Sokratesˈ Irrtum

Die Jugend heutzutage...kann beim CARE-Schreibwettbewerb kreativ werden.

Die Jugend heutzutage…kann beim CARE-Schreibwettbewerb kreativ werden.

„Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer“

Das sagte der griechische Philosoph Sokrates vor über 2.400 Jahren. Ich habe lange überlegt, ob ich meinen Blog mit diesem Zitat beginnen soll. Ich habe mich dafür entschieden, weil solche Sätze auch heute noch von der älteren über die jüngere Generation geäußert werden. Anscheinend eine Ansicht, die sich nie ändert. Ich kann nicht für alle Generationen der letzten zwei Jahrtausende sprechen. Für meine aber schon. Und da muss ich Sokrates leider widersprechen.

Nur ein Mythos ist etwa, dass Jugendliche sich nur für sich selbst interessieren. Laut der Shell-Studie sind junge Menschen durchaus engagiert und verantwortungsbewusst. Hierzu wurden 2500 Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt. 90 Prozent von ihnen möchten eigenverantwortlich leben und handeln. 58 Prozent halten es für sehr wichtig, sozial benachteiligten Menschen zu helfen. Dazu geben 64 Prozent der Jugendlichen an, politisch interessiert zu sein. (Quellen: Shell Jugendstudie 2010; Jugendstudie 2012 des Bundesverbands deutscher Banken, S.12)

Aber mal weg von den Zahlen und Statistiken und rein ins wirkliche Leben:
Ich mache seit fünf Monaten den Bundesfreiwilligendienst bei CARE. In dieser Zeit habe ich 11 Praktikanten und Praktikantinnen kennengelernt, die ihre Ideen und Arbeitskraft für mindestens drei Monate hier einbringen. Momentan gibt es im Haus fünf bis sechs PraktikantInnen und zwei Bundesfreiwillige (mit mir). Sie alle haben sich bewusst dafür entschieden, bei einer Organisation zu arbeiten, die weltweit anderen Menschen hilft. Auch bei Veranstaltungen von CARE  würde Sokrates staunen, zum Beispiel auf dem Heidelauf in Kommern, wo Läufer ihr Startgeld an CARE spendeten. Dort erzählte mir der 12jährige Kolja, es sei für ihn selbstverständlich, sich für andere einzusetzen. Und beim Weihnachtscafé des Gymnasiums Olching bei München traf ich Florian aus der fünften Klasse, der sich in der „WE CARE FOR ZAMBIA“-AG beteiligt. „Es ist spannend, so viel über Sambia zu lernen“, erzählte er mir. „Ich kann mir jetzt viel besser vorstellen, wie eine Schule in Sambia aussieht und wie die Kinder dort leben.“

Wie Sokrates kommt auch das Wort „Dialog“ aus dem Griechischen. Ein Dialog mit jungen Menschen ist wichtig, um sie für Themen wie Kleinspargruppen, Katastrophenvorsorge oder Nothilfe  zu begeistern. Nur so können sie sich einzubringen – vor allem im Dialog entstehen kreative und intelligente Ansätze und Konzepte, ergeben sich völlig neue Blickwinkel.
In einen Dialog der besonderen Art mit der Jugend ist CARE gerade in der Entstehungsphase des nächsten Magazins „CARE affair“ getreten. Die siebte Ausgabe wird sich ganz dem Thema „jung“ widmen und dabei junge Menschen aus Deutschland und aus aller Welt zu Wort kommen lassen, junge Staaten wie den Kosovo oder den Südsudan portraitieren und zeigen, wie und warum CARE „jung“ ist. Auch mein Vorgänger Nikolas Klauser und ich „unterhalten“ uns in einem der Artikel. Über unsere Zeit bei CARE und darüber, was viele andere junge Menschen nach dem Abi machen. Aber auch alle anderen jungen Menschen zwischen 11 und 20 Jahren können sich einbringen. Wie? Bis zum 28. Februar können sie beim CARE-Schreibwettbewerb „Nur noch kurz die Welt retten“ ihre Texte einsenden. Die Gewinnertexte werden in der neuen Ausgabe des Magazins CARE affair veröffentlicht! Wir sind gespannt auf junge Ideen, die uns erreichen werden.

Auch mein nächster Blog wird wieder „jung“ – denn dort werde ich über das vergangene Seminar berichten, auf dem sich wieder Freiwillige aus NRW und Hessen trafen.

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2 Gedanken zu “Sokratesˈ Irrtum

  1. Der Irrtum des Nicolas Boeyer !

    Sokrates lesen ist eine Sache ,verstehen können es nur wenige und zu denen
    gehören Sie .
    Wer es nicht versteht sollte es auch nicht verdrehen oder gar missbrauchen !

    • Hallo Jens,

      danke für den Kommentar. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir schriftlich oder auch am Telefon die richtige Interpretation des Satzes kurz erläutern könnten.

      Viele Grüße

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