Sorgen hier, Katastrophen dort

Vor über einem Jahr wurde Pakistan von einer massiven Flut getroffen und viele Menschen verloren ihr Zuhause. (Foto: CARE/Tabinda Sindh)

Vor über einem Jahr wurde Pakistan von einer massiven Flut getroffen und viele Menschen verloren ihr Zuhause. (Foto: CARE/Tabinda Sindh)

„Jeder Tag Regen bringt Qualitätsverluste“, lese ich in einer Zeitung aus Deutschland. Ein Landwirt äußert sich besorgt über viel zu viel Regen im Rheinland. Er sagt: „Wir warten auf die große Hitze. Aber die ist nicht in Sicht.“ Das sind die Sorgen in meiner Heimat. Sie sind aus Sicht der Bauern sicher berechtigt, geht es doch um ihre Existenz.

Und während die Vereinten Nationen am selben Tag für zwei Provinzen Somalias offizielle eine Hungersnot ausgerufen haben und in Deutschland manche Bauern um ihrer Ernten fürchten, bin ich in Pakistan. Ein Jahr danach. Ein Jahr, nachdem zwanzig Millionen Menschen von einer ungeheuren Flut betroffen waren. Ich will mir ein Bild machen, nach diesem einen Jahr. Wie weit  ist die Hilfe? Was muss noch getan werden? Konnten wir von CARE die Spenden gut in die Tat umsetzen? Wie geht es Ali in Nowshera und was machen die Bauern oben im Swat-Tal, die im Januar Gladiolensetzlinge in die Erde gebuddelt haben?

Pakistan ist schon oft „totgesagt“ worden. Aus unterschiedlichen Gründen haben schon viele Leute den Zusammenbruch des Landes vorhergesagt. Das ist nie eingetreten. Hier leben starke Menschen. Bewundernswert ihr unerschütterliches Aufbäumen gegen so viele Naturkatastrophen in den letzten Jahrzehnten: 1974 und 2005 schwere Erdbeben, 1992 eine Monsunflut und wieder im vergangenen Jahr Überflutungen ungeheuren Ausmaßes – die Alten können sie aus eigener Erinnerung aufzählen. Sie haben sie alle erlebt. Dabei zählen sie nicht einmal die Vertreibung von Millionen Menschen 2009 durch die militärische Swat-Offensive mit. Aber das war ja auch keine Naturkatastrophe, sagen sie mir.

Arbeit in solchen Katastrophen bedeutet – wie jetzt am Horn von Afrika – einen maximalen Aufwand an Anstrengung, um ein wenigstens Minimum an Hilfe zu ermöglichen. In Pakistan ist ein Teil der Arbeit getan, wenn auch noch viel zu erledigen ist nach einer solchen Flut.  Für das Horn von Afrika wird gerade mobilisiert, um das Minimum, das Überleben, zu sichern.

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