eine Stimme und ein Gesicht zu geben.

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