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Slash rockt den Bolzplatz -

Von Sandra Bulling

Heute ist Samstag und ein großes Turnier steht an in Soshanguve. Die Jungs aus Portias Team treten gegen eine andere Mannschaft aus dem Kick it Projekt an.

Percy in Aktion beim Turnier in Soshanguve (Foto: CARE/Bulling)

Auch Percy ist dabei. Doch heute heißt er nicht Percy. Auf dem Spielfeld legt er den Namen Slash an. Der kleine schüchterne Junge, dessen Haus ich gestern besuchte und der uns scheu und doch stolz seinen kleinen Raum zeigte, ist wie ausgewechselt auf dem Spielfeld. Hier prescht er voran, schiebt sich selbstbewusst nach vorne – und achtet kein bisschen auf uns, die das Turnier beobachten und filmen. Slash ist ein echter Medienprofi. Er schaut kurz in die Kamera, nickt uns zu, und kickt sich nach vorne zum Tor. Der Platz ist von Löchern übersät, Gras wächst an allen Seiten. Ich erkenne kaum, wo das Spielfeld aufhört. Vor dem Spiel mussten Slash und seine Jungs auf dem Bolzplatz erst Müll und Scherben wegräumen. Doch das macht alles nichts aus, in den nächsten 40 Minuten geht es nur ums Spiel. In der ersten Halbzeit kickt Slash noch mit geliehenen Schuhen. Doch das ist ihm schnell zu heiß und unbequem – er spielt lieber barfuss. Schnell fällt das erste Tor. Jubel bricht aus, die Mädchen am Rande rufen: „Slash, Slash!“. Das Röhren einer Vuvuzela ist zu hören. Slash war der Torjäger. Es dauert nicht lange, da hat er schon den zweiten Treffer. Slash aka Percy ist der Star des Turniers. Am Ende siegt sein Team 3:0. Slash genießt seinen Ruhm, es wird wohl noch ein wenig dauern, bis er sich wieder zurückverwandelt in Percy.

Netball für die Mädchen

Ein paar der Mädchen wärmen sich inzwischen auf und kicken mit einem Ball. Sie sind zu wenige, um als Team am Turnier teilzunehmen. Fußball ist hier vorwiegend ein Sport für die  Jungs. Die Mädchen trainieren lieber Netball, eine Mischung aus Handball und Basketball.

Hoch hinaus mit dem Ball und dann in den Korb: Netball in Soshanguve (Foto: CARE/Bulling)

Ich unterhalte mich  mit der 20-jährigen Stella. Sie trainiert jeden Tag. Stark möchte sie dadurch werden, um sich gegenüber den Jungs zu wehren. In ihrem Alter gleicht der Gang durch Soshanguve einem Spießrutenlauf, wenn am Straßenrand die Jungs rumhängen und den Mädchen nachsehen. Stella hat oft Angst, doch der Sport stärkt ihr Selbstbewusstsein. Für Caroline, eine der Netball-Trainerinnen, ist das Training eine Art Verhütung: „Ich möchte, dass meine Mädchen im Team möglichst spät damit anfangen, Sex zu haben. Teenager-Schwangerschaften sind hier in Soshanguve leider an der Tagesordnung. Durch das Training bleiben sie beschäftigt und ich kann sie von den Jungs fernhalten.“ In Carolines Team spielen Mädchen im Alter von sechs bis siebzehn. Doch es fehlt an guten Plätzen, mit Körben und einem Boden ohne Löcher. So wie es für Slash und sein Team nur einen verwachsenen Bolzplatz gibt, der vor jedem Spiel gesäubert werden muss.

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