Somalia: Auf der Suche nach sauberem Trinkwasser

„Ich bin so traurig. Ich habe nichts, dass ich meinen Kindern geben kann und muss nun um Essen betteln”, sagt Layla. (CARE/Peter Caton)

„Ich bin so traurig. Ich habe nichts, dass ich meinen Kindern geben kann und muss nun um Essen betteln”, sagt Layla. (CARE/Peter Caton)

Layla steht in einer Schlange vor einer Wasserstation im Camp für Binnenflüchtlinge in Bosaso. Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass sie aus Süd-Zentral-Somalia mit ihren sechs Kindern dorthin geflohen ist. Bisher ist ihr Leben dort nicht so wie erhofft, aber wenigstens bekommen sie hier sauberes Trinkwasser. Vor zwei Wochen, als sie noch Zuhause gewohnt haben, konnten sie nirgendwo mehr Wasser finden.

Layla ist eine alleinerziehende Mutter. Vor der Dürre hatte sie keine Schwierigkeiten damit, ihre Kinder großzuziehen. Sie besaß 100 Ziegen, die sie mit Nahrung und Milch versorgten. Durch den Verkauf von Milch und Ziegen verdiente sie Geld und konnte ihre Kinder zur Schule schicken. Als die Dürre Somalias Wasserquellen vertrocknen ließ, starben nach und nach all ihre 100 Ziegen. Nun besitzt sie nichts mehr.

Layla und ihre Kinder mussten täglich 1,5 Stunden zum nächstgelegenen Brunnen laufen, um Wasser zu holen. Es stellte sich heraus, dass das Wasser nicht sauber war. Drei ihrer Kinder starben an Cholera.

Dann trocknete auch der Brunnen aus und Layla verlor all ihre Ressourcen. Sie musste etwas unternehmen, um ihre Kinder zu retten. Mit der Hilfe von Freunden kratzte sie ihr letztes Geld zusammen und ging mit ihren Kindern nach Bosaso, wo sie nun unter vielen anderen Familien leben.

„Ich bin so traurig. Ich habe nichts, dass ich meinen Kindern geben kann und muss nun um Essen betteln”, sagt Layla. „Statt zweimal können wir nur noch einmal am Tag essen, an manchen Tagen haben wir gar nichts.” Trotzdem ist sie dankbar, dass sie jetzt wenigstens sauberes Trinkwasser bekommt, aus einem von CARE bereitgestellten Wassertank, der verhindert, dass ihre anderen Kinder ebenfalls an Cholera erkranken.

Aufgrund der schrecklichen Dürre in Somalia brauchen die Menschen dringend Wasser und trinken aus allen Quellen, die sie finden können. Die Folge: Der schlimmste Choleraausbruch in Somalia seit 5 Jahren. Seit Anfang des Jahres wurden 36.000 Cholerafälle gezählt, fast 700 Menschen starben an der Krankheit.

CARE verteilt Pakete zur Cholerabehandlung in Gegenden, in denen die höchsten Zahlen an Cholerafällen gezählt wurden, um die Verbreitung der Krankheit zu verhindern. Bisher wurden an 230.000 Menschen sauberes Wasser und Reinigungstabletten verteilt und die Menschen wurden über Hygienemaßnahmen aufgeklärt.

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Lesen Sie mehr zur CARE-Hilfe in Somalia auf der Länderseite.

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