Sri Lanka: Wiedersehen nach vier Jahren

In der Stadt Colombo wird investiert und gebaut. In ländlichen Gebieten dagegen gibt es keine befestigten Straßen. (Foto:CARE/Katrin Blume)

In der Stadt Colombo wird investiert und gebaut. In ländlichen Gebieten dagegen gibt es keine befestigten Straßen. (Foto:CARE/Katrin Blume)

Wir sind früher in Sri Lanka gelandet, als geplant. Das letzte Mal war ich vor vier Jahren hier. Sechs Jahre habe ich damals in Sri Lanka gelebt, habe Projekte zur nachhaltigeren Landwirtschaft betreut. Nach dem Tsunami standen die Nothilfe und dann der Wiederaufbau im Vordergrund. Ich bin gespannt zu sehen, was sich in den letzten Jahren verändert hat. Bis ich meinen Stempel im Reisepass und mein Visum erhalte, dauert es nicht einmal zehn Minuten.  Und die Koffer auf dem Gepäckband fahren bereits ihre Runden, als ich meinen abholen möchte. Ruwan, der Fahrer von CARE, wartet schon. Der Flughafen liegt eine Stunde außerhalb und auf dem Weg in die Stadt erzählt er mir Unglaubliches. Vieles davon kann ich bei einem Blick aus dem Fenster mit eigenen Augen sehen. Es ist kaum noch Militär auf den Straßen und der einzige Checkpoint an der Hauptstraße nach Colombo ist nun mit Polizisten besetzt. Die Straßen haben befestigte und gesicherte Mittelstreifen, eine riesige Umgehungsstraße wird gebaut und es gibt seit ein paar Monaten eine Autobahn in den Süden mit Raststätten und festen Absperrungen an den Straßenseiten.

In Colombo wird überall investiert, gebaut und man darf sogar wieder am Haus des Präsidenten vorbeifahren – gleichzeitig sind die Preise erheblich gestiegen. Früher habe ich für ein Kilo kleiner Bananen vielleicht 12 Sri Lanka-Rupien bezahlt – das sind etwa 7 Cent. Jetzt sind es 20 Rupien. Für einen durchschnittlichen Europäer hört sich das günstig an – der Durchschnittsverdienst in Sri Lanka liegt aber bei umgerechnet nur 230 Euro im Monat. Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, verdienen oft weitaus weniger.

Es wird offensichtlich in die Infrastruktur investiert. „Aber bei den Ärmeren kommt davon überhaupt nichts an“, sagt Ruwan. Er arbeitet seit 13 Jahren bei CARE Sri Lanka als Fahrer, ist stolzer Vater einer zwölf jährigen Tochter und eines neunjährigen Sohnes. Ruwan hat Recht. Besonders benachteiligt sind die Menschen in den ehemaligen Konfliktgebieten im Norden. In dem gesamten Gebiet lebt fast jeder Vierte unter der absoluten Armutsgrenze. Dort führt CARE zwei Projekte mit der Hilfe des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit durch, die ich besuchen werde. Ich bin gespannt darauf, wie Kilinochchi heute aussieht, mein allererster bleibender Eindruck von vor zehn (!) Jahren war ein Stau – aus Fahrrädern und vor einem Zebrastreifen.

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